Bumblebee 4K Blu-ray im Test: Ein Käfer lässt’s krachen!

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Bumblebee 4K blu-ray im Test!
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Da ist es nun, das erste Spinoff aus dem Transformers-Universum. Und natürlich hat man sich den heimlichen Publikumsliebling dafür ausgesucht: Bumblebee. Der Autobot, dessen Sprachchip nicht funktioniert (warum das so ist, erfahren wir hier übrigens direkt am Anfang), darf hier also zeigen, dass er das Franchise auch (fast) alleine auf den Schultern tragen kann. Fans der Reihe dürften allerdings erst einmal etwas überrascht sein. Denn zum einen gibt’s hier eine Reise in die Vergangenheit und zum anderen sollte man sich direkt darauf einstellen, dass Action hier nur an zweiter Stelle steht. Nach einem noch rasanten Finale dauert es bis zur 85! Minute (und somit bis zum Showdown), bevor wieder echte und ausgiebigere Actionszenen zu bewundern ist. Dazwischen gibt es viel Komik und viel Coming of Age. Denn das ist Bumblebee noch viel mehr als der erste Transformers seinerzeit: Die Geschichte eines jungen Mädchens, das durch die Bekanntschaft mit einem Autobot zur Erwachsenen wird.

Ob Charlie (Hailee Steinfeld) schon weiß was sich hinter ihrem Schnäppchen verbirgt
Ob Charlie (Hailee Steinfeld) schon weiß was sich hinter ihrem Schnäppchen verbirgt

Haley Steinfeld ist die junge Dame, die man für die Rolle der Charlie besetzte. Die 2010 in True Grit bekannt gewordene Aktrice hat sich mittlerweile durch zwei Pitch-Perfect-Mitwirkungen einem größeren Publikum bekannt gemacht und konnte in Ender’s Game bereits SciFi-Erfahrung sammeln. Wobei es in Bumblebee ja dann doch eher wenig SciFi gibt. Die Rolle der rebellischen Charlie ist ihr jedenfalls auf den Leib geschneidert. Mit betont rockigen 80er-Jahre-Klamotten und einer Attitüde, die den meisten Jungs der Gegend das Fürchten lehrt, hat sie den Zuschauer augenblicklich auf ihrer Seite. Wirklich klasse, wie sie mit dem Autobot „zusammen spielt“, ohne dass sie diesen überhaupt vor sich hatte. Das Agieren mit einer silbernen Kugel, die ein Set-Mitarbeiter in entsprechender Höhe hält, damit Haley weiß, auf welcher Höhe und in welcher Richtung ihr Autobot-Gegenüber gerade ist, ist schwer genug. Es so authentisch und spielerisch hin zu bekommen wie Steinfeld, nötigt Respekt ab. Allerdings muss man mit der nochmals deutlich intensiveren Komik zurechtkommen. Klar gab es auch in den bisherigen Transformers-Filmen immer ein paar alberne (Klein)Roboter und einige Machosprüche. Doch wenn sich Bumblebee hier oftmals verhält wie ein kleines, außer Kontrolle geratenes Hündchen, dann ist das schon gewöhnungsbedürftig.

Langeweile kommt bei Bumblebee sicherlich nicht auf!
Langeweile kommt bei Bumblebee sicherlich nicht auf!

Dass es dann aber doch nicht ins allzu Infantile abdriftet, dafür sorgt tatsächlich die Figur der Charlie und ihre Darstellerin Steinfeld. Für ein Eventmovie hat man der Hauptfigur eine erstaunliche Tiefe verliehen – wesentlich mehr als bspw. Sam Witwicky in den ersten Filmen des Franchise. Der Respekt hierfür gilt der jungen Drehbuchautorin Christina Hodson, die mit Bumblebee nach Shut in und Unforgettable erst ihr drittes Skript auf die große Leinwand brachte – und dann direkt eins aus einem so großen Franchise. Hodson schafft es, eine starke Frauenfigur zu beschreiben, die um keinen Spruch verlegen ist (vor allem Onkel Hank bekommt es hier gerne mal ab).

