Irreführendes Marketing: TV-Hersteller Vizio zahlt 3 Mio. US-Dollar

Vizio zahlt im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung in den USA 3 Mio. US-Dollar an geprellte Kunden. Es geht um irreführendes Marketing.

Konkret warf man Vizio im Rahmen einer Sammelklage vor, die „effektiven“ Bildwiederholraten seiner Smart-TVs irreführend beworben zu haben. So wies der Hersteller in den USA einigen Fernsehgeräte „effektive Bildwiederholraten“ von 120 bzw. sogar 240 Hz zu, obwohl die betroffenen Modelle mit 60 Hz gearbeitet haben.

Gerechtigkeit für TV-Kunden

Wie kam Vizio dann also zu der Marketingaussage, dass die Fernseher mit 120 bzw. 240 Hz arbeiten würden? Nun, da bezog man sich auf die Zwischenbildberechnung der TVs, welche eine flüssigere Darstellung erlaubt. Dennoch ist das eher irreführend, da dies natürlich nicht mit nativen Bildwiederholraten von 120 bzw. 240 Hz gleichzusetzen ist. Zumal die Zwischenbildberechnung störende Nebeneffekte mit sich bringen kann.

: Vizio MQX 4K Fernseher mit 240Hz Bildmodus
Der Vizio MQX 4K Fernseher mit 240 Hz Bildmodus

Als Ergebnis der Einigung behauptet Vizio weiterhin, man habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Man legt also kein Eingeständnis ab. Allerdings zahlt man betroffenen Kunden in Kalifornien, die nach dem 30. April 2014 einen entsprechenden TV gekauft haben, einen Teil der Vergleichssumme aus. Obendrein verpflichtet man sich nicht mehr, mit „effektiven Bildwiederholraten“ zu werben, die nichts mit der nativen Frequenz zu tun haben.

TV-Hersteller sind oft kreativ

Generell sind die TV-Hersteller manchmal sehr „kreativ“ bei der Bewerbung ihrer Geräte. Vizio hatte es einigen Kunden hier aber dann offenbar doch zu bunt getrieben. Doch auch in Deutschland sollte man im Zweifelsfall immer genau auf die Spezifikationen blicken. Teilweise werden, gerne von Sony, etwa TV-Geräte verkauft, bei denen einige Funktionen ab Werk noch gar nicht genutzt werden können und erst per Update nachgeliefert werden. Hier ist es oft ein Glücksspiel, wie lange man ausharren muss und ob die jeweiligen Features dann die Erwartungen erfüllen.

Selbst Einstiegsgeräte werden zudem oft überschwänglich mit fantastischer HDR-Wiedergabe beworben, auch wenn das in der Regel Augenwischerei ist. Wir raten daher immer dazu Testberichte zu konsultieren und nicht einfach blind den Herstellerangaben zu vertrauen.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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