TEST: Highlander auf 4K UHD Blu-ray: Großartiger DTS-Sound

Wir testen für euch den Filmklassiker Highlander auf 4K UHD Blu-ray. Wer soll da noch sagen, dass Unsterbliche nichts dazulernen können! Die 4K Restauration von Highlander liefert die bislang beste Version des Films und behebt endlich Probleme mit dem Sound!

Inhalt (70%)

36 Jahre ist es nun auch schon her, dass Highlander – Es kann nur einen geben in den deutschen Kinos anlief. Nachdem Studiocanal 2016 für eine neue Blu-ray zum 30. Jubiläum sorgte, hat man das 35. zwar knapp verpasst, aber das soll die Freude über die 4K-Fassung des Films nicht schmälern. Der Film selbst ist ein Phänomen: Weder ist Russell Mulcahy ein sonderlich talentierter Regisseur (was dessen Folgewerke zeigten), noch war und ist Christopher Lambert je ein guter Schauspieler gewesen (was dessen Folgewerke ebenso offenbarten). Und dazu dann dieser Bösewicht (total entstellt: Clancy Brown), der wie ein fleischgewordener Skeletor aus der Mattel-Fantasy-Actionfiguren-Serie He-Man wirkte. Tatsächlich sahen den Film in den deutschen Kinos „nur“ eine Million Zuschauer.
Das ist zwar gut, aber eben auch nicht herausragend. Tatsächlich spielte er weltweit nur 12 Mio. Dollar ein. Das ist alles andere als gut, wenn man das Budget von 19 Mio. Dollar in Relation stellt. Der Erfolg kam, wie so oft, durch die Veröffentlichung auf Video. Highlander avancierte zum Kultfilm. Kaum eine Videonacht kam ohne das Fantasy-Spektakel aus, das vor allem visuell interessant war. Ideenreich umgesetzt und mit Freude an der Rekonstruktion eines mittelalterlichen Schottlands war es die Atmosphäre, die überzeugte und über den hohen Trash-Faktor sowie die teils unglaublichen Klischees hinwegsehen ließ.
Vor Jahrhunderten fing alles an
Erstaunlich schon die Entstehung, denn das Drehbuch schrieb Gregory Widen noch in der Zeit, als er an der Universität von Los Angeles Drehbuchschreiben studierte. Umso erstaunlicher auch, dass man ihm satte 200.000 $ für das fertige Werk gab, das als Basis für das von Peter Bellwood und Larry Ferguson Skript diente. Dass die beiden die Story nahezu in allen Details veränderten und nur das Grundkonstrukt übernahmen, ändert nichts daran, dass dem jungen Widen Respekt gebührt. Russell Mulcahy, der als Regisseur verpflichtet wurde, hatte zwar zunächst Kurt Russell im Sinn, als es um die Hauptrolle ging, empfand das urwüchsige Aussehen von Christopher Lambert als Tarzan in Greystoke allerdings als perfekt für die Rolle.
Er wird sie überleben
Dass Lambert zwar die ersten zwei Jahre seines Lebens in den USA verbrachte, änderte jedoch nichts daran, dass er praktisch kein Englisch sprach und das für den Film schleunigst nachholen sollte – und zwar mit schottischem Akzent. Schon witzig, dass ihm ein schottischer Schauspieler gegenüberstand, der einen Ägypter spielt. Der spätere Erfolg von Highlander ist aber sicherlich nicht nur einer gelungenen Kombination aus Darstellern zu verdanken, sondern auch zwei weiteren Tatsachen. Zum einen nutzte Mulcahy seine Erfahrung als Videoclip-Regisseur, um den Film möglichst rasant zu erzählen. Mulcahy war praktisch Stamm-Regisseur von Elton John oder Duran Duran und inszenierte auch das legendäre Jeanny-Video von Falco.
Die zweite wichtige Komponente ist die Filmmusik von Queen. Nicht wenige, die Highlander sahen, wurden danach zu Queen-Fans. Und das, wo zunächst Marillion (später auch Sting oder Duran Duran) als Lieferanten für die Musik vorgesehen waren. Bei allem Respekt vor genannten Künstlern: Kaum auszumalen, wie es heute wirken würde, wenn anstelle eines Who Wants to Live Forever ein Kayleigh über dem Geschehen liegen würde. In Summe wirken diese Faktoren auch heute noch und haben Highlander zu dem Kultstatus verholfen, den er hat. Wiederholen ließ sich das nicht, denn die Folgefilme blieben erfolglos und bei den Fans unbeliebt.
Highlander - Steelbook - Limited Edition (4K Ultra HD) (+ Blu-ray)
Preis: 33,99 €
(Stand von: 28. November 2022 08:52 - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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Bildqualität (80%)

Highlander wurde 1985 natürlich analog auf 35-mm-Film aufgenommen. Ausgehend vom Originalfilmmaterial wurde ein 4K-Scan gemacht, der im vergangenen Jahr noch einmal remastered wurde. Weltkino, die für den deutschen Markt die Rechte halten, haben das Material bei Fidelity in Motion postproduzieren lassen. Dort wurde ein Grading mit HDR10 und Dolby Vision erstellt – selbstredend mit einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.

