Wir haben für euch die SofaBaton X2 Universalfernbedienung getestet. Kann es die Fernbedienung endlich die Logitech Harmony beerben? Eine großartige Featureauswahl, vielseitige Unterstützung im Heimkino und Smart Home sowie eine lange Akkulaufzeit machen uns schon einmal Hoffnung!
Wer im Heimkino oder im Wohnzimmer-Setup mehr als nur „TV + Soundbar“ betreibt, kennt das Chaos: drei, vier Fernbedienungen, falsche Eingänge, falsches Gerät reagiert – und die Laune ist weg, bevor der Film überhaupt startet. Genau hier will die SofaBaton X2 als moderne Universalfernbedienung ansetzen: ein System aus Fernbedienung und Hub, das IR, Bluetooth und Netzwerksteuerung zusammenbringt – inklusive Smart-Home-Optionen.
Design & Konzept: Warum die SofaBaton X2 mehr als nur eine Fernbedienung ist
(Den Videotest von FM-Audio findest du am Ende des Beitrags) Die SofaBaton X2 denkt Universalfernbedienung als Gesamtsystem: Du hast die Remote selbst, dazu eine Ladestation (Dock) und als Herzstück den Hub, der vor allem die IR-Steuerung in den Raum bringt – ohne dass du jedes Gerät „anvisieren“ musst. Gerade im Rack, Lowboard oder bei verdeckten Geräten ist das der Punkt, an dem Universalfernbedienungen entweder nerven oder plötzlich genial werden. Praktisch: Am Hub kannst du zusätzlich IR-Blaster-Kabel anschließen, um einzelne Fächer oder verwinkelte Möbel-Lösungen gezielt zu bedienen.

Beim ersten Anfassen spielt die X2 klar in der Premium-Liga: Metallgehäuse, wertige Haptik, insgesamt sehr „smartphone-like“ – nur eben als Universalfernbedienung. Gleichzeitig gibt es auch die ehrliche Alltagseinschränkung: Die Rückseite fühlt sich angenehm an, kann aber je nach Hand (sehr trocken/glatt) etwas rutschiger wirken, als man es erwartet. Dock und Hub sind dagegen klar funktional: Kunststoff, sauber verarbeitet, aber nicht auf demselben „Premium-Level“ wie die Fernbedienung. Im Alltag ist das nicht dramatisch, weil Hub und Dock ohnehin nur Abseits stehen – aber der Unterschied fällt eben auf.

Der zweite zentrale Baustein ist der 2,4-Zoll-Touchscreen. Der macht die Navigation durch Geräte und Activities deutlich schneller und intuitiver, weil du nicht nur über Tasten durchklicken musst. Die Mischung aus Touch und physischen Buttons ist insgesamt gut getroffen: Touch für Auswahl und Übersicht, echte Tasten für die Dinge, die du blind im Dunkeln triffst (Lautstärke, Navigation, Play/Pause etc.). Aus meinen Testnotizen: Gerade die präzise Touch-Erkennung und die direkte Reaktion bei Befehlen sind ein echter Pluspunkt.
Hier eine kompakte Übersicht der wichtigsten Spezifikationen und Fähigkeiten, die in der Praxis relevant sind:
| Spezifikation | SofaBaton X2 |
|---|---|
| Display | 2,4 Zoll Touchscreen |
| System | Fernbedienung + Hub (IR-Zentrale) |
| Funk/Protokolle | IR, Bluetooth, WLAN, RF (modell-/featureabhängig) |
| Geräteverwaltung | bis zu 50 Geräte, große Geräte-Datenbank |
| IR-Erweiterung | IR-Blaster/Repeater-Kabel am Hub möglich |
| Laden | Dockingstation und USB-C |
| Akkukonzept | sehr gute Laufzeit (im Alltag deutlich entspannter als viele ältere Premium-Remotes) |
| Smart-Home | Alexa/Google Assistant; Home-Assistant-Integration via MQTT möglich |
Einrichtung & Bedienung: Zwischen „läuft“ und „Setup-Hölle“
Kommen wir zum Teil, an dem Universalfernbedienungen stehen oder fallen: Das Setup. Die SofaBaton X2 wird über die App eingerichtet. Heißt konkret: Hub ins WLAN bringen, Remote koppeln, Geräte hinzufügen, dann Activities/Makros bauen. Und ja: Das ist selten „auspacken und nach drei Minuten fertig“. Wer Smart Home nutzt, kennt das Prinzip: einmal Arbeit, danach idealerweise Ruhe.

