Netflix verwirrt Abonnenten mit ersten Tests zum Anti-Passwort-Sharing

Netflix erprobt in Teilen Südamerikas bereits Maßnahmen gegen das Passwort-Sharing. Doch die Nutzer sind dort bisher eher verwirrt von dieser Strategie.


So experimentiert der Streaming-Anbieter in Peru, Chile und Costa Rica mit Maßnahmen gegen das Teilen von Accounts bzw. Passwörtern mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts. International will man diese Maßnahmen ja voraussichtlich Ende 2022 für alle Abonnenten umsetzen. Schon jetzt ist das Account-Sharing über den eigenen Haushalt hinaus offiziell durch die Nutzungsbedingungen von Netflix untersagt. Stillschweigend toleriert man es aber (noch).

Aufgrund der schwindenden Abonnentenzahlen und der damit verbundenen Einbrüche des Aktienkurses will Netflix aber jetzt rigide gegen das verdeckte Account-Sharing vorgehen. Man will es dann zwar offiziell erlauben – aber nur gegen einen Aufpreis. Zusätzlich plant Netflix einen Tarif mit Werbung, um neue Abonnenten mit vergünstigten Preisen zu locken.

Die ersten unfreiwilligen Testpersonen in Peru sind aber offenbar von Netflix Strategie eher irritiert. So haben dort einige Nutzer unvermittelt Hinweise auf den Aufpreis für das Account-Sharing erhalten. Sie wurden aber nach eigenen Angaben nicht im Vorfeld per E-Mail über die Anpassungen informiert und fühlten sich offenbar sehr vor den Kopf gestoßen.

Netflix geht noch uneinheitlich gegen Account-Sharing vor

Zudem ist Netflix wohl noch sehr vorsichtig: Selbst die User, denen das kostenpflichtige Passwort-Sharing nahegelegt worden ist, wurden nicht vor negative Konsequenzen gestellt, wenn sie es ignorierten. Netflix versteht im Übrigen unter einem Haushalt, in dem das Teilen des Passworts weiterhin kostenfrei bleibt, Personen, die gemeinsam an einer Adresse leben. Beispielsweise zählen Kinder, die bereits ausgezogen sind, logischerweise nicht mehr zum Haushalt der Eltern.

 

Am Ende versucht Netflix wohlbedacht an die Sache heranzugehen. Einerseits will man von Trittbrettfahrern einen Obolus kassieren, andererseits aber auch keine neue Kündigungswelle riskieren. Auch andere Streaming-Anbieter dürften das Vorgehen sicherlich interessiert beobachten und je nach Erfolg eigene Maßnahmen abwägen.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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7 Kommentare

  1. Ich glaube Netflix wird sterben. Ich zum Beispiel habe meinen Computer inklusive Server hinter eine VPN die ständig wechselt. Das würde wie das angesprochenen Sharing aussehen. Sollte das untersagt werden würde ich per sofort kündigen!!!!

  2. Ich frage mich, wie die Account-Sharing sicher feststellen wollen. Was ist z. B., wenn mehrere Leute aus einem Haushalt in den Ferien weit voneinander entfernt Urlaub machen und dabei Netflix nutzen? Würde das nicht wie Account-Sharing wirken?
    Wenn mehrere Haushalte im selben Haus einen WLAN-Router zusammen nutzen, würde das für Netflix nicht erkennbares Account-Sharing ermöglichen, oder irre ich mich da?

  3. Damit gräbt sich Netflix sein eigenes Grab geschaffen. Die sollen auch 1er Accounts in UHD Hdr für einen vernünftigen Preis anbieten. VGA ist wohl etwas aus der Zeit gefallen

    • Wieso die Abos noch mehr zerpflücken? Die sollen einfach zusehen, dass die ihr Abomodell an das von der Konkurrenz anpassen.

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