Anker Soundcore Infini Pro im Test: Günstige Soundbar mit Dolby Atmos

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Test Soundcore Infini Pro Dolby Atmos Soundbar
Dolby Atmos für knappes Budget: Die Anker Soundcore Infini Pro im Test
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Der chinesische Hersteller Anker ist dafür bekannt Tech-Produkte von Kopfhörern über Saugroboter bis hin zu Lautsprechern zu sehr guten Preis- / Leistungsverhältnissen anzubieten. Im Test wollen wir herausfinden, ob das auch auf die Soundbar Soundcore Infini Pro zutrifft. Für nur ca. 260 Euro bietet sie Dolby Atmos.


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Die Infini Pro ist eine Soundbar, die monatelang in Deutschland nicht lieferbar gewesen ist. Mittlerweile ist sie aber erneut via Amazon.de bestellbar. Der Preis ist mit 259,99 Euro recht aggressiv angesetzt. Kann dabei wirklich guter Klang das Ergebnis sein? Zu diesem verhältnismäßig niedrigen Preis Dolby Atmos zu bieten, das klingt interessant. Im Grunde handelt es sich hier aber um eine 2.1-Soundbar, dass da kein Atmos-Erlebnis wie bei hochpreisigeren Modellen das Ergebnis sein kann, ist wiederum ebenfalls vorhersehbar.

Bevor wir uns das gute Stück nun weiter im Test anschauen, ist es sinnvoll einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten zu bieten. Unten findet ihr die Spezifikationen der Anker Soundcore Infini Pro.

So wird sie geliefert: Die Anker Soundcore Infini Pro

Anker Soundcore Infini Pro – Technische Daten:

  • Treiber: Zwei 3-Zoll-Subwoofer, Zwei 2,5-Zoll-Mid-Range-Treiber, 2 Zwei 1-Zoll-Tweeter, Zwei Bass-Ports
  • Leistung: 120 Watt
  • Decoder: Dolby Digital, Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, Dolby Atmos
  • Equalizer-Modi: Movie, Music, Voice
  • Schnittstellen: Bluetooth 5.0 (A2DP1.2, AVRCP1.5 und SBC), HDMI (Out; ARC), HDMI (In), Optical, AUX-In (3,5 mm), USB (nur für Service), DC-Netzteil
  • Bluetooth-Reichweite: 10 m
  • Besonderheiten: Dolby Vision Passthrough
  • Maße / Gewicht: 930 x 120 x 61 mm / 3,3 kg
  • Preis: 259,99 Euro

Im nächsten Abschnitt schauen wir uns den Lieferumfang und die Verarbeitung der Soundbar an. Anschließend werden wir uns natürlich den Klang im Hinblick auf Filme und Serien anschauen – also das Heimkino-Erlebnis. Da sich die Soundcore Infini Pro aber auch zum Musikhören einspannen lässt, da bietet sich die kabellose Verbindung mit mobilen Endgeräten via Bluetooth 5.0 an, widmen wir uns anschließend auch jenem Aspekt. Klar, dass wir am Ende natürlich auch ein Fazit mit einer potenziellen Kaufempfehlung ziehen.

Lieferumfang und Verarbeitung

Die Anker Soundcore Infini Pro ist optisch weder ein Hingucker noch ein Schandfleck: Vielmehr kann man das Design als typische Soundbar beschreiben. Aus dem Rahmen fällt der schwarze, flache Riegel also innerhalb der Konkurrenz nicht.

Links sitzen die Bedienfelder

An der Oberseite sitzen dabei links auch einige Bedienfelder für das An- und Ausschalten, die Lautstärke und die Wahl des Zuspielers. Oben sitzen auch die Symbole, welche euch das aktuelle Lautstärke-Level, die gewählte Eingangsquelle sowie den Sound-Modus anzeigen.

Die Status-LEDs befinden sich an der rechten Seite der Soundbar

Leider erkennt man die Informationen der LED-Anzeigen logischerweise nur dann, wenn man von oben auf die Soundbar schaut. Kann man also zwiegespalten sehen – andererseits stören die Anzeigen auf diese Weise nicht, wenn man gen TV blickt.

Der Lieferumfang der Infini Pro

Zwangsweise muss man die Bedienung direkt an der Anker Soundcore Infini Pro ohnehin nicht verwenden, denn im Lieferumfang liegt natürlich eine Fernbedienung bei. An der Remote lässt sich praktischerweise auch die Bass-Einstellung anpassen, was gerade abends in einem Mietshaus sicherlich bei vielen Zuhörern willkommen ist.

