METZ: Traditionshersteller frägt sich „Wo bleibt die Qualität?“ (IFA IMB)

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Thomas Billing von Metz im IFA IMB Powerbriefing
TV Hersteller METZ im IFA IMB Powerbriefing (Auf der Bühne Thomas Billing)
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Der deutsche TV-Hersteller METZ beantwortet auf seinem IFA IMB Powerbriefing die Frage „Wo bleibt die Qualität?“. In Zeiten in denen Fernseher immer größer und günstiger werden, sicherlich eine berechtige Frage. 


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Schneller, länger, höher, besser – aber bitte zum günstigen Preis! Über mehrere Jahrzehnte wurden der Konsument darauf getrimmt, dass nur noch der Anschaffungspreis eine Relevanz hat. Gegen diesen Trend stemmt sich der in Deutschland beheimatete TV-Hersteller METZ und zwar mit Erfolg. Aber wartet einmal? METZ? Gibt es die überhaupt noch? Ja gibt es und das sollte man nicht vergessen ermahnt Geschäftsführer Dr. Norbert Kotzbauer. In einem kompakten Powerbriefing gewährte das Unternehmen einen Einblick in deren Firmenstruktur und eine Antwort auf die Frage „Wo bleibt die Qualität?“.

Der TV muss wertiger dargestellt werden

Dr. Kotzbauer eröffnete mit der These, dass man sich als Konsument rechtfertigen muss, entscheidet man sich für ein teureres Modell eines deutschen TV-Herstellers. Wir haben auch kurz überlegen müssen und ja, es scheint zum Teil zu stimmen. In Beiträgen zu METZ, LOEWE oder TechniSat Geräten lesen auch wir immer öfters in der Kommentarzeile „viel zu teuer“, „Technik aus Asien zu deutschen Preisen“ oder ähnliches. Und das bei einem Produkt, welches seit Jahrzehnten das wichtigste mediale Gerät im Haushalt ist (neben dem Radio). 250 Minuten verbringt der Deutsche im Durchschnitt vor dem TV. Wieso dann nicht ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und zu einem „lokalen“ Gerät greifen? Dr. Kotzbauer richtete einen Appell an Presse und Industrie, sie müssen den Fernseher wieder wertiger darstellen.

Wir bekamen einen kurzen, aber interessanten Einblick in die METZ CE GmbH
Wir bekamen einen kurzen, aber interessanten Einblick in die Struktur der METZ CE GmbH

METZ kommt dieser Aufforderung bereits mit seinem zwei Marken-Konzept nach. Mit „METZ Classic“ und „METZ Blue“ erfüllt der Hersteller laut eigener Ansicht alle wichtigen Qualitätskriterien. Doch was ist Qualität eigentlich? Ein Händler hat es laut einer Erzählung des Geschäftsführers treffend formuliert: „Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt, nicht die Ware“. Und das ist auch ein Grund, wieso METZ „Made in Germany“ sehr ernst nimmt. Das Unternehmen ist 100% Tochtergesellschaft des international agierenden Unternehmens Skyworth (China). Das sei auch gut so. In dieser Konstellation ist METZ weiterhin ein eigenständiges Unternehmen, dass für Skyworth die komplette europäische Abwicklung übernommen hat. Im Gegenzug erhält METZ die Stabilität die das Unternehmen in dieser schwierigen Industrie benötigt.

Deutscher TV-Hersteller seit 1938

Die Betreuung, Entwicklung, Montage und Produktion von METZ Classic und METZ Blue TV-Geräten findet in Zirndorf in Bayern statt und das seit 1938. Rund 160 Mitarbeiter arbeiten im Unternehmen. METZ Classic ist die High-End-Schiene des Unternehmens, die in Deutschland sowie dem europäischen Ausland und bald auch in China vertrieben wird – natürlich mit Unterstützung der Muttergesellschaft Skyworth. METZ Blue dagegen war schon immer international. Die „Blauen“ sind nicht nur in Deutschland sondern auch in

Die METZ Classic OLED TVs werden ab Werk kalibriert!
Die METZ Classic OLED TVs sind bereits ab Werk kalibriert!

