Sony BRAVIA CORE: Streamingservice mit 80 Mbit/s – besser als 4K Blu-ray?

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Sony Bravia Core Streamingdienst
Sony BRAVIA CORE verspricht beste Bildqualität - doch wie sieht es mit der Titelauswahl aus?

Sony ruft mit BRAVIA CORE einen neuen Streamingdienst ins Leben. Die Plattform ist Käufern eines 2021 Bravia XR Fernsehers vorbehalten und soll beste Bildqualität mit bis zu 80 Mbit/s liefern.

BRAVIA CORE ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Sony Electronics und Sony Pictures Entertainment (SPE). Unterhaltung trifft auf Technologie, welches nicht nur das Motto des Streamingdienstes ist, sondern auch sehr gut zu Sonys neuem Bravia XR TV-Lineup passt. Der japanische Elektronikhersteller versucht nämlich die Vision der Filmschaffenden so gut wie möglich dem Zuschauer zu vermitteln, vergisst dabei jedoch nicht, wie wir audiovisuelle Inhalte wahrnehmen. Dabei genießen zukünftige Besitzer eines Bravia XR Fernsehers ein exklusives Nutzungsrecht auf BRAVIA CORE. 

Exklusiver Streamingdienst für Bravia XR-Modelle

Bedeutet, der Streamingdienst wird nur auf den 2021-Modellen X90J, X95J, A80J, A90J und Z9J angeboten. Vorjahresmodelle werden bei der Integration vorerst nicht berücksichtigt. Doch was gibt es eigentlich auf BRAVIA CORE zu sehen? Die Auswahl umfasst laut Sony Pictures Entertainment aktuelle Premium-Titel, beliebte Klassiker sowie eine umfangreiche Auswahl an IMAX Enhanced-Filmtiteln. Über 300 Filme sollen zum Start zum Kauf bereitstehen. Rund 100 dieser Titel können in einer Art Streamingabo ohne zusätzliche Kosten genossen werden. Die Titel lösen in der Regel in 4K auf (3.840 x 2.160) und unterstützen zudem den erweiterten Dynamikumfang (HDR). Ob neben HDR10 auch Dolby Vision oder gar HDR10+ mit an Bord ist, ist noch nicht kommuniziert.

Die PureStream-Technologie soll Videostreams mit bis zu 80 Mbit/s ermöglichen
Die PureStream-Technologie soll Videostreams mit bis zu 80 Mbit/s ermöglichen

BRAVIA CORE – Besser als 4K Blu-ray?

Klingt jetzt nicht besonders spannend, bis man in der Pressemitteilung auf den Absatz mit der Pure Stream-Technologie stößt. Der Videostream von BRAVIA CORE soll eine nahezu verlustfreie Bild- und Tonqualität abliefern und damit einer 4K Blu-ray in nichts nachstehen. Und nicht nur das. Mit einer maximalen Bitrate von bis zu 80 Mbit/s würde der Streamingdienst sogar theoretisch eine bessere Qualität abliefern, als der physische Datenträger. Diese kommen auf maximal 60 Mbit/s. Streamingdienste wie Netflix, Prime Video oder Disney+ kommen übrigens auf maximal 25-40 Mbit/s.

Streaming-Abo und „Movie Credits“

Angelockt werden Kunden eines Bravia XR Fernsehers übrigens über kostenlose „Movie Credits“. Wer sich z.B. einen A90J (Master Series OLED) oder X95J (LCD) kauft, bekommt 10 Movie Credits, mit denen man sich Filme aus BRAVIA CORE auswählen kann. 10 Movie Credits auch 10 Filmtiteln. Wer sich z.B. für den 4K OLED TV A80J (Regular OLED) entscheidet, bekommt nur 5 Movie Credits. Kunden eines Premium XR-TVs erhalten zudem 24 Monate Zugriff auf den BRAVIA CORE Streamingdienst (beinhaltet 100 Filme), günstigere Modelle nur 12 Monate. Die Plattform ist also ähnlich Prime Video, ein Mix aus Inklusiv- und Kauftiteln.

Bravia Core Logo | Bild: Sony
Bravia Core Logo | Bild: Sony

Nettes Goodie

Klingt interessant, jedoch gibt es wohl zwei Probleme. Zum einen werden nur wenige Nutzer einen Datenstream von 80 Mbit/s stabil übertragen können, vor allem in den Abendstunden, wenn mehrere Parteien im Wohngebäude und/oder der Wohngegenden im Internet unterwegs sind. Zum anderen beschränkt sich das Angebot nur auf Filme von Sony Pictures Entertainment und die meisten Nutzer sind einfach die Vielfalt und fast täglichen Nachschub von Netflix oder Prime Video gewohnt. Zum Start sicherlich interessant, darüber hinaus aber erst einmal nicht viel mehr als ein nettes Goodie.

BRAVIA CORE soll in allen europäischen Märkten (außer Italien) ausgerollt werden. Leider gibt es noch keine Details über Preise oder Starttermin der Plattform. Eine praktische Übersicht über das komplette TV-Lineup 2021 von Sony findest du in diesem Beitrag!

