DualSense: Drift-Problem des PS5-Controllers kann jeden treffen

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Der DualSense ist für Drift-Probleme anfällig.
Der DualSense ist für Drift-Probleme anfällig.

Der Controller der PlayStation 5 leidet bei einigen Gamern bereits unter einem Defekt. Allerdings ist das Problem leider umfangreicher, als man zunächst annehmen sollte.

Wer eine Nintendo Switch besitzt, kennt das Drift-Problem eventuell: Denn die Joy-Con der Konsole sind geradezu berüchtigt dafür geworden. Auch der DualShock 4 der PlayStation 4, der Switch Pro Controller und die Pads der Xbox One, inklusive des Elite-Modells, sind anfällig für Controller Drift. Der Defekt äußert sich dadurch, dass die Analogsticks Eingaben ausführen, ohne dass der Spieler aktiv wäre. Ursachen kann es mehrere geben. Dazu zählen Schmutz im Gehäuse und Verschleiß des Materials.

Wir hatten auch schon über das Drift-Problem des DualSense berichtet. Nun haben die Kollegen sich einmal das Innere des Controllers der PlayStation 5 genauer angeschaut, um der Sache auf den Grund zu gehen. Es lässt sich alles auf eine Komponente zurückführen: Das Standard-Bauteil für die Sticks aller genannten Controller stammt vom Zulieferer Alps. Im Übrigen dürften da auch die Pads der Xbox Series X|S leider inbegriffen sein, denn sie setzen ebenfalls auf Sticks dieses Unternehmens.

Laut iFixit sei der Austausch der Sticks beim DualSense allerdings besonders umständlich, weil das Joystick-Modul an sechzehn Stellen verlötet sei. Bei den Joy-Con etwa müsse man nur eine Schraube entfernen, was den Austausch im Vergleich erleichtere. Ein Problem sind die integrierten Potentiometer. Alps weist ihnen eine Lebensdauer von rund 2.000.000 Zyklen zu, was jeweils eine Umdrehung des Sticks entspricht. Was sich viel anhört, ist beim Zocken wenig. Beispielsweise komme man bereits bei etwa einer Minute Zocken eines First-Person-Shooters im Durchschnitt auf rund 100 Zyklen pro Minute.

Verschleiß ist garantiert

Das eröffnet die Frage, warum Sony und Co. keine anderen Bauteile mit längeren Lebensdauern verwenden? Da spielt in erster Linie der Kostenfaktor eine Rolle. Zu beachten ist jedoch, dass die oben genannte Lebensdauer freilich eine Schätzung des Zulieferers bleibt. Heißt, dass die Sticks deutlich früher den Geist aufgeben aber auch wesentlich länger halten können.

Verschleiß ist bei Controllern ein enormes Problem
Verschleiß ist bei Controllern ein enormes Problem

Probleme sind durch die Abnutzung der Materialien aber langfristig im Grunde unausweichlich. Auch die im Inneren verbaute Feder ist da ein Kandidat: Sie führt den Stick im Grunde immer wieder zur neutralen Position in der Mitte. Mit der Zeit kann sich diese Position aber durch den Verschleiß der Fehler verlagern. Was könnten die Hersteller nun besser machen?

Laut iFixit wäre es möglich mit anderen Bauteilen zu arbeiten. Sega etwa setzte für die Pads der Dreamcast anno dazumal Magneten ein, die weniger anfällig für Verschleiß seien und sich zudem leichter austauschen ließen. Für die Pads des Nintendo 64 verbaute Nintendo damals optische Sensoren. Ob es da aber ein Einlenken geben wird oder man lieber defekte Eingabegeräte in Kauf nimmt, steht in den Sternen.

QUELLEiFixit
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

8 KOMMENTARE

  1. Ich denke es hat auch viel mit dem Benutzer zu tun. Anders ist es ja schwer zu erklären warum bei ähnlich langer Spielzeit bei manchen nach Jahren nichts passiert, bei anderen schon nach dem ersten Monaten.
    Controller offen auf dem Couchtisch als Staubsammler außerhalb der Spielzeit. Oder in Schublade/Schrank staubgeschützt. Regelmäßiges reinigen oder Schmodder in allen Ritzen. Hände waschen vorm spielen oder mit Chips-Fingern.
    Zudem habe viele Menschen ja auch Säure an den Fingern. Nicht wirklich, aber man könnte es meinen. Wenn ich sehe wie sich bei vielen das Gummi der Analogsticks abnutzt, Rillen glatt werden, ja regelrecht auflöst. Ich hab das nie verstanden warum das bei vielen passiert. Ist mir in über 20 Jahren Analogstick Nutzung noch bei keinem Controller passiert, keinerlei Abnutzung nach Jahren der Nutzung.