Indien, Südkorea oder HongKong verfügbar. Der Unterschied zwischen Classic und Blue? Trotz hochwertiger Ausstattung sind die Blue-Modelle im mittleren Preissegment angesiedelt. Das wird durch die Fertigung im europäischen Ausland ermöglicht. Zudem setzt die Blue-Reihe auf das Android TV-Betriebssystem, während die Classic-Geräte die von METZ selbst entwickelte Menüoberfläche nutzen.

Das Qualitätsversprechen

Den zweiten Teil der Präsentation hielt Thomas Billing, Produkttrainer bei Metz CE GmbH. Er sprach über das Qualitätsversprechen, welches der deutsche TV-Hersteller seinen Kunden bietet. Der Anspruch qualitativ hochwertige 4K Fernseher zu produzieren beginnt bereit bei der Konzeption und Entwicklung der Modelle und zieht sich durch bis zur Produktion. Laut Aussage von Herr Billing braucht es schon 4-5 Produktionstage, damit mal ein Gerät mit einem Produktionsfehler auftaucht. Dieser fällt in der Regel in der Qualitätskontrolle auf und wird dementsprechend behoben. So hat sich METZ z.B. erst kürzlich in einen staubfreien Raum investiert, um LCD und OLED Panels mit kleineren Verschmutzungen reinigen zu können. Also erneut eine Investition in den Standort in Bayern.

Die Qualitätsversprechen von METZ
Die Qualitätsversprechen von METZ

Mit der Produktion und Qualitätssicherung ist ein METZ Classic TV noch lange nicht fertig. Die Premium-Geräte, unter anderem auch die OLEDs, bekommen eine TV-Kalibrierung verpasst, komplett mit Weißabgleich, Anpassung der Helligkeit, Kontrastwerte, Gammakurze uvm. Das spricht natürlich für den Hersteller, der seinem Kunden Out-of-the-Box das beste Bilderlebnis bieten möchte. Die OLED-Panels bleiben, bedingt durch den Zulieferer LG Display, zum größten Teil gleich. Im LCD-Segment hat sich METZ für eine technische „Aufrüstung“ entschieden, um dem Wertverfall entgegenzuwirken. So bekommt der METZ Blue Q36 z.B. ein UHD IPS Display mit Direct-LED-Backlight inkl. Local Dimming (Ab 49 Zoll) verpasst. Ebenfalls mit Direct LED und Local Dimming, die Metz Classic LCD TVs mit IPS-Panel (100 Hz) in den Größen 43 und 49 Zoll. Also eine Top-Ausstattung, für kleine 4K UHD Fernseher. Zusätzlich zum Bild legt METZ einen großen Wert auf eine gute Tonwiedergabe. Bei fast allen Geräten sind daher nach vorne gerichtete Lautsprecher verbaut, die klassische Down-Firing-Lautsprecher in dern Schatten stellen.

Klassische Fernbedienung kombiniert mit neuen Elementen (Liegt den METZ Classic TVs bei)
Klassische Fernbedienung kombiniert mit neuen Elementen (Liegt den METZ Classic TVs bei)

Doch nicht nur das Panel und die Lautsprecher ermöglichen ein gutes audiovisuelles Erlebnis, vor allem die damit verbundene Hard- und Software machen den Unterschied aus. Mit einem neuen Chassis, dass ebenfalls in Deutschland entwickelt wurde, soll sich die Gesamtperformance gegenüber dem Vorgänger-Chassis aus 2016 um rund 70% verbessert haben. Schnellere Bedienung, schnelleres Netzwerk und eine bessere Bildverarbeitung. Das METZ Betriebssystem, bzw. Android TV bei der METZ Blue Serie weiter gepflegt. Die Blue-Modelle erhalten z.B in Kürze Android in der Version 9 (Pie), während das hauseigene Betriebssystem mit sinnvollen Neuerungen, wie z.B. einen MP4 Export der aufgenommenen Fernsehinhalte überzeugt.

Fazit

Alles in allem, kann man gut nachvollziehen, wieso der Preispunkt von METZ etwas über den der Mitbewerber liegt. Es war auch sehr interessant einmal, das umfassende Profil des Herstellers präsentiert zu bekommen. Wie schon angemerkt, „vergisst“ man gerne mal den deutschen TV-Hersteller und das ist vielleicht auch einer der Gründe, wieso es LOEWE  zur Zeit so schlecht geht. Vielleicht wurde die teurere, aber qualitativ hochwertigere Alternative einfach vergessen. Und vielleicht sollten wir uns selbst mal an die Nase fassen und abwägen was uns wichtig ist – Preis oder Qualität.

