Schwere Zeiten für Google TV: Titan OS und Co. machen Boden gut

In Europa gewinnen Smart-TV-Plattformen wie Titan OS an Boden. In den nächsten Jahren dürften daher Google TV und Co. deutlich Marktanteile einbüßen.

So nehmen die Marktforscher von Omdia Research an, dass aufstrebende Smart-TV-Plattformen wie Titan OS, V (ehemals VIDAA) und TiVo ihre Marktanteile in Europa von 21 % (2025) auf 28 & (2030) vergrößern werden. Vor allem Android TV und Google TV müssen im Zuge dieser Verschiebung wohl Federn lassen. Ein gewisser Paradigmenwechsel hat in diesem Bezug ja schon stattgefunden Denn die Marke Philips stellt etwa ihre LCD- und OLED-Flaggschiffe in diesem Jahr von Google TV auf Titan OS um.

Darum wenden sich Partner von Google TV ab

Dass sich einige Hersteller von Google TV abwenden, hat gute Gründe. Vor allem schreckt immer stärker ab, dass etwaige Werbeeinnahmen am Ende bei Google landen und nicht bei den TV-Anbietern. Dazu kommt, dass Google den Partnern keine Anpassungsmöglichkeiten des Erlebnisses einräumt. Das war anno dazumal etwa auch der Grund, aus dem sich Panasonic nach dem Abschied von My Home Screen für Fire TV statt Google TV entschieden hat.

Google TV könnte in den nächsten Jahren zunehmend Marktanteile verlieren.
Google TV könnte in den nächsten Jahren zunehmend Marktanteile verlieren.

Vor allem Werbeeinnahmen werden für die Hersteller von Fernsehgeräten jedoch immer wichtiger. Durch Werbung direkt im Betriebssystem und in FAST-Plattformen scheffeln sie auch nach dem eigentlichen TV-Verkauf weiterhin Geld. Da bieten V, Titan OS und TiVo deutlich mehr Chancen. Beispielsweise kann Hisense mit seiner eigenen Plattform in die eigene Tasche wirtschaften, was die Werbung betrifft. Im Gegensatz zu Google teilt man mit Lizenznehmern die Werbeeinnahmen. In Europa haben dabei Titan OS und TiVo sogar weitgehend unbemerkt ihre Kräfte vereint und vermarkten gemeinsam ihr Werbeangebot. Dadurch haben sie gegenüber Werbetreibenden eine bessere Position.

Google TV gilt als sehr Hardware-hungrig

Zudem gilt Google TV unter Herstellern als recht Hardware-hungrig. Zum einen kann das dem Image bei Kunden schaden, wenn die Performance mal wieder zäh ist. Zum anderen ergeben sich daraus höhere Herstellungskosten, weil leistungsfähigere Chips sowie mehr RAM notwendig werden. Das liegt auch daran, dass Google TV native Android-Apps verwendet.

TiVo, V und Titan OS haben allgemein eine Linux-Basis gemeinsam und die Verwendung von Web-Apps. Darum sind die performanter und benötigen weniger leistungsfähige Komponenten. In Zeiten steigender Kosten für Hardware, auch durch die Speicherkrise, horchen die Hersteller da auf. Ergebnis: Omdia rechnet damit, dass 2028 etwa in Europa zusammengenommen 11,9 Mio. Smart-TVs mit V, Titan OS und TiVo in die Auslieferung gehen dürften. Ab da dürfte es weiter aufwärts für diese Plattformen gehen.

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André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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