Alternativ lassen sich dieselben Settings, welche über die Fernbedienung anpassbar sind, auch über die offizielle Soundcore-App steuern. Die App gibt es für Apple iOS und Android. Wer mehrere Soundcore-Produkte besitzt, kann nicht nur die Infini Pro, sondern auch andere Lautsprecher wie den Motion+ oder Kopfhörer wie den neuen Liberty 2 Pro über die App steuern. Praktische Schaltzentrale also.

Diese Anschlüsse sitzen an der Rückseite

Als Schnittstellen hält die Infini Pro fein säuberlich geordnet einen HDMI-Ausgang mit ARC, einen HDMI-Eingang, Optical, 3,5-mm-Cinch und das (natürlich nicht phsyisch sichtbare) Bluetooth 5.0 bereit. Alles in allem passt hier bei der Ausstattung alles. Zwar mag diese Soundbar nicht besonders aus dem Rahmen fallen, das Gehäuse wirkt aber schlicht und stabil und lässt sich unauffällig ins Wohnzimmer integrieren.

Lob für Anker: Im Lieferumfang der Soundbar liegen auch direkt Kabel für HDMI und Optical bei.

Der Klang bei Filmen und Serien

Die Soundcore Infini Pro kann man angesichts des Preises der Einstiegsklasse zuordnen. Da gibt es natürlich auch von LG, Samsung, Teufel und Co. Modelle, mit denen sich Ankers Modell in dieser Preisklasse messen muss – etwa Teufels Cinebar One. Ankers Modell bietet aber für seinen Preis mit 120 Watt überdurchschnittliche Leistung und mit Dolby Atmos zudem in diesem Bereich ein Alleinstellungsmerkmal. Aber kann Dolby Atmos bei einer solchen 2.1-Soundbar wirklich etwas herausreißen?

Nun ja, das sollte man mit Vorsicht genießen. Atmos simuliert an teureren Soundbars ja recht effektiv, wie der Klang sich auch in der Höhe abspielen kann und es sich tatsächlich so anhört, als würde Regen von der Decke tropfen. Diesen Effekt konnten wir bei der Infini Pro beim besten Willen aber nicht heraushören, wenn wir z. B. aktuelle Filme wie „X-Men: Dark Phoenix“, „Toy Story 4“ (US-Import) oder „Spider-Man: Far From Home“ (US-Import) jeweils auf UHD Blu-ray im Originalton mit Dolby Atmos herausgefordert haben – an den Tonspuren der jeweiligen Blockbuster haperte es nicht.

Macht sich dekorativ: Das Design der Infini Pro ist sehr neutral gehalten

Generell ist die Infini Pro dennoch zu ihrem Preis eine wirklich gute Möglichkeit sich über die TV-Lautsprecher hinaus zu entwickeln. Dialoge sind gut abgesetzt und klar herauszuhören, die Bässe erstaunlich kräftig und auch die Mitten kommen präzise. In den Höhen schwächelt die Infini Pro vielleicht minimal, der Sound ist also schon etwas basslastig und nicht ganz so spritzig, wie man sich das vielleicht erhoffen würde.

Insgesamt liefert die Anker Soundcore Infini Pro aber zu ihrem Preis eine durchaus beeindruckende Vorstellung ab, da man ja immer beachten sollte, dass man nur ca. 260 Euro, bzw. in den häufigen Angeboten bei Amazon.de sogar nur 190 Euro, auf den Tisch legen muss. Wer allerdings vorwiegend Lust auf den objektbasierten Klang von Dolby Atmos verspürt, sollte aus unserer Sicht lieber etwas länger sparen und zu einem teureren Modell greifen.

Der Klang beim Musikhören

Es ist, wie wir bereits erwähnt haben, auch möglich die Infini Pro zum Musikhören einzuspannen. Im Jahr 2019 dürften die meisten Nutzer das wohl wie wir erledigen: Bluetooth anknipsen, Smartphone aus der Tasche geholt, Streaming-Anbieter der Wahl aktiviert und ab geht die Post. Musik ist aber nicht unbedingt die Paradedisziplin dieser Soundbar. Klar, wer mal eine DVD oder Blu-ray mit einem Konzert einschmeißt, der freut sich über den gegenüber TV-Lautsprechern deutlich verbesserten Klang.

