Samsung: TVs des Jahres 2019 mit vorinstalliertem Virenscanner von McAfee

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Samsung will seine TVs über McAfee absichern
Samsung will seine TVs über McAfee absichern

Samsung hat mit den Experten für Cyber-Sicherheit, McAfee, eine Partnerschaft abgeschlossen. Das an sich ist altbekannt. Doch nun erweitert man jene Kooperation auch auf Smart TVs. Deswegen wird auf den Samsung-Fernsehern des Jahres 2019 der Virenscanner von McAfee ab Werk vorinstalliert sein.


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Nun ist natürlich die Frage, wie man das bewertet: Einerseits ist es eine gute Sache, wenn die Sicherheit an Smart TVs verbessert wird. Andererseits dürfte ein vorinstallierter Virenscanner dafür ein suboptimales Mittel sein. Denn letzten Endes scannt das Tool von McAfee nun zu installierende Apps, die man aber ohnehin nur von Samsung selbst aus dem App Store bezieht. Entsprechend mutet die Maßnahme eher nach Augenwischerei an.

Denn auf die Dauer wäre es begrüßenswerter, wenn Samsung generell sein TV-Betriebssystem Tizen in Sicherheit und Stabilität verbessern würde. Anders als bei Windows-PCs, dürfte es bei Tizen allerdings ohnehin wenig lohnenswert für Kriminelle sein extra Malware zu entwickeln. Denn zum einen ist das System deutlich weniger verbreitet und zum anderen ist es ungleich schwerer die Schadsoftware überhaupt auf Geräte zu hieven.

McAfee hat einen Deal mit Samsung abgeschlossen
McAfee hat einen Deal mit Samsung abgeschlossen

So gibt Samsung zwar an, dass man sich entschlossen habe McAfee auf seinen Fernsehern des Jahres 2019 zu installieren, um Kunden vor Malware zu schützen, am Ende dürfte aber einfach der allgemeine Kooperationsdeal mit McAfee den Ausschlag gegeben haben. So erhält Samsung von McAfee Geld dafür, dass man dessen Software auf seine Geräte hievt. Da sah man dies wohl als eine Möglichkeit an, um einen kleinen Bonus einzustecken.

McAfee-Virenscanner ist in der Praxis eher Bloatware als nützlich

Auf Fernsehern kann man den McAfee-Virenscanner daher wohl als unnötige Bloatware abstempeln. Offen ist noch, ob es eventuell möglich sein wird die Software wenigstens manuell zu deinstallieren. Das dürfte der Wunsch vieler Anwender sein, damit nicht unnötig Ressourcen in Anspruch genommen werden. Doch aktuell ist es, wie es eben ist: Auf Samsungs kommenden Fernsehern des Jahres 2019 wird McAfee ab Werk installiert sein und Apps nach unerwünschter Schadsoftware absuchen.

Samsung präsentiert die Q950R 8K QLED Fernseher im Rahmen des EU Forums 2019
Samsung präsentierte die Q950R 8K QLED Fernseher im Rahmen des EU Forums 2019

Was McAfee davon hat, wenn man an Samsung auch noch zahlen muss, dafür dass die hauseigene App vorinstalliert wird? Nun, der Markenname erhält Präsenz und man verspricht sich davon, dass der ein oder andere Laie, der „McAfee“ auf seinem Smart TV aufblitzen sieht, vielleicht auch an anderen Geräten zu den kostenpflichtigen Sicherheitslösungen des Unternehmens greift.

QUELLETechSpot
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8 KOMMENTARE

  1. Danke für die kritische Sichtweise. Ganz genau waren nämlich sofort auch meine Gedanken, als ich nur schon den Titel des Berichts gelesen habe. Ressourcenfresser und Kohlemacherei fasst es in einem Satz zusammen. Auch die Frage nach einer manuellen Deinstallation, hatte ich mich direkt gestellt. Und, ob es sich dabei nur um Präsenz handelt, ist zudem noch fraglich. Was passiert nach z.B. 1 Jahr? Muss der Kunde dann dafür bezahlen? Und falls ja, was passiert, wenn er das Abo nicht verlängert? Mein Gott, was bin ich froh, dass ich mich dazu entschlossen habe, nie mehr was von Samsung zu kaufen.

