Der Samsung S99H hat sich beim diesjährigen TV Shootout von Value Electronics gegen die OLED-Spitzenmodelle von Sony und LG durchgesetzt. Damit endet eine siebenjährige! Siegesserie von Sony. Der japanische Hersteller geht aber nicht ganz leer aus. Sony konnte sich nämlich mit dem Bravia 9 II True RGB TV den ersten Platz bei den RGB-LED-Fernsehern sichern.
Beim traditionsreichen TV-Shootout von Valueelectronics.com traten in diesem Jahr insgesamt sechs Premium-Fernseher von Samsung, Sony und LG gegeneinander an. Erstmals wurde dabei zwischen klassischen OLED-Fernsehern und den neuen LCD-Modellen mit RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung unterschieden. Aufgrund der getrennten Bewertung wurden am Ende entsprechend zwei Sieger gekürt. Das ist fair und nachvollziehbar, da die TV-Technologien auch unterschiedliche Käufergruppen und Nutzungsverhalten ansprechen und je nach Inhalt und Umgebung besser bzw. schlechter funktionieren können.
Samsung S99H ist der neue „King of OLED“
In der OLED-Kategorie setzte sich der Samsung S95H mit einem deutlichen Vorsprung gegen den Sony Bravia 8 II und den LG G6 durch. An dieser Stelle sollte man anmerken, dass das Modell in Europa unter S99H angeboten wird, in den USA jedoch S95H genannt wird. Das gleiche gilt auch umgekehrt, also entspricht der S99H in den USA dem S95H in Europa (beide ohne silbernen Rahmen). Die zusammengefassten Ergebnisse aus den SDR- und HDR-Disziplinen sehen wie folgt aus:
| Platz | OLED-Fernseher | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. | Samsung S95H / S99H | 9,3 Punkte |
| 2. | Sony Bravia 8 II | 8,0 Punkte |
| 3. | LG G6 | 7,4 Punkte |
Damit fällt der Abstand zwischen dem Samsung S99H und seinen beiden Konkurrenten überraschend deutlich aus. Sony konnte den TV Shootout in den vergangenen sieben Jahren für sich entscheiden, muss den OLED-Titel dieses Mal jedoch an Samsung abgeben. Und das, obwohl die getesteten Modelle beide mit der von Samsung Display entwickelten QD-OLED-Displaytechnologie ausgestattet waren.
Wir vermuten jedoch, dass beim Sony Bravia 8 II nicht das neueste QD-OLED-Display zum Einsatz kommt. So konnte der S99H eben seine Vorteile bei der HDR-Helligkeit und dem sehr großen Farbvolumen noch besser ausspielen. Zudem soll die überarbeitete Glare-Free-Oberfläche einen deutlichen Mehrwert im Kampf gegen Reflexionen und Spiegelungen bieten. Damit wird der TV noch alltagstauglicher und konnte sich mehr Punkte in der Tageslicht-/Wohnzimmer-Wertung sichern.

Samsung hat eigentlich immer sehr gute TV-Modelle ins Rennen geschickt. Dass sich diese nicht gegen die OLED-Konkurrenz von Sony durchsetzen konnte, lag vielfach an der Interpretation der Videosignale, sprich der Bildverarbeitung. Das ist und war schon immer Sonys Steckenpferd, mit dem sie das letzte Quäntchen Bildqualität aus jedem Panel holen konnten. Aber genau hier hat Samsung wohl einen großen Schritt gemacht. Auch wir konnten im Rahmen unseres Videotests bestätigen, dass Samsung hier weitaus sauberer arbeiten und negative Bildeffekte wie Banding etc. im Zaum gehalten werden. Ebenfalls hervorzuheben ist die gute Ab-Werk-Kalibrierung im Film- bzw. Filmmaker Modus.
Den LG G6 OLED TV hatten wir noch überhaupt nicht erwähnt. Dieser soll mittlerweile auch eine so gute Bildverarbeitung besitzen, dass dieser den Sony Bravia 8 II in vielen Kategorien aussticht. Jedoch schafft es LG mit seinen WOLED-Panels einfach nicht, den Vorsprung in der Farbdarstellung der QD-OLED-TVs aufzuholen. Da hilft es auch nicht, dass LG im Gegensatz zum Samsung S99H Dolby Vision HDR unterstützt. Mittlerweile reicht es bei den WOLED-TVs nicht mehr, einfach nur die Maximalhelligkeit zu erhöhen, da Farben ab einer gewissen Helligkeit nicht mehr sauber dargestellt werden können. Die QD-OLED-TVs mit ihrer RGB-Subpixelstruktur sind hier einfach einen Schritt voraus.
