Samsung Display meldet Erfolge bei der Entwicklung von „QD-OLED 2.0“

Samsung Display hat neue Materialien entwickelt, um QD-OLED-Displays kostengünstiger und effektiver zu machen. Dabei setzt man auf phosphoreszierende, blaue OLEDs.

Die roten und grünen Subpixel in OLED-Displays bestehen aus phosphoreszierenden Materialien, die eine 100-prozentige Effizienz in Bezug auf die Helligkeit gewährleisten. Lediglich die blauen Pixel sind aus fluoreszierendem Material, das nur eine Effizienz von 25 Prozent aufweist. Das ist unter anderem auch der Grund, wieso bei WRGB-OLED-Displays von LG mit einem weißen Subpixel nachgeholfen wird und Samsung bei seinem neuen QD-OLED-Display gleich drei Schichten mit blauem OLED-Material einsetzt. Nur so ist es möglich, dass die blaue Farbhelligkeit mit den anderen Farbkompositionen mitspielen kann.

Neues Material liefert vielversprechende Ergebnisse

Im Prinzip ist Fluoreszenz und Phosphoreszenz das Gleiche. Bei ersterem endet die Lichtemission nach der Bestrahlung innerhalb von millionstel Sekunden, während es bei phosphoreszierenden Materialien einige Millisekunden oder länger dauern kann. Weil die blauen OLED-Materialien nicht so effizient arbeiten, benötigt Samsung für seine QD-OLEDs gleich mehrere Schichten, was die Kosten für die Produktion erhöht. Deshalb arbeitet Samsung Display bereits an phosphoreszierenden blauen OLED-Pixeln, die die gleiche Effizienz wie das grünes und rotes OLED-Material aufweisen soll. „Arbeiten“ ist dabei noch untertrieben. Professor Kwon Jang-hyuk von der Kyung Hee Universität hat bereits eine akademische Schrift zum Thema veröffentlicht.

QD-OLED 2.0 Prototyp noch 2022?

Kwon Jang-hyuk präsentiert seine Forschungsergebnisse zu "QD-OLED 2.0" auf der SID 2022 || Thelec
Kwon Jang-hyuk präsentiert seine Forschungsergebnisse zu „QD-OLED 2.0“ auf der SID 2022 || Thelec

Wie er gegenüber dem koreanischen Magazin Thelec betont, „priorisiert Samsung Display die Anwendung von phosphoreszierendem blauem OLED-Material für seine fortschrittlichen TV-Panels“. Damit ist natürlich QD-OLED gemeint. Nicht nur in der Theorie, auch in der Praxis macht die Weiterentwicklung von QD-OLED Fortschritte. Samsung Display wird wohl bereits im Laufe des Jahres die neue Pixelstruktur sowie einen Prototyp mit „QD-OLED 2.0“ vorstellen. 

Kommerzielle Nutzung bereits 2024?

Funktioniert alles wie geplant, könnte Samsung zukünftige QD-OLED-Displays weitaus günstiger und einfacher produzieren. Vielleicht übertrifft die neue Variante sogar den Vorgänger in puncto Helligkeit und Farbhelligkeit. Im Bestfall verbessert Samsung im gleichen Zug die Pixelstruktur des Displays, damit Farbsäume bei QD-OLED-Monitoren bei Desktop-Anwendungen nicht mehr so ins Gewicht fallen. Wir werden uns noch etwas gedulden müssen. Jedoch hört sich der Bericht von Thelec.net schon sehr vielversprechend an. Die US-Firma UDC hatte noch im Februar 2022 angemerkt, dass man mit der kommerziellen Verwertung von OLED-Displays mit phosphoreszierenden blauen Materialien in 2024 rechnet.

Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse

Neuste Beiträge

Mehr Beiträge

Die Kommentare werden moderiert. Wir bemühen uns um eine schnelle Freischaltung! Die Kommentarregeln findet ihr HIER!

2 Kommentare
  1. Die Industrie lernt einfach nicht dazu!

    Schon beim Farbfernsehen wurden die Geräte sowohl im Sendestudio wie auch die Fernseher für die Kunden mit derart heisser Nadel gestrickt, dass sie starben wie die Fliegen und die Techniker in den Sendestudios Blut und Wasser schwitzten, dass die Geräte die Dauer der Sendung ohne Defekt durchstehen.

    Das Gleiche bei der Quadrophone: auch hier wurde gross versprochen, aber die Technik war alles andere als marktreif, was dann zu dem allseits bekannten Flop führe, der die Industrie Riesensummen und einigen Herstellern die Existenz kostete.

    Wenn man diesen Bericht liesst, ist wohl auch OLED eine Technik, die man gerade so hinbekommen hat. Fertig entwickelt scheint sie aber noch nicht zu sein, Zwar hat sie der Kunde ‚geschluckt‘, auch mangels Alternativen, aber das Trauerspiel der Industrie bleibt bestehen und der Kunde ist am Schluss der Dumme.

Schreib einen Kommentar und teile deine Meinung!

Bitte trage deinen Kommentar ein
Bitte trage deinen Namen hier ein

ABONNIERT UNSEREN KOSTENLOSEN NEWSLETTER

Beliebte Beiträge