Netflix schwächelt im zweiten Quartal 2019

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Netflix enttäuscht die Anleger derzeit mit geringem Wachstum

Netflix muss seine Anleger im zweiten Quartal 2019 enttäuschen: So hat das Wachstum abgebaut und der Zeitpunkt könnte nicht schlechter sein. Denn schon bald starten viele neue Konkurrenten im Streaming-Markt durch.


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So hat Warner erst kürzlich HBO Max vorgestellt und natürlich sind da auch noch andere Anbieter wie etwa Disney mit Disney+ oder Apple als Neueinsteiger mit Apple TV+. Nun konnte Netflix innerhalb der letzten drei Monate, bis Juni 2019, international nur 2,7 Mio. neue Abonnenten gewinnen. In den USA sank die Zahl der Abonnenten sogar um ca. 130.000 Kunden. Vielleicht haben sich die Preiserhöhungen des Streaming-Anbieters nun doch bemerkbar gemacht?

Netflix hatte selbst zuvor ein Wachstum von 5 Mio. neuen Nutzern prognostiziert. Mit den erreichten 2,7 Mio. Usern bleibt man also weit hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Aktionäre quittierten die Ergebnisse mit einem Sturz der Aktien um zeitweise 13 %. Viele Marktbeobachter geben sich allerdings wenig überrascht. Sie nehmen an, dass das geringe Wachstum nicht nur an den Preiserhöhungen liegt, sondern auch daran, dass Netflix in den letzten drei Monaten relativ wenige zugkräftige Eigenproduktionen vorweisen konnte.

Betrachtet man die Umsätze, sieht es dennoch in Ordnung aus: Man steigerte die Umsätze im zweiten Quartal 2019 im direkten Vergleich mit dem zweiten Quartal 2018 um 26 % – auf rund 4,9 Mrd. US-Dollar. Ein Gewinn von 270,7 Mio US-Dollar wurde erreicht. Die Zukunft wird für Netflix dennoch ungleich schwieriger: Denn große Studios wie Disney und Warner ziehen ihre bisher an Netflix lizenzierten Inhalte wie die Marvel-Filme und Dauerbrenner wie „Friends“ zugunsten ihrer eigenen Streaming-Angebote ab.

Netflix kann dennoch noch viel Potential ausschöpfen

Netflix hat dennoch noch viele Möglichkeiten seine Einnahmen zu steigern. Beispielsweise gibt es nur wenige der Eigenproduktionen des Streaming-Anbieters als physische Veröffentlichungen. „Stranger Things“ etwa ist nur in den USA exklusiv über die Kette Target als Ultra HD Blu-ray zu haben. Mit Lizenzen an Vertriebspartner könnte man hier sicher noch viele Mehreinnahmen generieren. Auch Merchandise zu seinen Eigenproduktionen bietet Netflix kaum an. Da wartet also noch ein möglicherweise sehr lukrativer Markt.

Werbung wiederum schließt Netflix weiterhin rigoros aus. Das ist aber sicher auch die bessere Strategie, denn Bestandskunden könnte das abschrecken. Lieber möchte man also auch weiter mit seinen Inhalten punkten.

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