Preisvergleich Samsung S99H – OLED-TV-Gewinner 2026:
Sony Bravia 9 II gewinnt bei den RGB-LED-Fernsehern

Parallel zum OLED-Vergleich fand erstmals eine eigene Wertung für LCD-Fernseher mit RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung statt. Dabei werden nicht mehr nur blaue oder weiße LEDs eingesetzt. Stattdessen erzeugen getrennte rote, grüne und blaue LEDs das Licht für das LCD-Panel. Das soll vor allem eine höhere Helligkeit, reinere Farben und eine größere Abdeckung des BT.2020-Farbraums ermöglichen. Samsung vermarktet die Technik als Micro RGB, während Sony von True RGB spricht. In dieser Kategorie konnte sich der Sony Bravia 9 II klar gegen den Samsung R95H und den LG MRGB95B durchsetzen:
| Platz | RGB-LED-Fernseher | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. | Sony Bravia 9 II | 8,1 Punkte |
| 2. | Samsung R95H | 6,6 Punkte |
| 3. | LG MRGB95B | 5,5 Punkte |
Sony beweist damit, dass der Hersteller seine langjährige Erfahrung bei Local Dimming, Bildverarbeitung und Tone Mapping erfolgreich auf die neue RGB-LED-Technik übertragen konnte. Der Abstand zum Samsung R95H fällt mit 1,5 Punkten auf jeden Fall recht deutlich aus. Woran es genau liegt, wieso der Samsung R95H und LG MRGB95B einen so großen Punktabstand zum Sony Bravia 9 II einnehmen, müssen wir nochmals im Nachgang auswerten. Denn die Einzelergebnisse wurden bewusst nicht mit der ersten Meldung des Testevents herausgegeben. Denn wir hatten den Samsung R95H als extrem farbstarken und kontrastreichen Micro LED-TV in unserem Test erlebt. Wobei es natürlich sehr erfreulich ist, dass es auch hier noch Platz für Verbesserungen gibt.
Die Bildqualität bei RGB-LED-TVs (oder Micro RGB wie es Samsung und LG nennen) hängt natürlich sehr stark von der Aufteilung der RGB-Chips (Anzahl der RGB-Subpixel) und der Anzahl der Dimming-Zonen ab. Mehr Dimming-Zonen erlauben eine feinere Abstimmung und verringern dadurch nicht nur die Schwächen, die man der LCD-Technik nachsagt, sondern bieten auch eine bessere Schwarz- und Kontrastdarstellung. Sollte der Sony Bravia 9 II mehr Zonen besitzen und bei der Signalverarbeitung keine Fehler machen, ist es für die anderen Teilnehmer eigentlich unmöglich, diesen technischen Vorsprung auszubügeln.
Preisvergleich Sony Bravia 9 II – RGB-LCD-TV Gewinner 2026:
Fernseher wurden mit professionellen Studiomonitoren verglichen
Beim TV Shootout handelt es sich nicht um einen klassischen Vergleich, bei dem die Fernseher nur direkt gegeneinander betrachtet werden. Stattdessen mussten sich die Kandidaten den Vergleich mit professionellen Sony BVM-HX3110-Mastering-Monitoren gefallen lassen. Hier könnte Sony entsprechend einen kleinen Vorteil besitzen, da sie ihre Modelle ggf. näher an den Mastering-Monitor angleichen können. Bewertet wurde entsprechend nicht das subjektiv spektakulärste Bild, sondern die möglichst genaue Annäherung an die professionelle Referenz.
Die Jury bestand aus Kalibratoren, Bildtechnikern und Fachjournalisten, die die TV-Modelle unter anderem in folgenden Kategorien bewertet haben.
- Farbtreue und Hauttöne
- HDR-Wiedergabe und Tone Mapping
- Durchzeichnung dunkler Bildbereiche
- Kontrast und Schwarzdarstellung
- Gleichmäßigkeit des Panels
- Bewegungsdarstellung
- Skalierung und Bildverarbeitung
Als Testmaterial kamen neben Messbildern auch Szenen aus Filmen wie „1917“, „The Batman“, „Nosferatu“, „Mad Max: Fury Road“ und „Speed Racer“ zum Einsatz. Sämtliche Fernseher wurden zuvor professionell kalibriert.
