Smart-TVs mit RGB Mini LED rühmen sich für ihre Farbwiedergabe. LG Display winkt ab und lässt sich die Überlegenheit von OLEDs sogar zertifizieren.
So hat LG Display für seine aktuellen OLED-Panels für Monitore und Fernsehgeräte als erster Hersteller die Zertifizierung für „Perfect Color/Brightness Accuracy up to 500 lux“ von Intertek erhalten. Zu erwähnen ist aber, dass solche Zertifizierungen oftmals wenig neutralen Wert haben, da sie auf Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten sind. Laut LG Display soll die Zertifizierung nachweisen, dass die OLEDs präzise die Farben und die Helligkeit gewährleisten können – unabhängig von Raumumgebung und Inhalt.
LG Display sieht mehr Praxisrelevanz der Zertifizierung
Schenkt man LG Display Glauben, dann ist die neue Zertifizierung praxisnäher, denn sie soll darstellen, wie akkurat ein Display Farben und Helligkeit unter natürlichen Bedingungen zeigt. Das spiegeln theoretische Werte zur Farbraumabdeckung und der Spitzenhelligkeit, die nur für spezifische Idealbedingungen gelten, nicht wider. Deswegen stehen auch LCDs mit RGB Mini LED bereits in der Kritik. Sie erreichen ihre angegebenen Farbraumabdeckungen im Alltag so gut wie nie.

Logisch, dass LG Display da auch betont, dass es bei den hauseigenen OLED-Panels keinen Color-Crosstalk gibt – ein immenses Problem von LCDs mit RGB Mini LED. Aufgrund der selbstleuchtenden Pixel mischen sich Farben also nicht unzulässig. Zudem haben LCDs aufgrund ihrer Hintergrundbeleuchtungen das Problem, dass immer noch Blooming auftritt. Das betrifft besonders filigrane HDR-Szenarien wie z. B. einen Sternenhimmel mit vielen dunklen Flächen, die von kleinen hellen Punkten unterbrochen werden.
LG Display sieht seine OLEDs als objektiv überlegen an
Neu sind diese Erkenntnisse freilich nicht. LG Display predigt sie schon seit einer ganzen Weile. Die neue Zertifizierung von Intertek liefert eben nur wieder die passende Grundlage für einen neuen „Rant“ möchte man fast sagen. Jedenfalls behauptet der Zulieferer im Grunde, man könne das Thema „OLED vs. RGB Mini LED“ nun abhaken. Denn es sei ja nun objektiv nachgewiesen, dass OLEDs die genaueste Farbwiedergabe und Helligkeit im Alltag bieten.
Transparenz: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn ihr auf diese klickt, werdet ihr direkt zum jeweiligen Anbieter weitergeleitet. Falls ihr einen Kauf tätigt, bekommen wir eine geringe Provision. Für euch bleibt der Preis unverändert. Vielen Dank für eure Unterstützung!


Wer ist eigentlich primärer Anteilseigner bei dieser ominösen Forma Intertek? LG?
Schön dass jeder Interessenverband heutzutage sich genehme Zertifizierungen oder Umfragen bei ihm zugetanen Firmen erstellen lässt – und es genug Hirnis gibt, die den ganzen Sch**** auch noch für bare Münze nehmen!
Und wenn MiniLED so ein Teufelszeug ist, warum stellt LG dann beispielsweise entsprechende Gaming-Monitore her? Sorry, aber verlogener geht es ja nun wirklich nicht mehr…
LG Display und LG sollte man da schon trennen. LG Display stellt keine LCD-Panels her und entsprechend auch keine Gaming-Monitore oder TVs mit Mini LED. LG Display ist hier der Zulieferer, der gegen RGB Mini LED Stellung bezieht.
LG Electronics wiederum bietet auch LCD-Produkte an.
Warum sollte man das trennen? Nur weil hier mit zwei „unterschiedlichen“ Firmennamen gearbeitet wird? Am Ende des Tages landen die Gewinne (natürlich nach Steuern) nämlich im selben Geldspeicher…
Weil es auch unterschiedliche Firmen sind. LG Display hat keinerlei Interesse mehr an LCDs, LG Electronics schon. Würdest du also die gedankliche Trennung machen, könntest du auch besser die Agenda von LG Display verstehen und den eigentlich nicht vorhandenen Widerspruch auflösen, den du meintest zu bemerken ;-).
Dann frage ich mich, warum laut englischer Wikipedia-Seite LG Electronics als Inhaber von LG Display aufgeführt wird – aber ich bin ja auch nur ein dummer Buchhalter… 😉
„Dumm“ sagst du, ich würde eher sagen in diesem Fall etwas schwer von Begriff und unnötig verworren denkend. Denn LG Display ist bekanntermaßen eine Tochterfirma von LG Electronics, agiert aber dennoch eigenständig. Am Ende sind das eben zwei Firmen, die auch unterschiedliche Interessen haben, trotz ihrer Verstrickungen. LG Display wird nicht ohne Grund auch separat an den Aktienmärkten gehandelt. Deswegen ist auch deine Aussage, dass am Ende alles „in denselben Geldspeicher“ fließe, falsch.
Das ist auch vollkommen verbreitet und z. B. bei Samsung Electronics und Samsung Display genau so. Auch da gehen manchmal die Interessen des Mutter- und Tochterunternehmens durchaus auseinander.
Das habe ich dir ja aber nun ausführlich genug erklärt und damit hoffentlich den Widerspruch im Kopf beseitigen können.
Ich würde mich ja einfach mal vorher informieren. Der größte Anteilseigner von Intertek ist Black Rock. Diese Information ist auch kein Staatsgeheimnis und für jeden mit Internet-Anschluss sehr leicht zugängig. Ebenso ist die Firma auch nicht ominös, sondern ein weltweit agierendes Unternehmen mit etwa 44000 Mitarbeitern, die sich auf Zertifizierungen spezialisieren. Ein sehr großer Firmenschwerpunkt liegt z.B. darin, Unternehmen bzw. deren Produkte für gewisse Märkte zu zertifizieren, damit diese dort überhaupt erstmal verkauft werden dürfen. Deren Tätigkeiten sind also essentiell für den weltweiten Handel und den jeweiligen Märkten.
Black Rock – hui, definitiv sehr „seriös“!
Und btw (denn auch ich kann im Internet recherchieren): laut der Plattform Fintel (ein bei bei Investoren und Händlern oft genutzes Recherchewerkzeug) ist Black Rock mit 2,67% der Aktien einer der größten institutionellen Aktionäre bei LG Corp. – und bei LG Display hat der ehemalige Arbeitgeber unseres Bundekanzlers seine Position zuletzt deutlich aufgestockt und hält dort ebenfalls Millionen an Aktien (American Depositary Receipts)!
Also ein Schelm, der Böses dabei denkt…