Netflix crasht an der Börse: Schwacher Abonnentenzuwachs

Die Aktie von Netflix crasht derzeit an der Börse. Die Quartalszahlen offenbaren einen schwachen Abonnentenzuwachs, was mit einem Wertverlust von über 20 Prozent an der Börse quittiert wurde.


Der Anfang vom Ende oder nur eine kurzweilige, menschliche Überreaktion an der Börse? Wir werden sehen. Fest steht, nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen (Q4 2021), die mit einem Nutzerzuwachs von rund 8.3 Millionen neuen Abonnenten das gesteckte Ziel von 8.5 Millionen knapp verfehlten, rutschte die Aktie in den Keller. Was die Aktionäre jedoch so richtig abschreckte, ist wohl die Prognose für das laufende, erste Quartal dieses Jahres. Nur 2.5 Millionen neue Kunden sollen sich zur derzeitigen Nutzerbasis von 222 Millionen Abonnenten gesellen. Laut dem Management sei das erste Quartal 2022 mit nur wenigen großen Streaming-Premieren gesegnet. So gibt es neben der neuen Staffel von „Bridgerton“ noch den Science-Fiction-Blockbuster „The Adam Project“ zu sehen. Dieser startet jedoch erst Ende März.

Netflix: Abonnentenzuwachs gerät ins Stocken

Bei Netflix starten 2022 ganze 25 südkoreanische Originalserien.
Könnte ein weiterer Serien-Hit wie „The Squid Game“ aus Südkorea die Netflix-Talfahrt aufhalten?

Die Aktie konnte während der Coronavirus-Pandemie so richtig zulegen und womöglich folgt nun die lange überfällige Korrektur nach unten. Es konnten während der letzten zwei Jahre viele neue Abonnenten dazugewonnen werden, parallel steigen jedoch die Produktionskosten für exklusive Inhalte. In Nordamerika (USA und Kanada) scheint Netflix bereits alles abgefischt zu haben und die kürzliche Preiserhöhung wird auch sicherlich nicht dazu führen, dass viele neue Abonnenten generiert werden können. Deshalb versucht Netflix auch weiter in anderen Ländern zu wachsen. In Indien wurde z.B. kürzlich der Preis reduziert, um den Abonnentenzuwachs zu stärken.

Konkurrenten sind weitaus günstiger

Zudem wächst der Druck durch die Konkurrenz. Das größte „Übel“ ist derzeit sicherlich nicht Prime Video, sondern eher die „Newcomer“ Disney+, HBO Max oder Paramount+. Diese bieten viel alten und frischen Content und das meist zu weitaus günstigeren Preisen. Bei Netflix zahlt man in den USA derzeit 19.99 $US im Monat für das Premium-Abo (4K UHD, Dolby Atmos), während man einen breiten Film- und Serienkatalog bei Disney+ mit gleicher Qualität bereits für 8.99 $US bekommt.

Letztere freuen sich jedoch nicht wie angenommen über die ausgebremste Entwicklung von Netflix. Die Zahlen untermauern wohl den abflauenden Corona-Boom und so zog es auch die Aktien von Walt Disney, Roku, Viacom#CBS (Paramount+) in die Tiefe. Nicht so drastisch wie bei Netflix, aber immerhin. Ist der Streaming-Olymp bereits erreicht oder seht ihr in der Entwicklung nur eine kleine Flaute?

Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse

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14 Kommentare
  1. Ich bin seit Monaten schon weg von Netflix. Für mich selbst war das aktuelle Angebot einfach nicht mehr passend. Somit kann ich gut damit leben, sollte Netflix nicht nur an der Börse crashen.

  2. Netflix sollte ganz offiziell auch ein Single UHD Streaming Abo anbieten.

    Irgendwie doof, das man nur selbst teilen kann um einen günstigeren Preis zu erhalten…

    Dann doch lieber ganz offiziell UHD/HDR/1Stream anbieten zu einem angemessenen Preis, neben dem bisherigen „Family UHD Paket“:

    Netflix muss flexibler werden. Sonst geht es nur noch bergab!

  3. Gibt halt auch im Streaming Bereich kein unendliches Wachstum. Irgendwann ist die Masse einfach gesätigt oder merkt, dass es doch nicht so das wahre ist.

    Da müssen auch mal wieder neue (alte) Ansätze her.

    Würd mir wünschen, dass „Avatar 2“ das Thema 3D für Zuhause wiederbelebt, die TV Hersteller neue Geräte liefern und die Streaming Dienste das breit integrieren. Die TV Technik ist mittlerweile viel weiter (maximale Helligkeit bei OLED) und die Geräte sind günstiger zu produzieren.

    Zudem sind in der Vault der Majors etliche 3D Filme vorhanden, die es bisher nicht auf Disc geschafft haben.
    Also Disney könnte für Disney+ wirklich aus dem Vollen schöpfen…

  4. Man darf die Gaming Branche nicht vergessen. Ich zb zocke lieber als mir Serien oder Filme anzugucken. Und der Trend sagt ganz klar, dass in Zukunft im Gaming die größten Zuwächse zu erwarten sind.