Die Anker Soundcore Infini Pro ist im Angebot auch mal für 190 Euro zu haben

Allerdings ersetzt die Anker Soundcore Infini Pro da keine Anlage oder auch nur Bluetooth-Lautsprecher höheren Niveaus – wie z. B. die Edifier S880DB, die wir gerne im Alltag zum kabellosen Musikgenuss verwenden. Uns klingt die Infini Pro im Vergleich zu einem derartigen Stereo-Lautsprecher-System nicht differenziert genug. So hört man eben doch heraus, dass die Soundbar primär für die Film- und Serienwiedergabe optimiert wurde.

Über die Lautstärke kann man sich hingegen nicht beklagen: Der Riegel macht ausreichend Dampf, um von seiner Standposition aus auch mittelgroße Wohnzimmer angemessen zu beschallen. Wer die Anker Infini Pro vielleicht im Schlafzimmer einsetzen will, kann wiederum dann durchaus abwägen auf einen zusätzlichen Bluetooth-Lautsprecher zu verzichten, wenn damit nur mal gelegentlich zur Morgenroutine ein paar Liedchen erschallen sollen.

Sonstige Anmerkungen

Die Anker Soundcore Infini Pro beherrscht auch Dolby Vision Passthrough, was für einige Anwender sicherlich wichtig ist. Dabei geht die Ersteinrichtung einwandfrei von der Hand: Einfach per HDMI an den TV anschließen und wiederum den Zuspieler ebenfalls via HDMI, zumindest wenn Atmos genossen werden soll, an die Soundbar gehängt. Funktionierte in unserem Fall in Kombination mit einer Xbox One X alles sofort ohne irgendwelche Auffälligkeiten.

Preis und Leistung sind von Anker gut ausbalanciert worden

Als Sound-Modi stehen im Übrigen zur Verfügung: Filme, Musik, Stimme (z. B. für Podcasts oder Radio) oder Surround. Feingliedrige Anpassungen, etwa über einen Equalizer, könnt ihr nicht vornehmen. Wir haben dabei natürlich alle Modi mal durchprobiert, empfinden sie aber ein wenig als Blendwerk. So dürften die meisten Anwender am besten damit beraten sein einfach „Surround“ als Modus zu wählen und dieses Setting dann so zu belassen.

Fazit Anker Soundcore Infini Pro

Die Anker Soundcore Infini Pro ist zu ihrem Preis von 260 Euro bzw. manchmal auch nur 190 Euro im Angebot eine lohnenswerte Soundbar, welche eine erhebliche Aufwertung gegenüber Standard-TV-Lautsprechern beim Film- und Seriengenuss darstellt. Von dem Atmos-Klang sollte man sich allerdings nicht zu viel versprechen. Zwar ist die Atmos-Verarbeitung durchaus ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse, wirklich objektbasierten Surround-Sound kann man hier aber nicht erwarten.

Soundcore Infini Pro: Aus unserer Sicht ihr Geld wert

Auch für die Musikwiedergabe ist die Infini Pro eher eine Notlösung und ersetzt keine Anlage oder preislich vergleichbare Bluetooth-Lautsprecher. In ihrem Hauptgebiet, bei Filmen und Serien, macht die Infini Pro aber definitiv Laune. Außerdem passen auch Ausstattung und Verarbeitung bzw. sind für diese Preisklasse sogar eher als überdurchschnittlich zu betrachten.

Aus unserer Sicht verdient die Anker Soundcore Infini Pro also definitiv eine Kaufempfehlung. Das gilt speziell dann, wenn man sie zum Angebotspreis ergattern kann.

 

6 KOMMENTARE

    • Hallo Marth. Den Amazon Nebula haben wir schon angefragt. Ein Vergleich mit dem Amazon Echo Studio ist nach unserer Auffassung eigentlich nicht sinnvoll, da beide Geräte ja einen anderen Use-Case verfolgen.

  1. Hatte sie vor ein paar Wochen für den Prime-Deal Preis von 169 Euro ergattert!
    Der Sound haut mich sogar regelrecht um, besonders für den Preis!!! :O
    Wurde speziell zum Beamer-Gebrauch gekauft.

  2. Die sieht 1:1 so aus wie die Yamaha YAS-107, die bei mir zu Hause hängt. Die Bedienleiste, alles gleich. Nur die Yamaha hat noch einen DTS Decoder.

    • Die Modelle sehen sich definitiv ähnlich. Bestimmte Elemente wie der Bassreflex Ausgang an der Seite sind natürlich durch die Konstruktion vorgegeben. Die Bedienleiste ist in der Positionierung und Ausführung schon fast gleich.

  3. Gerade wieder für 189,99 € im Angebot!
    Danke für das Review, hatte schon ähnliches erwartet aber für die „Normalsterblichen“ vermutlich ne gute low budget Soundbar 🙂

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