Was über die neue Blu-ray bereits sichtbar stimmiger war, wird von der UHD Blu-ray noch einmal perfektioniert: Das Encoding. Noch einmal feiner und sauberer wird die Körnung dargestellt, was zu einem sehr filmischen und authentischen Erlebnis führt. Das erfreut die Fans von möglichst originalem Look, während Kornhasser hier nicht glücklich sein werden. Denn Highlander ist ab und an einfach sehr körnig. Die deutliche Reduktion der Grünanteile ist auch über die UHD Blu-ray zu erkennen. Auch hier wird das aber mit einem Magenta-Touch erkauft, der in Summe zwar etwas dezenter als bei der neuen Blu-ray ist, aber durchaus immer noch vorhanden.

Die alte Blu-ray hatte einen leichten Grünstich und Schleier

Im direkten Vergleich zwischen grünbetonter alter BD und leicht rötlicher UHD-BD wirken sämtliche Farben auf der 4K-Scheibe allerdings deutlich stimmiger. Dazu ist die Farbdifferenzierung noch einmal besser und bietet mehr Unterscheidungen in den Nuancen. Gegenüber der neuen Blu-ray ist gut erkennbar, dass der erweiterte Farbraum sattere Farben produziert. Connerys roter Anzug ist noch samtiger und kräftiger. Auch Blautöne leben noch einmal auf und die Wiesen werden lebendig, ohne auch hier in neongrüne Gefilde abzudriften. Die Auflösung der Körnung ist eine Sache, die von der 4K-Fassung in Verbindung mit dem besseren Encoding noch klarer offenbart wird. Allerdings sieht man auch in Details bei Close-ups oder bei Schriften auf Zeitungen noch etwas besser aufgelöste Buchstaben und Details.

In körnigen Hintergründen werden Details etwas deutlicher, was zumeist bedeutet, die Körnung wird feiner reproduziert. Spitzlichter sind nicht zwingend das große Plus der UHD Blu-ray, dafür gelangen Kontraste dynamischer, da die (neue) Blu-ray im Vergleich etwas zu hell geraten ist. Die HDR-Scheibe bleibt hier realistischer und kräftiger. Insgesamt die noch bessere Wahl – eben unter der Bemerkung, dass nicht alle mit dem leichten Magenta-Einschlag glücklich sein werden.

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Tonqualität (80%)

Am Ton von Highlander hatte sich 2016/2018 leider nichts geändert. Erneut lagen die deutsche und englische Spur zwar in (unverändertem) dts-HD-Master vor, was die Schwerter aber auch nicht beeindruckender klirren ließ. Am besten gelangen noch die Subwoofer-Einsätze in den dynamischen Momenten. Der reine Filmscore blieb allerdings schwachbrüstig, während die Queen-Songs dazu blechern und undifferenziert vor sich hin plärrten. Die Schlachtszenen zu Beginn sind nie wirklich satt und die Stimmen tönten muffig.

Was aber noch viel ärgerlicher war: Die über die Jahre und die unterschiedlichen Masterings unzähligen eingeschlichenen Fehler wurden nicht behoben. In der deutschen Synchro fehlen zahlreiche Sätze oder aber man hat Stöhner und Keucher aus dem O-Ton übernommen, wo es zuvor mal synchronisiertes Keuchen und Stöhnen gab. Lässt man die Untertitel mitlaufen, ist bspw. gut zu erkennen, in welchen Momenten diese Dialoge noch vorkommen sollten. Bspw. das „Ja, richtig so! Genau so muss es sein!“ bei 3’57 oder das „Hey, Mann, wo wollen sie denn hin?“ bei 4’46. Denn die Untertitel zeigen die Sätze an, die akustisch fehlen.

Es kann nur einen geben

Aufgrund dieser zahlreichen Fehler und der schlechten Qualität der alten Tonspur wurde für die neue Blu-ray/UHD Blu-ray deshalb Tabula Rasa betrieben. Die nun enthaltenen deutschen Tonspuren in 2.0 Stereo und 5.1 wurden von CvS Sounddesign angefertigt, sind vollständig neu und haben mit der alten nichts mehr am Hut. Wobei „neu“ nicht ganz korrekt ausgedrückt ist. Die 2.0-Fassung war die beste, die man angesichts der zahlreichen Verunstaltungen, die man dem deutschen Ton während der letzten Veröffentlichungen angetan hat, finden konnte.

Hierbei handelt es sich um den Ton einer frühen TV-Ausstrahlung, der weitgehend unbearbeitet (es wurden leichte Knackser beseitigt und eine dezente Dynamisierung vorgenommen, um der typischen TV-Kompression entgegenzuwirken) auf die Scheibe kam. Diese Spur weist keine der zahlreichen Fehler mehr auf und hat sämtliche alten Synchronanteile.