Ursprünglich sollten zusätzlich die besten werkseitigen Bildmodi sowie die Wiedergabe in einem hellen Raum bewertet werden. Aufgrund technischer Probleme mit einem Teil des eingesetzten Equipments wurden diese Disziplinen jedoch gestrichen. Die Ergebnisse beziehen sich daher nur auf kalibrierte Geräte in einer kontrollierten, abgedunkelten Umgebung. Wir können nicht ganz nachvollziehen, wieso diese Testkategorien gestrichen wurden und was die „technischen Probleme“ des Equipments sein könnten. Denn alles, was man hätte machen müssen, ist, die Geräte in den Werkszustand zurückzusetzen und das Licht einzuschalten. Genau diese Wertung fanden wir in den vergangenen Jahren am wertvollsten, weil diese am ehesten die natürliche Sehumgebung der Kunden wiedergibt.
OLED und RGB-LED wurden getrennt bewertet

Die Punktzahlen der beiden Tabellen dürfen nicht direkt miteinander verglichen werden. Für die OLED- und RGB-LED-Fernseher kamen zwei getrennte Gruppen von Juroren zum Einsatz. Eine Punktzahl von 9,3 für den Samsung S99H bedeutet daher nicht automatisch, dass dieser exakt 1,2 Punkte besser als der Sony Bravia 9 II ist. Trotzdem wurde der Samsung aufgrund seines besonders starken Gesamtergebnisses von den Veranstaltern und mehreren anwesenden Medien als Gesamtsieger des TV Shootout 2026 bezeichnet.
Man muss es eher so sehen, dass bei den RGB-LCD-TVs noch weitaus mehr Luft nach oben besteht, während sich die OLED-TVs innerhalb ihrer Displaytechnologie sehr nah an der maximalen Bildqualität bewegen. Gleichzeitig zeigte der direkte Eindruck vor Ort offenbar, dass OLED bei Schwarzwert, Kontrast, Blickwinkel und Bildhomogenität weiterhin Vorteile besitzt. Selbst eine aufwendige RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung kann einzelne Pixel nicht so präzise steuern wie ein selbstleuchtendes OLED-Panel.
Dafür behalten die RGB-LED-Fernseher ihre Stärken bei sehr hohen Helligkeiten und dem viel besseren Preis-Leistungs-Verhältnis bei sehr großen Bildschirmdiagonalen. Während OLED-Fernseher oberhalb von 83 Zoll weiterhin sehr teuer sind, werden die neuen RGB-LED-Modelle teilweise mit 100, 115 oder sogar 116 Zoll zu Preisen angeboten, mit denen OLED nicht mithalten kann. Getrieben wird diese Entwicklung übrigens primär von chinesischen Herstellern wie TCL oder Hisense, die jedoch nicht am TV-Shootout teilgenommen hatten. Sehr schade, da diese beiden Hersteller vorrangig die RGB-LCD-Technologie vorangetrieben hatten.
Unsere Einschätzung zum TV Shootout 2026
An erster Stelle muss man den Kollegen von Valueelectronics.com, den Kalibrierern, Fachjournalisten und allen Beteiligten einen großen Dank aussprechen. Ohne ihren Einsatz würde es einen so offenen Vergleichstest zwischen den Topmodellen verschiedener Hersteller nicht geben. Sehr schön ist es dann auch zu sehen, wenn deren Erfahrungen die Ergebnisse der Fachpresse wiedergeben:
Der Sieg des Samsung S99H bestätigt nämlich auch unseren Eindruck, dass das QD-OLED-Flaggschiff im Modelljahr 2026 die Referenz abbildet. Der hohe Kontrast, das große Farbvolumen, die kräftige HDR-Darstellung und die verbesserte Entspiegelung ergeben ein ausgesprochen komplettes Gesamtpaket. Sony kann den Verlust des OLED-Titels zumindest teilweise verschmerzen. Mit dem Bravia 9 II gewinnt der Hersteller die technologisch besonders interessante RGB-LED-Kategorie und setzt sich dort ganz klar vor Samsung und LG.