Gleichzeitig beschreibt sie eine überraschend berührende Geschichte über Freundschaft. Und die Tatsache, dass Bees Sprachchip zerstört ist, spielt der Beziehung zwischen Charlie und ihm noch zusätzlich in die Hände. So konzentriert sich das Geschehen zunächst auf die Monologe, die Charlie führt, während Bee nur durch Bewegungen reagieren kann. Behutsam erfährt der Zuschauer, dass sie ihren Vater verloren hat, der ihr alles bedeutete; man bekommt mit, wie eng die Verbindung der beiden war und nimmt dabei die Position Bumblebees ein. Geschickt schafft es der Film, dass man ihm (und Charlie) zuhört. Und weil die Geschichte einen traurigen Grundkern hat, wirkt der integrierte Humor zwischendurch befreiend. Ob das nun der gelbe Autobot ist, der seinen gigantischen Körper hinter einem klitzekleinen Stein verstecken will oder die sarkastischen Sprüche von Dropkick („Die Menschen vermehren sich, lass mich welche umbringen“) – beides funktioniert auf seine Weise.

Wie besiegt man Bösewichte? Natürlich mit Teamwork
Wie besiegt man Bösewichte? Natürlich mit Teamwork

Und, Überraschung: Wrestler John Cena, der vornehmlich in günstigen B-Actionern mitspielt, zeigt in Bumblebee sein vorhandenes Komikertalent. Schon sein erster Auftritt im Umgang mit der Platzpatronen-Waffe ist zum Schreien komisch. Wer mehr davon sehen möchte, schaut im Bonusmaterial vorbei, indem man ihn improvisieren sieht.
Wenn Charlie sich dann mit Memo gemeinsam im offenen Käfer den Wind um die Nase wehen lässt (natürlich zu Tears for Fears‘ Everybody Wants to Rule the World), verströmt das überdies eine Menge positives Lebensgefühl. Man muss eben nur akzeptieren, dass dieser Film atmosphärisch praktisch kaum mehr verwandt ist mit dem bisherigen Transformers-Franchise.

Apropos Lebensgefühl: Was ebenfalls zum Gelingen von Bumblebee beiträgt, ist das Setting in den 80ern. Von der detaillierten Ausstattung über die herrlichen, teils bunten, teils abgerissenen Klamotten bis hin zum grandiosen Soundtrack fühlt man sich mittendrin in einem der extrovertiertesten Jahrzehnte. Die Musik mit Songs von The Smiths, Howard Jones, A-ha oder Simple Minds wurde zwar nicht sonderlich innovativ, aber vorzüglich passend ausgewählt. Tja, und selbst die harten Actionfans verdrücken vermutlich eine Träne, wenn im Finale der typische Rückspiegel-Spruch „Objects in mirror are closer than they appear“ auftaucht.

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3 KOMMENTARE

  1. @rolfu: sehe ich grundsätzlich ähnlich. Problem…

    Die normale BlueRay hat für die deutsche Sprachausgabe nur Dolby Digital. Bei der überteuerten 4k ist neben HDR ebenfalls für die deutsche Sprachausgabe Dolby Atmos dabei und die soll laut Testbericht wessentlich besser klingen, wenn auch nicht das Optimum aus dem 3D-Sound herausholen. Damit auch keine überteuerte normale BlueRay? Ein Dilema im doppelten Ausmaß…

  2. Mehr Bild? Gilt wohl nicht für Besitzer von 21:9 Leinwänden 😉

    Immerhin wechselt das Format nicht ständig hin und her, welches ja in letzter Zeit leider gross in Mode gekommen ist. Die Scheibe wird dank runterskalieren und wieder hochskalieren NICHT gekauft. Einfach nur unglaublich, dies dann als überteuerte 4K Scheibe zu verkaufen.

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