Streaming der nächsten Generation: Netflix setzt ab sofort den Codec AV1 ein

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Netflix Stream
Netflix setzt unter Android nun auf den Codec AV1

Netflix wappnet sich für die Zukunft. So setzt der Streaming-Anbieter ab sofort auch auf den neuen und effizienteren Codec AV1.


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Mitte 2018 hatten wir bereits über den neuen Videocodec AV1 berichtet. Bei gleichbleibender Bildqualität kann er deutlich effizienter als HEVC oder auch VP9 arbeiten. Je nach Szenario kann AV1 deswegen um 20 bis 30 % effizienter komprimieren. Das bedeutet, man kann entweder bei weniger Datenvolumen die gleiche Qualität erzielen oder, ohne mehr Speicherplatz zu benötigen, die Bildqualität potenziell erhöhen.

Das macht AV1 logischerweise gerade für die Anwendungsszenarien interessant, in denen man auf die Bandbreite achten muss – Streaming fällt einem da sofort ein. Im Oktober 2019 stellte Broadcom bereits einen der ersten Chipsätze mit nativer Unterstützung für AV1 vor. Jetzt hat der Anbieter Netflix damit bekommen AV1 einzusetzen, wie man per Pressemitteilung bestätigt hat.

Laut Netflix habe man dabei im direkten Vergleich mit VP9 für seine Streams eine um 20 % effektivere Kompression erreichen können – bei identischer Bildqualität. Hinter dem lizenzfreien Codec steckt im Übrigen die Alliance for Open Media (AOMedia), zu der auch Netflix als Gründungsmitglied zählt. Zunächst testet Neflix AV1 aber nur eingeschränkt – nämlich bei der Übertragung von Streams an Android-Geräte.

Netflix plant AV1 langfristig überall einzusetzen

Bleiben solle es laut Netflix aber natürlich nicht dabei: Man wolle AV1 für alle Apps und Plattformen verwenden. Besonders für den mobilen Bereich sei AV1 aber eben optimal, denn hier gehe es unterwegs gerade darum möglichst den Datenverbrauch gering zu halten. Wer AV1 testen will, muss dafür aber vorerst in der App das Feature „Daten sparen“ aktivieren. Ausgewählte Titel stellen sich dann anschließend auf AV1 als Codec um.

Im Hintergrund verwendet Netflix den quelloffenen Dav1d-Decoder, der von den VideoLAN- / VLC- und FFmpeg-Communities entwickelt und von der AOMedia gefördert wurde. Damit lassen sich Netflix-Inhalte in 10-bit übertragen. Netflix sei bestrebt die 10-bit-Wiedergabe mit AV1 noch weiter zu optimieren. Im nächsten Schritt werde man AV1 dann auch in anderen Szenarien mit seinen Partnern testen.

11 KOMMENTARE

  1. Ist mir alles recht, so lange die Streaming-Services auch mit älteren Geräten kompatibel bleiben. Ich kann mir nicht schon wieder neue Geräte leisten, so gut manche davon auch klingen.

  2. Und genau deswegen hoffe ich, dass nicht nur die neuen 8K Geräte einen Hardware-Decorder für AV1 bekommen! Andere Dienste werden mit Sicherheit folgen.

  3. Jetzt wäre es doch direkt interessant zu wissen, welche gängigen Devices, wie FireTV, appleTV, die aktuellen TV-Serien, etc. den AV1 bereits unterstützen oder anders herum, welche namhaften Geräte es nicht unterstützen. Meines Wissens nach sind das nämlich noch nicht wirklich viele, die es supporten. Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Dementsprechend wird die komplette Umstellung seitens Netflix wohl noch eine längere Zeit dauern.

    • Mein Kenntnisstand ist auch so. Hardware-Decoder gibt es auch noch nicht soo lange. Bisher würde alles über Software laufen und das zieht ordentlich Leistung. Ich rechne aber zumindest mit einem neuen AppleTV, weil Apple diesem Konsortium ebenfalls angehört.

    • Meines bis auf Smartphones und Tablets keine. Die Hardware muss das ja können. Ist keine Softwaresache. Somit fallen FireTVs von Haus aus raus und die neue Shield kann meines erachtens auch noch kein AV1

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