Netflix kündigt Karteileichen das Konto

Netflix hat ein ungewöhnliches Manöver gestartet: Abonnenten, die ihr Konten zahlen aber nicht nutzen, kündigt man das Konto. Damit will der Streaming-Anbieter helfen, unnötige Ausgaben zu vermeiden.


So erklärt Netflix seinen Schachzug folgendermaßen: Man wolle verhindern, dass es Kunden gebe, die zwar für das Abonnement zahlen, es aber faktisch gar nicht beanspruchen. Auf lange Sicht führe das nur zu Ärger und das sei dann eben auch nicht in Netflix Sinne. Man habe schließlich kein Interesse daran Kunden zu binden, die keine Freude am eigenen Angebot hätten.

Deswegen verschickt Netflix aktuell ohne Aufforderung E-Mails an diese Karteileichen. Konkret sind das Abonnenten, die Netflix vor einem Jahr abonniert haben, aber seitdem auch nicht mehr genutzt haben. Parallel schreibt man auch Nutzer an, die schon länger Bestandskunden sind, aber seit zwei Jahren keine Inhalte mehr abgerufen haben. Betroffene erhalten E-Mails und sehen auch innerhalb der Netflix-App einen Hinweis.

Wer dann nicht aktiv bestätigt, dass er sein Abonnement weiterführen möchte, wird von Netflix zum Monatsende automatisch gekündigt. Laut Netflix solle es sich bei dieser Gruppe von Nutzern aber nur um weniger als 0,5 % der Abonnenten handeln. Laut Netflix solle es genau so einfach sein das Streaming-Angebot zu abonnieren wie auch es zu kündigen.

Die Strategie von Netflix überrascht

Dabei ist die Strategie von Netflix eher überraschend. Denn normalerweise haben Anbieter gegen stillschweigende Zahler absolut nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Sicherlich will man mit diesem Schachzug aber auch Imagepflege in der Corona-Krise betreiben. Zudem weist Netflix darauf hin: Wer sein Konto kündige bzw. gekündigt werde und innerhalb von 10 Monaten wieder beitrete, könnte immer noch auf seine vorherigen Profile und Favoriten zugreifen.

Ansonsten hoffe man bei Netflix, dass auf diese Weise vielleicht einige Menschen etwas sauer verdientes Geld sparen. Man freue sich natürlich, sollten die abspringenden User vielleicht später zum Streaming-Angebot zurückkehren.

QuelleNetflix
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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5 Kommentare

  1. Vielleicht hat es mit Lizenzen zu tun, das die anhand der Kunden zu zahlen sind. Und wenn man so die Kundenzahl teduzieren kann werden die Lizenzen günstiger

  2. Netflix will wohl sein Image wieder etwas aufpolieren, nachdem
    während der Drossel-Aktion Stimmen laut geworden sind, dass sie es nur aufs Geld abgesehen haben.

  3. Das ist wirklich sehr seltsam und es passt überhaupt nicht zu den lange bestehenden Gerüchten, Netflix wäre so hoch verschuldet. Dann wären auch 0,5% der Abonnenten nicht egal.

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