  2. Im Endeffekt ist das Joystickmodul halt auch ein Verschleißteil.
    Verwunderlich ist es also nicht, dass es da irgendwann zu Problemen kommen kann.
    Sinnvoll bzw. kundenfreundlich wäre es in dem Zusammenhang halt, wenn
    man dem Kunden den Tausch der entsprechenden Komponente so einfach wie möglich machen würde. Anstatt die Joystickmodule zu verlöten, wäre es hier bspw. mal eine gute Idee eine Steckverbindung zu bauen. Wäre unterm Strich für Sonys Partnerunternehmen, die die Teile reparieren, sicherlich auch eine Erleichterung.

    Was halt nicht sein kann und darf ist, dass solch ein Problem schon nach wenigen Tagen oder Wochen auftritt. Glücklicherweise greifen dann ja Garantie und/oder Gewährleistung. Sofern man den Controller also „normal“ behandelt hat und sich die Sticks nicht in irgendwelche Körperöffnungen gesteckt hat, sollte es in dem Zusammenhang ja kein Problem geben. Ich habe jetzt auch noch von keinem Fall gehört, wo Sony den Tausch verweigert hat.

  3. Die Feder ist der Fehler und das gleich doppeldeutig zu eurem Artikel (ich meine das nicht böse).
    Aber stimmt schon, ich kann das nachvollziehen und nur wiederholen, meine DualSense Controller werden pfleglich behandelt, haben beide um die 50 Stunden Spielzeit auf der Uhr und haben beide mittlerweile schon Drift Probleme im linken Stick.

      • Einmal musst du noch .
        @Schmusekadser: Natürlich ist das im „Endeffekt“ ein normaler Verschleiß, aber doch nicht nach 40 Stunden Spielzeit! Da hast du Assassin’s Creed Valhalla gerade Mal zu 50 Prozent durch und dein Controller gibt schon den ersten Geist auf?

        • Ich sagte doch auch explizit, dass es nicht sein kann und darf, dass das Problem schon nach wenigen Tagen oder Wochen auftritt. Das ist dann halt klar ein Defekt und gehört dann eben im Rahmen der Garantie/Gewährleistung gefixt.

          • Du wiederholst aber immer das man ja die Gewährleistung in Anspruch nehmen kann. Was zwar richtig ist, aber das Problem ist ja mit einem neuen DualSense Controller nach ca. 40 Stunden wieder neu da, wie oft soll ich das einreichen? Die werden mir auch irgendwann den Vogel zeigen…

            • Im Zweifelsfall reklamierst du es dann so oft, bis dann mal einer hält. Da ja das Drift-Problem durch die Medien geht, hast du da auch so einen guten Beweis, dass es ja öfter auftritt.

              Aus eigener Erfahrung würde ich jetzt mal bezweifeln, dass jeder Controller von dem Problem im gleichen Maße betroffen ist. Klar ist in jedem der Controller die selbe Art von den Modulen verbaut. Aber innerhalb der Produktion der einzelnen Komponenten der Module, hast du ja auch immer Unterschiede. Was dann ggf. schon reicht, dass bspw. bei einem Modul diese Karbon-Schicht länger/besser hält als bei anderen Modulen. Gleiches kannst du auch auf die Feder usw. beziehen. Der Hersteller dieser Analog-Stick-Module wird da mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf verschiedene Zulieferer für diese einzelnen Komponenten setzen. Auch das führt dann mit großer Wahrscheinlichkeit zu Qualitätsschwankungen.

              Mein DualSense hat jetzt schon mehrere hundert Stunden auf dem Buckel. Und meine DualShock 4s habe ich auch ordentlich durchgenudelt. Und von dem Drift-Problem bin ich bisher immer verschont geblieben. Im privaten Umfeld kenne ich da so auch erst mal keinen, der das Problem hat bzw. hatte. Bei einem wäre zwar mal fast der Akku in seinem DS4 in die Luft geflogen. Aber ein Drift-Problem hatte auch er nicht 😀

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