10 KOMMENTARE

  1. Metz erkannte zeitig die Zeichen der Zeit und etablierte mit Skyworth die zweite Marke als Ableger MetzBlue. Diese Zeichen wurden leider bei Loewe zu spät erkannt.

    Metz Classic ist langfristig eine gute Investition.

    Klein aber fein sind TechniSat TVs zu einem anderen Preis. Im November sollen neue Modelle in 65 und 75 Zoll, ich vermute dass es keine OLEDs sein werden, eher Modelle mit Full LED Backlight und in 4K was kein Nachteil gegenüber OLEDs sein muss.

  2. Es ist schon merkwürdig. Autos und Küchengeräte müssen möglichst von namhaften deutschen Herstellern sein, und dürfen auch mehr kosten als die die Konkurrenz aus Asien. Bei Fernsehgeräten scheint man darauf kein Wert zu legen. Obwohl ich behaupte, dass der Qualitätsunterschied hier genauso zu bemerken ist. Und entgegen anderslautenden Gerüchten stammt bei den deutschern Herstellern (Loewe, Metz, Technisat) sehr wohl noch ein großer Teil der Wertschöpfung von deutschen Arbeitsplätzen. Ich hatte etliche Fernseher aus Fernost von einschlägigen Herstellern durch, allesamt keine schlechten Geräte, die meist Ihren Dienst versehen haben. Aber seit dem ich einen TV aus deutscher Produktion habe, ist der Unterschied sichtbar. Alleine das Design und die Ästhetik , aber auch Bild&Ton sind richtig wertig und meist den Samsung, LG’s und Co überlegen . Mir ist es daher unverständlich warum die deutschen Hersteller mit diesen Produkten es hierzulande so schwer haben. Und warum soll ich ein Nationalist sein, wenn mir Arbeitsplätze und Wertschaffung im eigenen Land wichtiger sind, als billige Massenware aus Fernost anzuschaffen ? Das idt das lächerlichste was ich je gehört habe. Also wer gerne etwas schönes und wertiges Wohnzimmer haben will, der solmte sich auch mal bei den deutschen TV Hersteller n umschauen.

  3. Warum wird eigentlich nur geschrieben das die Qualität so gut sein soll? Ich finde das die Qualität von LG, Sony, Samsung sehr gut ist was will man daran noch verbessern? Ich habe einen teuren Samsung und LG LCD und einen LG OLED und die Bildqualität ist sehr gut. Die Verarbeitungsqualität ist auch sehr gut also was soll ein deutscher Hersteller noch besser machen? Die Fernbedienungen füllen sich hochwertig an, das Menü ist angenehm bedienbar.

  4. Welchen Grund sollte es für mich geben einen Metz zu kaufen? Hab für mein Philips 803 er Oled 65 Zoll 2200 € bezahlt. Der hat ein Klasse Bild, tolles Ambilight, welches mir der Metz nicht liefern kann. Ich bin super zufrieden. Und wegen der hier angesprochenen Frontlautsprecher….für ein paar hunder mehr habe ich dann einen Philips 903 mit einen Klangriegel von der Edelmarke B&W darunter. Oder! Für die restlichen 2-3 Tausend Euro die ich sparen kann, bekomme ich schon ein richtig gutes hochwertiges Heimkinosystem oder ich fahre toll in den Urlaub, spare das Geld etc. Warum nun einen Metz zu so einem Mehrpreis kaufen. Nur weil es eine deutsche Marke ist? Beyerdynamic z.B. ist auch eine deutsche Marke, fertigt hier im Land und die haben nicht so unverschämt hohe Preise zur Konkurrenz.

  5. Ich gebe ja durchaus mehrere tausend Euro für einen hochwertigen Fernseher aus – aber sicher nicht für einen Markennamenaufkleber auf dem Gehäuse oder ein eingedeutschtes Menü.

    Selbst wenn „Metz“ das tun wollte, könnten die mit gerade mal 160 Mitarbeitern keinen modernen, konkurrenzfähigen Fernseher selbst herstellen – die können gerade mal Vertrieb und Lokalisierung von Skyworth-Geräten mit den paar Leuten in Europa organisieren.

    Ob Grundig, Osram oder Metz – das sind alles nur noch Namenshülsen, aufgekauft von Konzernen, die in Deutschland keinen relevanten Teil ihrer Wertschöpfungskette haben.