Im Setup war die Grundführung in der App bei mir grundsätzlich verständlich, weil du Schritt für Schritt durchgeleitet wirst. Der erste Stolperstein kann aber schon vor dem ersten Gerät kommen: Der Hub funkt typischerweise im 2,4-GHz-WLAN. Wenn dein Smartphone im 5-GHz hängt und Router/SSID-Konfiguration ungünstig ist (getrennte Netze, Isolation, bestimmte FritzBox-Settings), kann es passieren, dass sich Geräte zu Beginn nicht finden. Das ist kein exklusives SofaBaton-Problem – aber es ist genau der Moment, an dem weniger technikaffine Nutzer direkt aussteigen.

Die „Hilfedatenbank“ ist groß, aber nicht allwissend. In meinem Fall war ein neueres TV-Modell (TCL) nicht sauber auffindbar bzw. nicht zuverlässig über nahe Modelle abbildbar. Positiv: SofaBaton bietet mehrere Eskalationsstufen – Datenbank, einen „Matching“-Ansatz (typische Codes testen) und als zuverlässigste Option: Anlernen. Und das ist am Ende der Rettungsanker jeder Universalfernbedienung. Das Anlernen selbst ist simpel: Originalfernbedienung dranhalten, Taste zuweisen, Signal übernehmen. Aber: Bei komplexen Setups kostet es Zeit – nicht weil es schwer ist, sondern weil du sauber arbeiten musst.
Und genau da sind wir beim Kern: Bedienung im Alltag wird richtig gut, wenn du Activities sauber aufsetzt. Eine „Filmabend“-Activity, die TV/Beamer/AVR startet, Eingänge korrekt setzt und optional Licht/Rollladen triggert, ist der Komfort-Boost, den man eigentlich kaufen will. In der Praxis musst du dafür aber oft mit Reihenfolge, Wiederholungen und Delays spielen – gerade bei Beamern, HDMI-Handshakes oder Geräten, die beim Eingangswahl-Menü mehrere Schritte benötigen.
Im reinen Praxisbetrieb (Einzelsteuerung) war mein Eindruck überwiegend positiv: Befehle kommen meist ohne spürbare Verzögerung, das System wirkt „direkt“. Wichtig ist aber die faire Einordnung: Wenn eine Activity länger braucht, liegt das oft nicht an der X2, sondern an den Geräten (Beamer-Start, AVR-Handshake) und daran, dass du sinnvollerweise Pausen einplanen musst.
Smart-Home-Steuerung & Logitech-Harmony-Vergleich: Wo die X2 wirklich spannend wird
Viele suchen heute nicht einfach eine Universalfernbedienung, sondern explizit eine Logitech Harmony-Alternative. Und das ist ein wichtiger Punkt: Harmony war für viele Jahre der Goldstandard, nicht weil sie perfekt war, sondern weil sie dieses „Ein Knopf, alles richtig“ im Alltag erstaunlich oft getroffen hat. Seit Logitech die Harmony-Schiene eingestellt hat (und der Support je nach Modell/Softwarestand zunehmend ausgedünnt wurde), ist der Markt voller „geht so“-Ersatzlösungen – oder extrem teurer Custom-Integrator-Systeme.