  5. Das kommt davon, wenn man nur auf kurzfristigen Gewinn statt langfristige Qualität setzt.
    Früher hat Netflix das besser gemacht. Das rächt sich jetzt, und in Hinsicht auf Nachhaltigkeit sehe ich Disney+, HBO Max und Paramount+ aktuell im Vorteil.
    Und die mega-teure The Rings of Power Serie von Prime Video zeigt, dass auch Amazon da langfristiger plant. Diese Serie kann unmöglich kurzfristige Gewinne abwerfen. Das wissen die Leute bei Amazon garantiert.

    • Die Vergleiche hinken aber gewaltig. Früher hatte es Neflix auch leichter, da weniger Konkurenz da war. Bei Amazon wird alles quersubventioniert und hat eine breite Palette von Dienstleistungen, zudem ist deren Umsatz und Gewinn ein Vielfaches von Neflix.
      Disney hat mit ihren Filmstudios seit vielen Jahrzenten ein stabiler Standbein. Netflix ist eigentlich nur eine Plattform die lizensierten Content bündelt, die Eigenproduktionen sind da nur paar unbedeutende Krümmel vom Kuchen

      Netflix müsste deutlich stärker gegen Account Sharing vorgehen und zeitgliech die Preise dementsprechend anpassen.
      Es bringt mMn auch nichts in einkommenschwache Länder zu investieren da fällt kaum Gewinn ab und sorgt nur für Unmut der Anderen die deutlich mehr zahlen sollen/müssen.
      Hier zahlt man für Premium fast 20€ in der Türkei umgerechnet nichtmal 5€ für nahezu den selben Contentkatalog.

      • Das ändert alles nichts daran, dass eine Firma ohne nachhaltige Planung auf Dauer kaputt geht. Seine Kunden wegen der Aktionäre zu vernachlässigen, ist alles Andere als nachhaltig.
        Wenn sich manche Länder für Netflix nicht lohnen, wäre es klüger, da rauszugehen.
        Und es ist sehr zweifelhaft, dass Netflix ohne Account Sharing mehr Kunden hätte. Bei den aktuellen Preisen wären es wahrscheinlich weniger.

        • Die Aktonäre sind nunmal Geldgeber und Geld was man nicht hat kann man auch nicht investieren. Banken wollen das geld von Krediten mit Zinsen ja auch zurück
          Bringt ja nicht wenn man Zeug einkauft was keiner sehen will. Eigenproduktionen sind teuer und je nach Projektgröße vergehen Jahre bis die ersten Einnahmen kommen. Schulden müssen auch irgendwann abgebaut werden.
          Durch Corona fehlt der Produktionsbrache rund ein Jahr, das hat auch deutliche Auswirkungen, das wurde sicherlich nicht eingeplant oder war zuvor vorhersehbar.

          Würde NF nicht nachhaltig handeln wären sie schon total überschuldet und pleite

          Mir wäre es auch lieber die würden die Preise und max Geräteanzahl entschlacken. wenn sich 4 Personen aus verschiedenen Haushalten Kosten teilen, und NF würde gegen Accountsharing vorgehen, werden die 3 anderen sich, gerade als NF Fan, selbst einen Accout zulegen statt darauf zu verzichten. Selbst wenn einer abspringt sind es 2 weitere Neukunden. Die Preise müssen natürlich auch angepasst werden

          • „Bringt ja nicht wenn man Zeug einkauft was keiner sehen will.“
            Das bezweifelt niemand. So wäre es auch nicht nachhaltig. Nur Serien wie z. B. Jupiter’s Legacy waren, so viel ich weiß, erfolgreich und wurden trotzdem abgesetzt, wahrscheinlich wegen der Produktionskosten. Mit weiteren Staffeln hätte eine solche Serie sich wohl mittelfristig bezahlt gemacht. Eine Staffel ohne Ende der Story lohnt sich finanziell mittel- bis langfristig noch weniger. Und dann planen die meines Wissens noch einen Spin-Off davon, fast ohne Original. Das Millarverse kann im Einkauf nicht billig gewesen sein. Darum halte ich diese Vorgehensweise für falsch, weil Netflix so definitiv Geld wegschmeißt.
            Jedenfalls gibt es hier aktuell viel mehr Leute, die wegen dieser Kurzsichtigkeit mit Netflix unzufrieden sind, als vorher. Das ist garantiert nicht nachhaltig, weil die Unzufriedenheit überall Anders wahrscheinlich ähnlich sein wird, vor Allem, wenn die Konkurrenz zunimmt.
            Dune, Part 1 hat für Warner wahrscheinlich auch noch keinen wirklichen Gewinn gemacht, aber die planen langfristig mit ihrer Franchise, die sich dann ab 2023 bestimmt bezahlt machen wird. Warner hat in den letzten Jahren auch nicht immer sinnvoll geplant, aber die scheinen daraus gelernt zu haben.
            Nachhaltige Planung hat Aktionären auch mittel- bis langfristig nie geschadet. Das sieht man z. B. bei Amazon.

  6. Irgendwann ist der Zenit eben erreicht. Irgendwann ist die Kundenaquise erreicht. Aber auch der der Preisschraube. Corona-Boom alleine wird es nicht sein. Neben den Preiserhöhungen macht sich sicherlich auch der Wegfall von Disney bemerkbar. Zudem allgemein die Konkurrenz nicht schläft. Da muss schon etwas mehr her. Wäre z.B. der 3D-Sound in deutsch, zumindes 2k mit voller Bitrate und könnte man die Filme speichern, sprich sammeln, wäre ich sofort dabei. Aber so….

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