Netflix: Werbefinanzierter Tarif versieht nicht alle Inhalte mit Werbung

Netflix werbefinanzierter Tarif wird nicht alle Inhalte mit Werbung bestücken. Inhalte für Kinder bleiben offenbar verschont.

Einerseits hat sich das wohl daraus ergeben, dass einige Partner Netflix mitgeteilt haben sollen, dass sie keine Werbung bei ihren Filmen und Serien für Kinder wünschen. Andererseits will Netflix aber auch bei seinen Eigenproduktionen für Kids auf Werbung verzichten. Wir vermuten, dass dies weniger Altruismus geschuldet ist, sondern, dass man damit in ein Wespennest stechen könnte. Denn in vielen Regionen, unter anderem auch in der EU, ist sehr streng geregelt, wann und wie Kinder mit Werbung angesprochen werden dürfen.

Auch Netflix Film-Eigenproduktionen sollen jeweils zum Start ohne Werbung auskommen. Hier hatten offenbar die Filmemacher Bedenken, die ihre Werke zum Start nicht von Werbeclips verunstaltet sehen wollten. Dem habe Netflix rasch nachgegeben. Offiziell sind all diese Angaben aber noch nicht. Denn Netflix selbst verrät offiziell bisher nur wenige Details zum werbefinanzierten Tarif des Streaming-Angebots. Immerhin hatte man schon Microsoft als offiziellen Partner bestätigt.

Netflix kredenzt regelmäßig neue Animationsfilme und -serien.
Netflix kredenzt regelmäßig neue Animationsfilme und -serien.

Es deutet sich auch schon an, dass der werbefinanzierte Tarif leider die Download-Option streichen wird. Ebenfalls wurde offiziell bestätigt, dass einige Inhalte fehlen werden. Dies führt man auf seine Lizenzvereinbarungen zurück. Da soll Netflix ohnehin aktuell emsig mit Partnern verhandeln, denn die Deals mit den Studios müssen angepasst werden, um den werbefinanzierten Tarif überhaupt zu ermöglichen.

Netflix will Abonnenten zurückgewinnen

Netflix musste in diesem Jahr empfindliche Einbrüche seines Aktienkurses hinnehmen, nachdem man gegenüber Investoren mitgeteilt hatte, dass man Abonnenten verloren hatte. Kontern will man dies eben nun mit einerseits dem werbefinanzierten Angebot und andererseits mit einem schärferen Vorgehen gegen das Account-Sharing. Letzteres ist über den eigenen Haushalt hinaus zwar bereits offiziell untersagt, wurde aber lange stillschweigend geduldet. Bald soll es nur noch gegen einen Aufpreis möglich sein.

In der EU könnte man Streaming-Anbieter wie Netflix zu einer Daten-Maut verpflichten.
In der EU könnte man Streaming-Anbieter wie Netflix zu einer Daten-Maut verpflichten.

Analysten rechnen damit, dass Netflix jährlich 3 bis 4 Mrd. US-Dollar mit Werbung verdienen könnte. Damit würde der Streaming-Anbieter rasch zu einem wichtigen Partner der Werbeindustrie werden. Letztere sucht ebenfalls nach neuen Chancen, denn über das lineare Fernsehen erreicht man insbesondere das junge Publikum immer schlechter.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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2 Kommentare
  1. Bin gespannt ob man mit dieser Strategie mehr Kunden anlockt. Der einzige Grund, neben den Inhalten, Streamingdienste zu abonnieren ist doch das es keine Werbung gibt.

    • Weil es keine Werbung gab war für die meisten eher nebensächlich, früher war P/L sehr gut und deshalb war NF ein spitzen Unterhaltungsdienst. Wäre da von Anfang an Werbung dabei gewesen, hätte 99,9% den Dienst dennoch abonniert mangels Alternativen.
      So lange es nicht mit der Werbung übertrieben wird und diese nur am Anfang des Streams gesendet wird, ist dass doch nicht schlimm. Wer sie nicht will soll halt den Vollpreis zahlen.
      Viele schauen jetzt halt mehr auf Geld, da sollte man doch nicht noch meckern wenn man etwas was man will, billiger bekommt und dafür nur ein paar Sekunden Werbung ansehen kann (nicht muss!!! man kann sich ja die Augen und Ohren zuhalten;) )

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