Die SofaBaton X2 ist für mich deshalb interessant, weil sie zwei Dinge kombiniert: klassisches Heimkino-Handwerk (IR, Activities, sauberer Hub-Ansatz) und moderne Smart-Home-Brücken. Alexa und Google Assistant sind dabei eher die bequeme Schicht: Activity per Sprache starten, wenn die Remote gerade nicht greifbar ist. Ein eingebautes Mikrofon hat die X2 allerdings nicht – Sprachsteuerung läuft also über externe Assistenten.

Der eigentliche Trumpf – zumindest für Enthusiasten – ist Home Assistant. Wenn du die X2 als Trigger-Zentrale nutzt, wird sie vom Harmony-Ersatz zum Wohnzimmer-Steuerpult: per MQTT Payloads absetzen, in Home Assistant Automationen starten, Szenen fürs Licht bauen, Zustände verknüpfen. In meinem Setup habe ich damit Lichtstimmungen (Spots/Stripes) passend zu Activities getriggert, und über HTTP-Requests sogar Rollläden angebunden – also wirklich Steuerung über die Grenzen klassischer AV-Geräte hinaus. Das ist die Art von Flexibilität, die viele Harmony-Nutzer früher nur mit Umwegen hinbekommen haben – und hier deutlich großzügiger skalieren können (statt „ein paar belegbare Buttons“ eher ein ganzes Seitenkonzept an Aktionen).
Aber auch hier gilt die ehrliche Klammer: Je offener und mächtiger das System wird, desto eher brauchst du eine gewisse Lust am Tüfteln. Nicht jeder wird das wollen – und nicht jede Hardware-Kombination klappt auf Anhieb perfekt, weil die Welt da draußen einfach zu heterogen ist (Geräte, Regionen, Firmwarestände, Sondertasten, proprietäre Menüs, Timing). Für gängige Marken und typische Heimkino-Ketten funktioniert es in der Regel gut, und die wachsende Community hilft dabei, Lücken zu schließen – aber Wunder sollte man nicht erwarten.
Fazit
Die SofaBaton X2 ist eine der spannendsten Optionen, wenn du eine hochwertige Universalfernbedienung für ein echtes Heimkino– oder Multi-Device-Setup suchst. Sie fühlt sich premium an, das Konzept aus Remote + Hub ist sinnvoll, der Touchscreen beschleunigt die Bedienung, und wenn Activities einmal sauber sitzen, ist der Komfortgewinn enorm: ein Knopf, Setup steht, Film läuft – ohne Fernbedienungs-Tetris auf dem Couchtisch.
Gleichzeitig ist die X2 keine „Plug-and-Play“-Magie. Einrichtung kostet Zeit. Manchmal musst du anlernen, manchmal an Delays feilen, manchmal stolperst du über WLAN-Details oder eine nicht perfekt gepflegte Gerätedatenbank. Und ja: Genau deshalb sollte man eine Sache ganz klar sagen, bevor jemand enttäuscht ist: Wer keine Geduld für Setup hat, wird mit jeder Universalfernbedienung hadern.
Als Logitech Harmony-Alternative funktioniert die SofaBaton X2 für mich dann am besten, wenn du mehr willst als nur TV-Lautstärke: mehrere Zuspieler, AVR/Beamer, vielleicht sogar Licht/Rolladen – und idealerweise Smart Home. Wenn du bereit bist, ein wenig zu tüfteln, bekommst du eine extrem flexible Zentrale für die Steuerung im Wohnzimmer, die im Alltag richtig Spaß machen kann. Für wen lohnt sie sich? Für Heimkino-Fans, Technik-Enthusiasten und alle, die Activities wirklich nutzen. Für wen eher nicht? Für „TV an, Netflix, fertig“-Setups – da ist der Aufwand oft größer als der Gewinn.
Im Vergleich zu anderen Universalfernbedienungen setzt sich die SofaBaton X2 nicht nur durch ihre Anwendungsvielfalt ab, sondern auch durch ihr sehr helles und responsives Touch-Display und die großartige Akkulaufzeit. Bei normaler Nutzung hält der Akku locker mehrere Tage durch, auch wenn man die Remote nicht immer sofort wieder in der Ladestation verstaut.

