Gefahren bei der LCD-Produktion: Samsung entschuldigt sich

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Samsung entschuldigt sich für Todesfälle in seinen Fabriken

Es ist kein Geheimnis, dass der Betrieb in asiatischen Werken oft eine raue Angelegenheit ist. So gab es vor Jahren viele Skandale um die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten des Auftragsfertigers Foxconn. Doch auch bei Samsung läuft nicht alles glatt. Dafür entschuldigt sich der südkoreanische Hersteller nun.


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Laut einer Aktivistengruppe habe es 118 Tote in den Werken von Samsung gegeben. Die Ursache seien Chemikalien gewesen. Samsung hat Fehler eingeräumt, sich entschuldigt und will Schadensersatz an die Angehörigen zahlen. Es könnte hier um Millionenbeträge gehen. Ungeschehen kann man die Zwischenfälle dadurch aber natürlich nicht machen.

Neben den Todesfällen sollen auch Krebserkrankungen entstanden sein. Samsung habe seine Arbeiter nicht ausreichend vor potentiellen Gesundheitsrisiken geschützt, so lautet der Vorwurf. Der Präsident von Samsung Electronics, Kim Ki-Nam, hat sich bereits öffentlich bei den Erkrankten und den Angehörigen der Verstorbenen entschuldigt. Doch die Entschuldigung könnte man als spät kritisieren, denn zuvor tobte ein jahrelanger Streit mit den Familien der Opfer.

Denn da geht es um viel Geld. Bis zu 116.000 Euro pro Fall will Samsung nun an ehemalige und auch aktuelle Mitarbeiter zahlen. Zumindest gilt das dann, wenn die Erkrankungen unmittelbar auf den Umgang mit gefährlichen Chemikalien am Arbeitsplatz zurückgeführt werden können.

Samsung brauchte lange für die Zugeständnisse

Leider fällt Samsung nicht das erste Mal durch diese Probleme auf: Schon 2014 entschuldigte sich das Unternehmen erstmals für die Krebserkrankungen. Damals negierte man aber noch einen direkten Zusammenhang zu den Chemikalien, welche das Unternehmen etwa in seinen Halbleiter- und LCD-Produktionsstätten verwendet. Die Zahlen zu den Todesfällen und Krankheitsfällen, 320 sollen es sein, will man immer noch nicht bestätigen.

Samsung macht aber eben nun Zugeständnisse und will zudem einen Fonds mit ca. 39 Mio. Euro für mehr industrielle Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen etablieren. Seinen Anfang nahm die ganze Geschichte im Übrigen bereits 2007, also vor über 10 Jahren. Damals starb eine Samsung-Mitarbeiterin an Leukämie. Ihr Vater setzte sich anschließend dafür ein, dass sich die Arbeitsbedingungen bei Samsung verbessern. Er hat dabei erklärt, dass er persönlich Samsungs Entschuldigung annehme. Wichtiger als Schadensersatz zu erhalten, sei ihm aber die Prävention, damit derartige Fälle sich nicht wiederholen.

Gefahren bei der LCD-Produktion: Samsung entschuldigt sich
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QUELLEFAZ
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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