MediaMarkt & Saturn: Ransomware-Angriff führt zu Einschränkungen für Kunden

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MediaMarkt und Saturn können ihren Kunden einige Dienstleistungen aktuell nicht anbieten.
MediaMarkt und Saturn können ihren Kunden einige Dienstleistungen aktuell nicht anbieten.

MediaMarkt und Saturn sind Opfer einer Ransomware-Attacke geworden. Daher kann man aktuell seinen Kunden in den Filialen viele Dienstleistungen nicht anbieten.

Vielleicht habt ihr euch schon gewundert: MediaMarkt und Saturn weisen auf ihren Websites auf ominöse „technische Einschränkungen“ hin, welche die Filialen einschränke. Es ist aber bereits durchgesickert, dass ein Ransomware-Angriff dahintersteht. Die Cyberkriminellen der Gruppe Hive sollen die Systeme kompromittiert haben. Es wurden die Systemdaten verschlüsselt. Nun fordern die Hacker 50 Mio. US-Dollar „Lösegeld“, um die verschlüsselten Daten wieder freizugeben. Sollten MediaMarkt und Saturn die Zahlung verweigern, wollen sie interne Daten veröffentlichen.

Onlineshops wohl nicht betroffen

Als Folge des Angriff sind die Filialen von MediaMarkt und Saturn aktuell vom Online-Zugang getrennt. Dadurch können Kunden zwar nich vor Ort lagernde Produkte kaufen, es sind aber weder eine Rückgabe von Produkten noch das Abholen von Bestellungen möglich. Außerdem können die Filialen keine Online-Bestellungen mehr versenden, die über die Online-Shops der Unternehmen getätigt worden sind. Somit kann es zu verlängerten Lieferzeiten kommen.

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MediaMarkt und Saturn verhandeln mit den Kriminellen

Die Verantwortlichen von Hive sind für ihr skrupelloses Vorgehen bekannt. Beispielsweise erpressten sie in den USA auch schon Krankenhäuser. Nachdem die kanadische Atlus Group wiederum bei einem anderen Vorfall das „Lösegeld“ nicht zahlen wollte, machte man seine Drohung wahr und veröffentlichte deren gestohlene Daten.

MediaMarkt und Saturn entschuldigen sich bei den Kunden

Offen ist aktuell, ob Hive auch die Backups von MediaMarkt und Saturn verschlüsseln konnte. So oder so sieht es für die Händler nicht gut aus: Die Wiederherstellung der Systeme könnte Wochen dauern. Daher wird aktuell wohl mit den Kriminellen verhandelt. Folgende Einschränkungen müssen Kunden dabei aktuell in den Filialen hinnehmen:

  • Finanzierung ist aktuell nicht möglich
  • Lieferung auf Rechnung ist aktuell nicht möglich
  • Online-Abholung und Retouren sind aktuell nicht möglich
  • Rücknahme und Auszahlung ist aktuell nicht möglich
  • Belegerstellung ist aktuell nicht möglich
  • Gutscheine und Coupons können aktuell nicht eingelöst werden


QUELLERTL News (Niederlande)
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

7 KOMMENTARE

  1. @Mattze1138 Im Vergleich zu Media Markt und Saturn, haben die „Verbrecher“ ein Sicherheitskonzept welches „explodierende Mails“ verhindern würde.

  2. Gestern das letzte mal im unseren Saturn Markt gewesen, der im Dezember leider schließen muss. Irgendwie schon traurig aber auch absehbar gewesen.
    Jetzt wird man schon quasi gezwungen nur noch Online einzukaufen. Weil es einfach nichts mehr gibt wo man was kaufen kann. Schade 🙁

  3. Schweinerei sowas! Man sollte wenn man deren PC und Server Adressen kennen würde mails senden, woraufhin deren ganzes System explodiert. Verhandeln und am ende zahlen sie was und bekommen trotzdem keinen Zugriff mehr. Es muss doch Möglichkeiten geben deren Verbrecher auf die Spur zu kommen und dann einsperren für immer.

    • Leider zeigt dieses Beispiel wie fragil Systeme sein können. Wer weiß schon wo die Verbrecher beheimatet sind? Wenn da ein staatliches Hacker-Kollektiv in Nordkorea, China oder Russland sitzt (sorry, aber da kommt ein Großteil der Cyber-Angriffe her), kommt man nicht an diese ran. Wer aus so niederträchtigen Gründen handelt und damit Existenzen und in manchen Fällen Menschenleben gefährdet (gab ja auch Angriffe auf Krankenhäuser und Co.) verdient eigentlich nur das Schlimmste.

    • Das Ding ist, dass es sich bei Ransomware-Angriffen für die Unternehmen fast immer finanziell eher lohnt zu zahlen, als die durch die lahmgelegten Systeme verursachten Kosten hinzunehmen – die können sich auch an jedem Tag auf Mio. summieren.

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