Das Shootout macht aber auch deutlich, dass RGB-LED den OLED-Fernseher nicht plötzlich überflüssig macht. Die neue Hintergrundbeleuchtung verbessert Farbwiedergabe und Helligkeit von LCD-Fernsehern erheblich. An die pixelgenaue Lichtsteuerung eines OLED-Panels kommt die Technik bei Schwarzwert, Kontrast und Bildhomogenität jedoch weiterhin nicht vollständig heran. Und wer sich grundsätzlich angewöhnt, einen TV nach seinem Einsatzzweck und nicht nach seinen reinen Testwertungen zu sehen, wird es auch einfacher haben, das richtige Modell für sein Zuhause zu finden.



Da Sony bis jetzt kein neues Top OLED Model auf den Markt gebracht hat, hingt der Vergleich doch etwas hinterher.
Ich verlasse mich auf das Urteil von Vincent Teoh von HDTVTest – nicht nur meiner Meinung nach der beste in dem Game!
OHNE Dolby Vision Testsieger? seriously???
Dolby Vision ist absichtlich kein Teil des Shoot-Outs und kann somit auch kein Kriterium sein. Dies hat mehrere Gründe. Dolby Vision ist oft fehlerbehaftet und teilweise gehen die TVs unterschiedlich damit um. Dies erlaubt keine eindeutige direkte Vergleichbarkeit. Zu dem ist technisch DV eigentlich mittlerweile obsolet geworden, was die dynamischen Metadaten anbelangt. DV hat seinen Ursprung aus Zeiten als die TVs noch relativ geringe Helligkeiten und minderwertiges eigenes Tone Mapping hatten und da hatte DV durchaus noch Vorteile. Aber mittlerweile gehen auch bei OLED die nit-Zahlen an die 4000 kombiniert mit einem guten Tone Mapping. Da braucht es kein Dolby Vision mehr. Natürlich besitzt DV theoretisch noch andere brauchbare Aspekte, die werden aber so gut wie gar nicht mehr genutzt bzw. wären die für einen Vergleichtstest auch nicht notwendig.
sehr interessant, danke
Dafür ist der aber auch sauteuer. Knapp 3000€ für einen 55″-TV, der dazu nicht nur gefühlt einen gigantischen Rahmen hat, sondern auch noch einen besonders hässlichen? Dann nehm ich doch lieber den G6 von LG. Ich hab mir auch mal bei Reddit ein Vergleichsfoto mit einer Lichtquelle angeschaut, die auf deren Panel reflektiert wird. Das sieht bei Samsung gar nicht gut aus. Die Antireflexionsschicht streut das Licht dermaßen, dass fast das gesamte Panel ein diffuses Licht reflektiert und das Panel so einen komischen Grauschleier bekommt. Sieht bestimmt besonders toll aus, wenn man am Tag auf diesem TV schaut. Davon mal abgesehen sind solche krassen Antireflexionsschichten auch der absolute Killer für die Bildschärfe bei UHD-Inhalten. Ich halte davon nichts, insbesondere weil jeder normale Mensch seinen TV eh so auftsellt, dass sich keine Lichtquelle hinter dem TV befindet.
Wie im Bericht steht wurde der S95H getestet. Der hat den Rahmen nicht. In den USA ist das der S99H. Der ist auch günstiger. Selbstverständlich ist ein Foto auf Reddit auch die absolute Referenz. Wozu sich dann überhaupt noch selbst eine eigene Meinung bilden.
Meinem Wissen nach gibt es in den USA als Top-Modell nur den S95H mit dem Metallrahmen. Dieser entspricht dem unsrigen S99H. Den rahmenlosen S95H, den es bei uns gibt (eher ein umgelabelter S95F), gibt es so in den USA gar nicht. Keine Ahnung, warum Samsung hier so uneinheitlich benennt. Aber laut D-Nice scheinen sich vor allem die „The Frame“ Modelle von Samsung sehr gut in den USA zu verkaufen. Da ist es nur logische Konsequenz, dies auch mal auf ein OLED-Modell zu übertragen. Ob es gleich das Top-Modell sein muss, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn das Studiolicht beim G6 weniger reflektiert, sowohl in der Intensität als auch in der Fläche, spricht das nicht gerade für den S99H oder meinetwegen auch S95H bzw. für deren ach so tolle Antireflexionsschicht. Das Foto sagt dann einfach alles aus. Wofür braucht man da eine Referenz? Ich weiß, wie das beim G5 aussieht. Da unterscheidet sich der G6 kaum von.
Ich hab mir doch auf Grund dieser Daten eine Meinung gebildet. Ich weiß jetzt nicht, worauf du hinaus möchtest.