Microsoft hat über die Zukunft der Marke Xbox gesprochen. Dabei setzt man sich (wieder einmal) hoch gesteckte Ziele.
So wollte Microsoft Sonys Dominanz schon mit der Xbox Series X|S angreifen, scheiterte daran aber krachend. Mit der Next-Gen-Konsole unter dem Codenamen Project Helix soll jedoch vieles anders werden. Die kommende Plattform soll etwa nicht nur Xbox-, sondern auch PC-Spiele unterstützen. Obendrein wird sie offen für Drittanbieter-Stores wie Steam, den Epic Games Store und mehr sein. Und auch die Leistung soll die Sony PlayStation 6 alt aussehen lassen.
Project Helix will sich die Leistungskrone sichern
Tatsächlich bot schon die Xbox Series X mehr Grafikleistung als die PlayStation 5, konnte diesen technischen Vorteil aber nicht in allen Games zeigen. Mit der PlayStation 5 Pro bietet aktuell jedoch eindeutig Sony die leistungsfähigste Spielekonsole an. Das soll sich in der nächsten Konsolengeneration wieder ändern. Punkten soll Project Helix zudem mit modernen Techniken wie Upscaling mit Machine Learning und Multi-Frame-Generation. Beides kennen PC-Spieler schon von Technologien wie Nvidias DLSS.

Microsoft hat für seine Gaming-Sparte mit Asha Sharma eine neue Leiterin ernannt, die offenbar einige Veränderungen anstrebt. Sie hat auch die Preise einiger Game-Pass-Tarife wieder gesenkt. Sie beerbt den ehemaligen Chef von Team Xbox, Phil Spencer. Während letzterer als passionierter Spieler bekannt gewesen ist, kommt Sharma aus dem KI-Bereich und hat keine echte Verbindung zum Thema Gaming. Deswegen wird es auch spannend sein, zu beobachten, in welche Richtung sie die Xbox-Abteilung schiebt.
Viele Worte, wenig Inhalt
In einem offenen Brief predigen Sharma und ihr Adjutant, Matt Booty, mit vielen Worten wenig Inhalt. Sie sprechen vage davon, die Xbox-Marke nach vorne zu bringen, ergehen sich aber weitgehend in Marketing-Worthülsen und diffusen Plänen. So rechnen wir ehrlicherweise damit, dass viele Entlassungswellen, massiver KI-Einsatz und der stärkere Fokus auf Game Pass und Cloud-Gaming trotz des bisherigen Bekenntnisses zur Hardware folgen könnten. Vielleicht sind wir aber auch nur pessimistisch?

Klar ist schon, dass Project Helix eine Premium-Plattform zwischen PC und Konsole werden wird. Der Preis könnte also bei 1.000 Euro oder sogar mehr liegen. Doch auch bei der PlayStation 6 sollte man nicht unbedingt auf eine günstige Alternative hoffen. Nach aktuellem Stand der Dinge dürfte sich auch ihr Preis zwischen 900 und 1.000 Euro einpendeln.
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Ich weiß nicht so recht, ob das Konzept eigenständiger Spielekonsolen noch so zeitgemäß ist. Hardware-technisch unterscheiden sich doch die Top-Konsolen (AMD x64/RDNA-Architektur) faktisch nicht und sind mehr oder weniger schon im Kern PCs. Nur AMD profitiert von dem hanebüchenen Konzept noch. Tatsächliche Leistungssteigerungen sind doch eh nur noch durch überproportionalen Hardware-Einsatz zu erzielen und was der Gamer bereit ist zu zahlen, sollte man auch denen überlassen. Mit Konsolenpreisen um die 1000€ lassen sich auch keine 100Mio Einheiten pro Generationszyklus mehr verkaufen. Software und Lizenzen kosten schon mehr als genug und sind sowieso der gewinnbringende Faktor. Zugänglichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg.
Microsoft geht aus meiner Sicht deshalb damit den richtigen Weg, sich davon zu verabschieden und Sony sollte den Weg besser mitgehen. Eine Abkehr von der Hardware-Playstation hin zur Marke Playstation. Dementsprechend, sollten sie das Playstation-OS allgemein für die PC-Architektur entwickeln und zur Verfügung stellen. So ähnlich wie SteamOS, wo es eigentlich auch keine dedizierte Hardware braucht (aber auch hier AMD-Fokus). So könnte man mit einem Hardware-System alles zugänglich machen und muss nicht stupid immer dieselbe Hardware kaufen.
Jedenfalls bin ich sehr gespannt, welchen Impact das Markenkonzept Xbox mit sich bringen wird.
Für mich klingt das Konzept extrem ansprechend. Auch oder gerade weil es quasi ein schicker Gaming-PC für 1.000 Euro werden soll, den man sich aber auch ins Wohnzimmer stellen möchte. Wieso sollte ich hier den selben Preis für eine Playstation 6 mit geschlossenem System und dadurch teureren Spielen und, für Multiplayer, Abozwang investieren?! Mit der Steam Machine versucht man dieses Jahr schon ein ähnliches Produkt, aber mit weniger Grafikleistung als aktuelle Konsolen, auf den Markt zu bringen. Wenn die aber nicht langsam auf den Markt gebracht wird, können die besser direkt in Richtung einer zweiten Generation arbeiten.
„In einem offenen Brief predigen Sharma und ihr Adjutant, Matt Booty, mit vielen Worten wenig Inhalt. Sie sprechen vage davon, die Xbox-Marke nach vorne zu bringen, ergehen sich aber weitgehend in Marketing-Worthülsen und diffusen Plänen.“
Die XBox-Strategie wirkt aktuell ja komplett gegenteilig zu der von Spencer/Bond, während die Kommunikation förmlich aber identisch zu bleiben scheint. Spannend ist/bleibt es bei XBox also allemal.
Ich finde es erstaunlich wie Sharma von einem Großteil der XBox-Community (nocht nicht ganz aber beinahe) „abgefeiert“ wird, obwohl es laut vielen XBox-Fans bis zu seinem Abgang doch niemand besseren als Spencer gegeben haben sol!?