Friedhof der Kuscheltiere 4K Blu-ray im Test: Remake mit Schwächen beim Bild

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Das Friedhof der Kuscheltiere Remake auf 4K Blu-ray im Test
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Stephen King mag seinen Friedhof der Kuscheltiere nicht. Eigentlich findet er ihn sogar „schrecklich“ und viel zu „düster“. Noch heute sagt er, dass das Manuskript irgendwo in einer Schublade liegen würde, wenn er nicht aus einem ungeliebten Autoren-Vertrag herauskommen hätte wollen. Die erste Verfilmung des Romans indes begleitete er zumindest mit einem Screenplay (sowie einem Cameo-Auftritt) und war auch sonst recht angetan von Mary Lamberts Adaption.

Aus heutiger Sicht muss man aber ganz klar sagen: Die 1989er Film-Realisation ist kein wirklich guter Horrorfilm. Okay, es gibt einen halbwegs überzeugenden Milo Hughes als wiederkehrendes Baby Gage und diese eine Achillessehnen-Szene ist schmerzhaft anzuschauen. Ansonsten gehört der Film aber wirklich auf den Trash-Friedhof der 80er – am besten ohne Chance auf Wiederbelebung. Schauspieler, Effekte und Produktionsbudgets sind allerdings über die Jahre (oft) hochwertiger geworden und spätestens nach einer Stephen-King-Renaissance mit Adaptionen von Der dunkle Turm und einer Neuverfilmung von Es gelangten auch seine anderen älteren Werke wieder in den Fokus. Bereits 2010 gab es schon die Idee, Friedhof der Kuscheltiere neu aufzulegen und 2017 übernahm dann Paramount Pictures die Produktion.

Was vollziehen die Kids da für eine Prozession?

Bevor der Film aber als Remake auch die deutschen Kinos erreichte, hörte man schon von bösen Kommentaren via sozialer Netzwerke über eine vermeintlich drastische Änderung innerhalb der Story. Denn die beiden Regisseure Kölsch und Widmeyer entschlossen sich gemeinsam mit ihren Drehbuchautoren, nicht Baby Gage sondern die heranwachsende Tochter Ellie in den Mittelpunkt zu stellen – ein Skandal!

Naja, zumindest unter eingefleischten King-Fans. Der Autor selbst nahm es gelassen und antwortete im Hinblick auf die Hate-Postings in einem Interview, dass er die Reaktionen der Leute für „verrückt [nuts]“ hält. „Man könne die Route 301 nach Tampa nehmen oder die Route 17 … über beide gelangt man nach Tampa!“ Und damit liegt er richtig. Zumal es für das heutige Publikum einfacher ist, wenn eine Elfjährige die Rolle spielt als ein Dreijähriger. Schon rein aus Glaubwürdigkeitsgründen bezüglich geforderter Gewaltsituationen.

Außerdem kommt so das intensive Vater-Tochter-Verhältnis noch besser zum Tragen. Adäquat besetzt ist das Reboot von Friedhof der Kuscheltiere ohnehin. Denn mit Jason Clarke sowie John Lithgow als Jud sind die beiden männlichen Hauptrollen schon mal hochwertiger besetzt als damals. Auch die beiden Kinderdarsteller schlagen sich gut und Amy Seimetz als Mutter ist eine wesentlich bessere Schauspielerin als Denise Crosby.

Ein ziemlich zerlauster Artgenosse

Den Segen von King hatten die Regisseure also. Dass es am Ende nur so halb geklappt hat, mit der künstlerischen Umsetzung des Films, liegt eher daran, dass man sich in den letzten zwanzig Minuten darauf beschränkt, gängige Horrorklischees zu bedienen. Was eigentlich gut und atmosphärisch begann, leidet später darunter, nicht aus dem üblichen Genre-Einerlei heraus zu kommen. Was fehlt ist die Tiefe und die Bindung zu den Figuren. Obwohl alle Darsteller ihre Sache sehr gut machen, fehlt es dem Zuschauer am Mitfieber-Faktor, weil die innerfamiliären Dramatiken und Verbindungen zu kurz kommen. Dämonen aus der Vergangenheit, Differenzen im Glauben an das, was nach dem Tod kommt, ein Kindergeburtstag, der nette ältere Nachbar – manchmal hat man das Gefühl, der 2018er Friedhof der Kuscheltiere klappert alle notwendigen Stationen nur ab.

Gleichzeitig kompensiert er den Mangel an Tiefe mit ein paar gelungenen Splatter-Effekten und einigen leider ziemlich misslungenen CGI-Effekten. Was man sich bspw. bei der visuellen Umsetzung des Unfalls gedacht hat, wissen wohl nur die Geldgeber, die dem Trickstudio hier den Finanzhahn abgedreht haben müssen, bevor man mit dem Rendern fertig gewesen ist.

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3 KOMMENTARE

  1. Das war schon bei Captain Marvel so, dass die Katze alle an die Wand gespielt hat. Vielleicht sollte man akzeptieren, dass Katzen die besseren Schauspieler sind? 😉

  2. Das Remake ist totaler Mist. Einstampfen und vergessen.
    Die Darsteller sind steif und als Familie nicht überzeugend.
    Nur die Katze konnte halbwegs überzeugen.

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