Der große Widersacher

Es ist sozusagen die Fassung für die Puristen. Die 5.1-Version, die sich ebenfalls auf der Disk befindet, nutzt die Dialoganteile der eben beschriebenen 2.0-Version. Integriert wurden diese wiederum in den besten englischen 5.1-Mix, den man finden konnte. Dieser befand sich auf der 10th Anniversary DVD von Republic Pictures und stellte sich klanglich und dynamisch als bestverfügbare englische Quelle heraus. Dies vor allem auch deshalb, weil sie von der Kanaltrennung am exaktesten war und nur wenige englische Dialoganteile hatte, die über den Center hinaus gingen. Entsprechend konnte man hier die deutschen Dialoge relativ unkompliziert einfügen.

Der aufmerksame und erinnerungsfeste Zuhörer wird feststellen, dass sie bei den Geräuschen etwas anders gemischt ist als die bisher bekannte englische Fassung. Zum Teil ist beispielsweise das Musik-Effekte-Verhältnis etwas anders als im vorherigen englischen Mix. Rein von der Klangqualität hier ist sie allerdings hervorragend. Auch die Räumlichkeit macht Spaß und der Einsatz des Subwoofers während der Musiksequenzen gelingt passend – weder zu dezent, noch zu brachial. Dass die Geräusche teils etwas anders sind, hört man bspw. wenn man sich die Mühe macht, den Ton mal mit der 2.0-Fassung zu vergleichen. Hier hört man dann bspw. in einer ganz bestimmten Szene im 5.1-Mix, dass die Queen-Musik erst zu spielen beginnt, wenn Kurgan die Kassette einlegt (was grundsätzlich auch logischer ist), während sie auf den zuletzt bekannten Mixen bereits zuvor im Hintergrund zu hören war.

Das Schwert ist der sichere Weg, Köpfe rollen zu lassen

Beiden Fassungen gleich ist die nun hervorragende Qualität der Dialoge. Klar und akzentuiert ertönt schon Connerys Erzählstimme zu Beginn. Ohne jede Schwankung hört man die Worte und mit sauberem „Here We Are“ geht es im Falle von Freddie Mercurys Singstimme ebenso klar weiter. Zwar ist der erste Queen-Song immer noch nicht perfekt, aber wesentlich gleichmäßiger und weit weniger schwankend als bisher. Dazu offener und nicht im Ansatz so muffig.

Die Kampfszenen in der 2.0-Fassung sind zwar immer noch recht dünn und manchmal etwas überbetont in den Höhen, aber im Vergleich zur alten Blu-ray ist die Qualität wirklich gut. Beide Fassungen (2.0 und 5.1) schlagen übrigens die englischen Pendants deutlich. Die 5.1-Version des O-Tons dürfte in jedem Fall die altbekannte sein, nicht die Mehrkanalspur der 10h Anniversary DVD, die man für den 5.1-Mix der deutschen Synchronisation nutzte. Entsprechend ist der O-Ton immer noch ziemlich muffig und fällt hinter die Synchro zurück.

  • Deutsch: DTS HD-Master 5.1 (80%)
  • Deutsch: DTS HD-Master 2.0 (70%)
  • Englisch: DTS HD-Master 5.1 (55%)

Bonus (80%)

Das Bonusmaterial von Highlander ist teilweise ebenfalls neu. Kannte man bisher den Audiokommentar von Mulcahy, gibt’s jetzt noch jeweils einen von Autor Jon Melville und einen von den Produzenten Panzer und Davis. Darüber hinaus findet sich ein einstündiges Making-of, das auf den Namen „Die unsterbliche Anziehungskraft von Highlander“ hört und einen Rückblick auf vier Jahrzehnte Highlander-Magie gibt. In „A Kind of Magic“ bekommen wir noch mal Einblicke in den Queen-Soundtrack und „Capturing Immortality“ bietet ein Interview mit Fotograf David James. In „There can only be one Kurgan“ erinnert sich dann Clancy Brown an seine Rolle des Antagonisten.

Gesamtbewertung Highlander (76%)

Highlander ist für seine Fans ein Heiligtum. Und dieses gibt’s nun erstmals in 4K-Auflösung. Gegenüber der alten Blu-ray ist das Bild sichtbar besser. Encoding, Kontrastdynamik, Farbdifferenzierung – alles Parameter, die von den beiden neuen Disks besser gelöst werden. Dass die Farbgebung vom Grünliche ins leicht Magentöse geht, sollte man allerdings wissen.

Noch mehr als fürs Bild lohnt sich die Scheibe aber aufgrund des stark verbesserten Tons, der kein Vergleich mehr zum muffigen, fehlerhaften alten Sounds der früheren Blu-ray ist. Auch die 5.1-Fassung gelingt hervorragend. O-Ton-Fans müssen sich allerdings weiterhin mit dem wenig befriedigenden englischen Ton zufriedengeben, der unverändert auf die Disk gelangte.

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Preis: 33,99 €
(Stand von: 28. November 2022 08:52 - Details
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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 04. November 2022 Review am: 02. November 2022
Erscheinungsjahr Film: 1985 Laufzeit: 117 Minuten
Filmstudio: Weltkino FSK: ab 16 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
1,85:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch DTS HD-Master 5.1
Deutsch DTS HD-Master 2.0
Englisch DTS HD-Master 5.1
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Highlander Trailer:

Timo Wolters
Timo Wolters
Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

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