Netflix: Werbefinanzierter Tarif wird nicht alle Inhalte enthalten

Netflix hat bei der Bekanntgabe seiner jüngsten Finanzergebnisse auch seine Pläne für den werbefinanzierten Tarif etwas konkretisiert. Starten soll die neue Stufe Anfang 2023.


Eigentlich ging es um die Einnahmen im zweiten Quartal 2022, doch dabei sprach der Co-CEO Ted Sarandos auch viele andere interessante Punkte an. So bestätigte er, dass eben der geplante werbefinanzierte Tarif von Netflix Anfang 2023 ins Rennen geschickt wird. Genauer werden, wollte der Manager aber noch nicht. Er erklärte zumindest, dass man wohl im ersten Schritt in ausgewählten Märkten loslegen werde, in denen Werbung eine besonders große Rolle spielt.

„Netflix Light“ mit Werbung

Ziel sei es, schnell dazuzulernen und die Strategie um die Einbindung von Werbung rasch zu optimieren. Es sei also wahrscheinlich, dass Netflix mit Werbung in wenigen Jahren drastisch von den Anfängen abweichen werde. Bekannt ist ja bereits, dass Netflix für seinen werbefinanzierten Tarif mit Microsoft kooperiert. Es gibt aber auch einen deftigen Wermutstropfen: Nicht alle Inhalte werden im werbefinanzierten Tarif inbegriffen sein.

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Netflix will auch gegen Account-Sharing vorgehen.

Sarandos begründet dies damit, dass man die Rechte mit seinen Partnern teilweise neu aushandeln müsse. Man werde aber laut Sarandos das Gros der Inhalte auch im werbefinanzierten Tarif zeigen und befinde sich derzeit in Gesprächen mit Partnern. Alle Inhalte werden es aber leider nicht sein. Das dürfte doch einige interessierte Nutzer enttäuschen.

Netflix verliert weiterhin Abonnenten

Im zweiten Quartal 2022 musste Netflix im Übrigen netto ca. 970.000 Abonnenten abschreiben. Zuvor rechnete man mit einem Minus von ca. 2 Mio. Abonnenten, steht also am Ende besser dar, als erwartet. Im dritten Quartal 2022 will Netflix wieder ein Plus von 1 Mio. Abonnenten erzielen. Analysten rechnen damit, dass der kommende werbefinanzierte Tarif bei Netflix in der Tat für ein Plus an Abonnenten und neue Einnahmen sorgen dürfte.

In der EU könnte man Streaming-Anbieter wie Netflix zu einer Daten-Maut verpflichten.
Netflix stellt sich für die Zukunft neu auf.

Zusätzlich will Netflix gegen das Account-Sharing vorgehen und in Zukunft nur noch ermöglichen, dass fremde Haushalte mitschauen, wenn Mehrkosten gezahlt werden. Derzeit experimentiert man da mit verschiedenen Modellen in Südamerika. Nach Auswertung jener Experimente will man dann weltweit passende Maßnahmen einführen.

QuelleVariety
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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4 Kommentare
  1. Da habe ich kein Problem mit, solange die Haufen schlechten Inhalte gesperrt bleiben.
    Mich interessieren ja nur die guten Serien und Filme.

    • Und Du meinst, dass ausgerechnet die, die Du persönlich gut findest, dann im werbefinanzierten Tarif mit dabei sein werden? Ist Dir klar, wie unwahrscheinlich das ist? Reality Check!

    • Die Eigenproduktionen werden sicher alle dabei sein, aber auf einige Lizenztitel wird man dann wohl verzichten müssen. Das werden bei Netflix aber ja ohnehin immer weniger.

      • Ist ein Argument. Ich gucke bei Netflix aber auch gerne manche Lizenztitel und ich hasse weiterhin Werbung. Für mich ist dieser werbefinanzierte Tarif also keine Option.

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