    • Das ist totaler Quatsch, den Sie da ablassen. Metz entwickelt und fertigt die Metz Classic Geräte weiterhin in Deutschland.
      Das leider viele Menschen totales Halbwissen verbreiten, ist das größte Problem der deutschen Hersteller!
      Hier erfährt man alles
      https://youtu.be/eH2S3bJPmPE

  6. Guten Abend, wie hier wedjedem Verstand und Wissen geredet wird…unglaublich. Ich repariere Metz und Loewe seit mindestens 10 Jahren… Einen Loewe mit Philips Software ist mir nicht bekannt, kenne ich nicht. Metz designt und fertigt seine Mainboard selber.
    Die gleiche Argumentation könnte ich bei Autos ansetzen und sagen, überall Bosch Lichtmaschinen drin, alles dasgleiche.
    Die Praxis spricht andere Bände, Samsung an UniCable Sat-Anlage, funktioniert nicht, da schlampig programmiert, GQ75Q9F verliert ständig alle Kabelsender, schlampig programmiert, 3 Jahre alter Samsung UE65KS8090 mit Panel und Mainboard-Schaden, Kunde hat ne Versicherung, die ihm das Geld hinterher wiedergibt, aber Samsung möchte das Geld per Vorkasse haben!!!! Bevor überhaupt jemand das Gerät geöffnet hat. 1800 Euro bitte schön! Das ist Innovation und Service!
    Sowas habe ich bei Metz und Loewe noch nie erlebt…..

  7. Junge Junge, also ich verkaufe die Gurken nur zu gerne, und zwar nicht, weil ich die Geräte so toll finde, sondern, weil ich mit der Provision an den Geräten mein armseliges Gehalt etwas aufstocken kann. Aber jetzt mal ehrlich, weder Classic noch Blue können Bild- und Softwaretechnisch bei den Premium Geräten der großen, Samsung, lg, Sony, Panasonic, mithalten. Besserer Klang? Nun ja, nimmt man ein Topmodel der oben genannten, mit einer vernünftigen Soundbar, ist man immer noch günstiger unterwegs und hat dann auch noch ein besseres Klangerlebnis. Qualität, ja, muss man ganz ehrlich sagen, die Classic kommen sehr selten zurück, und selbst dann liegt es meistens an dem Benutzer, das Klientel ist halt 65+. Die Blue Geräte sind genauso schlecht/gut wie die anderen, haben aber bis auf die oleds auch nur 50hz Panels. Apropos oled, das oleds sich einbrennen ist eine Tatsache, da muss ich mich bei manch einem „Experten-Dauer-Mega-Super-Test“ an den Kopf fassen. Und das Problem dabei ist, es ist kein Reklamationsgrund. Und das dämliche große Regenerationprogramm sollte man auch nich öfter als einmal im Jahr laufen lassen. Steht aber auch in den Handbüchern, aber wer liest das schon. Samsung versucht das Größtmögliche aus einer alten lcd Technologie herauszuholen, aber die brennen sich wenigstens nicht ein. Bin gespannt wie sich das mit den mleds oder den qdoleds entwickelt, denn im Moment treten irgendwie alle an der gleichen Stelle ohne große Innovationen, und da ich hier über Metz schreibe, die sind genauso wie wir alle deutschen, den Innovationen um Jahre hinterher, aber mit einer guten Qualität voran.

  8. Vielleicht sollte man bedenken, das der normale Konsument keine 4000+ für ein 65 OLED ausgibt, wo man für unter der Hälfe ein besseren OLED bekommt (je nachdem sogar als 75+ zoll)

    Made In Germany zählt bei Elektronik schon lange nicht mehr, da die Elektronik aus Asien kommt, genau wie die OLED Panels.
    Natürlich gibt es noch ein paar nationalisten die es kaufen, weil es aus deutschland kommt.
    Der Rest will lieber ein guten günstigen TV mit guter Qualität.

    Genau deshalb ist auch Loewe pleite, und die anderen sind es auch oder werden es, wenn sie sich nicht ändern.

  9. Teuer ja, aber hochwertig? Hatte mal kurze zeit ein Löwe und der hatte die selbe grottige Software wie mein Phillips davor. Aussen hui innen pfui. Mein nächster wird ein BFGD!!

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