Xbox Game Pass: Take-Two-CEO und Ex-Sony-Manager äußern Skepsis

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Xbox Game Pass 2020
Der Xbox Game Pass dient aktuell vor allem der Kundenbindung

Die Spiele-Flatrate des Xbox Game Pass ist bei Spielern beliebt. Doch prominente Mitarbeiter der Industrie zweifeln aktuell an der Wirtschaftlichkeit.

So hat der ehemalige PlayStation-Manager Shawn Layden erklärt, dass sich so ein Modell einer Spiele-Flatrate auf Dauer wirtschaftlich schlichtweg nicht lohne. Er stimmt damit dem Chef der PlayStation-Sparte, Jim Ryan, zu. Letzterer hatte ebenfalls erklärt, dass so ein Modell für Sony nicht in dieser Form infrage käme. So würden die hauseigenen First-Party-Spiele regelmäßig Budgets von über 100 Mio. US-Dollar verschlingen. Das lasse sich nicht über eine Flatrate wieder reinholen.

Laut Layden gebe es aktuell gar nicht genügend Gamer in der Welt, um Triple-A-Spiele in einer Spiele-Flatrate rentabel zu machen. Auch das Cloud-Gaming ändere daran nichts: Denn zwar würden viele Anwender auch an mobilen Endgeräten zocken, dann seien es aber weniger klassische Core-Games, sondern mehr Gelegenheitsspiele für sehr kurze Sessions. Außerdem benötige man für Cloud-Gaming sehr stabile und schnelle Internetverbindungen, sowohl Zuhause als auch unterwegs. Das sei längst nicht in allen Regionen gewährleistet.

Der CEO von Take-Two, Strauss Zelnick, schlägt in die gleiche Kerbe. Laut Zelnick lohne es sich nicht, brandneue Triple-A-Blockbuster in eine Flatrate zu stecken. Für ältere Katalogtitel sei das durchaus eine Option, nicht aber für Neuerscheinungen. Man behalte da bei Take-Two eine gewisse Offenheit, sehe es aktuell aber nicht als sinnvolle Option an, neue Spiele im Rahmen einer Flatrate anzubieten. Für Microsoft ist der Game Pass aber natürlich vor allem ein Werkzeug zur Kundenbindung.

Microsoft besteht darauf, dass der Xbox Game Pass tragfähig sei

Der CEO von Microsoft, Satya Nadella, hatte wiederum erklärt, dass der Game Pass ein enormes Wachstum verzeichne. Es sei zudem irreführend, nur auf die Abonnentenzahlen und die Gebühren zu blicken. Man habe festgestellt, dass die Abonnenten des Xbox Game Pass nämlich parallel deutlich mehr Geld im Microsoft Store ausgeben würden. Dazu sei aber angemerkt, dass das auch eine schlichte Korrelation sein kann und eben jene Abonnenten einfach ein Typ Spieler sind, der generell ausgabefreudiger ist.

QUELLEGamesIndustry
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

6 KOMMENTARE

  1. Ich finde den Game Pass sehr gut und das war auch einer der Gründe, warum ich erstmalig meine Hauptplattform von PS zur Xbox gewechselt habe.

    Das Interview mit Layden ist allerdings sehr komisch. Er behauptet, dass der Game Pass 500 Millionen Abonnenten haben muss um profitabel zu sein. Das wären dann nach Abzug von Rabatten und Steuern ca. 3-4 Milliarden $ im Monat.

    Damit kann man dann einige 120 Millionen AAA Games im Monat entwickeln. So viele Entwicklerstudios gibt es überhaupt nicht um das zu machen. Wüsste gerne, wie er auf so eine utopische Summe kommt.

    • Klar wären die Einnahmen immens, bei 500 Millionen Abonnenten, jedoch auch die Kosten. Microsoft hat noch den Vorteil, Server für Multiplayer-Gaming, Xbox Cloud-Gaming, Spiele-Downloads, Updates usw. über seine eigene Azure-Cloud anbieten zu können. Sony müsste meines Wissens diese ganzen Dienste bei einem Drittanbieter wie AWS beziehen, wenn nich nicht falsch liege. Da gehen schon ein paar Millionen $US flöten, je nach Aufkommen. Die Rechnung ist am Ende vielleicht doch etwas komplizierter, oder man möchte Microsoft einfach kein Lob für seine „Gaming-Flatrate“ aussprechen. Ich persönlich habe auch viel Spaß mit meinem Game Pass, wobei ich die letzten 3 Monate ausgesetzt habe – zu wenig Zeit.

  2. Also ich liebe den GamePass, seit ich für die neue Gen die Xbox als Hauptkonsole auserkoren habe. Ich habe kein Problem damit, ein halbes oder ganzes Jahr auf die neuesten Spiele zu warten, damit sie in den GP reinkommen. Die ersten Monate nach Veröffentlichung wird doch sowieso noch gepatcht wie blöde. Damit spare ich viel Geld. Nur Ubisoft hält sich auch mit älteren Spielen gekonnt fern.

    • Man sollte bedenken, dass da jeder natürlich eine eigene Agenda hat. Das gilt sowohl für Microsoft als auch Sony und natürlich auch andere Mitarbeiter der Industrie. Und auch du bist da ja als PlayStation-Fan, der gerne Xbox-Posts ein wenig trollt, ein gutes Beispiel ;-).

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