  2. Ich hatte mich schon intensiv mit der Anschaffung eines QLED 65 Q9FN beschäftigt, aber aufgrund der vielen negativen Berichte zu Werbeeinblendungen (TV Plus) davon Abstand genommen. Wenn ich ein Premium TV-Gerät kaufe, will ich über die installierten Apps entscheiden dürfen. Eine Routerkonfiguration will ich dafür nicht erst noch studieren müssen.
    Wenn es verschiedene Preismodelle geben sollte, billiger – dafür mit Werbung (+Bloatware) oder teurer – dafür ohne Werbung, ich würde das teurere nehmen.
    Daher habe ich mich nun auch gegen ein neues Samsung Galaxy Phone entschieden, zuviel Bloatware!

  3. Samsung TVs sind leider voller Bloatware. Das betrifft nicht nur neue Bloatware wie McAfee, sondern z.B. auch das nicht deinstallierbare TV Plus. Tizen ist an sich ein solides OS, es stürzt nicht ab und ist auch flüssig in der Bedienung. Hier unterscheidet es sich meiner Einschätzung nach von Android TV. Dennoch schafft es Samsung, dieses eigentlich gute System mit derlei Kundengängelung zu ruinieren. Dies ist insbesondere bei Samsung’s Premiumgeräten nicht akzeptabel.

    Diese Art der Kundengängelung, sowie der Verzicht auf Dolby Vision (HDR10+ ist eine Totgeburt) und die nicht vorhandenen Samsung OLEDs sprechen für mich gegen die Anschaffung eines Samsung TVs. Die Bloatware und HDR10+ könnte Samsung relativ schnell abstellen, wenn es den Willen dazu gäbe.

    Ich für meinen Teil bleibe der Marke Loewe treu – sehr gute OLED TVs mit Soundbar und flüssigem, schlanken OS. Es gibt für die Loewe TVs zwar nicht so viele Apps, aber das deckt bei mir Apple TV vollständig ab. Bei Loewe kann ich auch davon ausgehen, dass es zu derartiger Kundengängelung und Bloatware nicht kommen wird.

    • Tizen OS ist allerdings in Bezug auf Sicherheit ein uraltes Scheunentor, das seitens Samsung nicht gepflegt wird.

      Ganz im Gegensatz zu Google. Ich persönlich halte von den Smart TVs sowieso wenig.

      • Mein TV ist in der Regel offline, womit die Sicherheitsprobleme gen Null gehen dürften. Ich habe wie gesagt einen Apple TV angeschlossen, der alle nötigen Apps an Bord hat. Der bekommt auch länger Updates und läuft schneller als jeder Smart TV.

        Android TV kommt mir nicht ins Haus, die Sony-Foren sind voll mit Problemen. Das sind dann zum Teil auch Probleme, die Sony erst mit Updates geschaffen hat.

        • Sehe ich ähnlich.

          Allerdings wird die überwältigende Mehrheit darüber keine Gedanken verschwenden und die Dinge so nehmen wie sie sind.

          • Bis zu einem gewissen Punkt ist das richtig. Die internen Apps können mangels Updates irgendwann nicht mehr funktionieren, so zuletzt geschehen mit 2013er LG TVs und YouTube.

            Es reicht im Prinzip, wenn Netflix, Amazon, Google etc. im Hintergrund ein Protokoll ändern und die jeweilige App kein entsprechendes Update bekommen hat – dann ist Schicht im Schacht. Die mangelnden Systemupdates sind zwar auch bei (Android-)Smartphones der Fall, aber da es dort nur noch 2 Plattformen (iOS & Android) gibt, hält sich das Problem in Grenzen. Auf Smart TVs gibt es zig verschiedene Plattformen mit jeweils älteren und neueren Systemversionen… Da wird dann seitens der App-Anbieter schneller mal die Unterstützung gestrichen. Und da ein TV üblicherweise länger genutzt wird als ein Smartphone, ist das natürlich schlecht.

  4. Gut geschriebener Artikel, danke!
    Helfen wird’s allerdings wohl eher nicht, die ahnungslosen potentiellen Käufer lesen so etwas wie dies hier meist nicht…

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