25 KOMMENTARE

  1. Wenn ein neuer Streaming-Service bessere Qualität als eine 4K-BD haben will, braucht er auch bessere Film-Masters als die der 4K-BD. Ich bezweifle, dass es sich lohnt, die für so wenige Kunden herzustellen.

    • Die Master sind nicht das Problem denke ich. Selbst für viele UHD‘s wird ja noch komprimiert weil die Kapa der Disks limitiert ist. Bsp. bei Kaleidescape ist der Download für Avengers EG satte 103GB gross während die UHD sich mit 66GB begnügen muss…

    • Ist die Basis für alle Veröffentlichungen nicht eh ein Master nach DCI Vorgaben in Motion-JPEG 2000? Dann reden wir von (kurz bei Wiki geschaut) 250 Mbps. Diese Datei landet nämlich, wenn ich das mal richtig gelesen habe, auch in den Archiven. Wenn von Remastern gesprochen wird, wird wohl eher von den Schritten vor diesem Master gesprochen.

  2. Auch wenn jetzt schon genug drauf rumgehackt wurde… 60Mbits ist wirklich fernab der Realität. Wie Schmuserkadser schon sagte… 128 Mbps für eine ausgewachsene UHD. Gibt aber auch Peaks von 140Mbps und mehr. Persönlich habe ich auch schon mal 153MBits im Peak gesehen. Klar das sind nur Spitzen und der Schnitt liegt unter 100Mbit.

  3. Bin da jetzt irgendwie durcheinander. Was sagt da die Bitrate jetzt aus? Dacht, dass die Geschwindigkeit in Gigabit von Abspielgerät zum TV übertragen wird. Sind das doch eher 100+ Mbit oder bringe ich da was durcheinander?

    • Das zeigt dir in dem Zusammenhang an wie viele „Informationen“ übertragen/verarbeitet werden. Folglich kann man sagen, dass eine hohe Bitrate eben eine höhere Bildqualität/Audioqualität bedeutet, sofern wir beim selben Codec bleiben.
      Bei verschiedenen Codecs ist da ein direkter vergleich schwer.
      Ein Video, das in HEVC/H.265 mit 90 Mbps enkodiert ist, hat wohl trotzdem eine bessere Qualität als ein H.264 enkodiertes Video mit einer Bitrate von 100 Mbps.

      Im Falle von Netflix/D+ usw, reden wir aber von HEVC. Bzw. in seltenen Fällen bei Netflix bereits VP9. Hier ist es dann natürlich wieder schwerer zu vergleichen.

      Und ja, du kannst von der Bitrate auch auf deinen „Netzwerkauslastung“ schließen.
      Wobei wir hier jetzt nur von der Videobitrate reden. Dazu musst du dann natürlich noch die Audiobitrate rechnen, um dann die gesamte Bandbreite zu ermitteln.

  4. Jetzt redet diesen (ich nenne es vorerst mal) Versuch von Sony doch nicht jetzt schon schlecht, eine mit der Disc durchaus vergleichbare Bildqualität übers Internet zu bieten. In Zeiten, wo vieles auf Streaming hinausläuft aber nur wenige wirklich durch hohe Bild- und Tonquali glänzen, ist das doch durchaus eine positive Entwicklung!

    • Ich habe in den Kommentaren hier noch keinen gelesen der das kritisiert oder schlecht reden mit den hohen Bit Raten. Wir alle schreiben halt nur das die UHD Blueray mehr als die im Artikel genannten max. 60mbits schafft

    • Richtig. Alle jammern das Streaming nicht die Qualität physischer Medien erreicht und da kommt ein TV Hersteller/Filmproduzent der offenbar genau das versucht. Thumbs up!

    • Ok, sorry. Mich wundert ehrlich gesagt eh die Aussage, dass auf der UHD Blu-ray 120 Mbps vorkommen sollen. Die technischen Specs sprachen zur Einführung von 100 Mbps Peak beim Videostream.

      Achja, einen Nachteil habe ich leider doch zu BRAVIA CORE finden können: mehr als DTS 5.1 ist nicht drin. Schon mager, wenn man so hohe Bitraten für den Videostream in Aussicht stellt. Da man ein Audiostream in DTS-HD MA die Datenrate auch nicht so viel fetter.

      • Kommt alles drauf an was für Discs du jetzt redest.
        Dual-Layer UHD BRs schaffen ~108 Mbps.
        Triple Layer ~128 Mbps

        Was DTS HD MA angeht, verballert dort alleine der Ton gerne mal rund 25 Mbps. Dafür wird wohl kein Dienst die Bandbreite „verschwenden“, da ja leider ein Großteil der Zuschauer eh nur mit TV-Lautsprechern oder Blechbüchsen hört.

        • Welcher Film schafft das denn bei DTS MA? 25 Mbps können doch höchstens kurzfristige Spitzen und auch nur in Verbindung mit hoher Bittiefe sein?! Filme werden doch weiterhin mit 48kHz/24Bit gespeichert. Da kommen im Schnitt doch eher 6 Mbps bei rum mit 7.1. Oder reden wir hier von DTS:X?

          • Natürlich sind das nur Peaks…
            DTS-HD Master Audio (mit DTS:X) maximal 24.500 kbps
            DTS-HD High Resolution Audio maximal 6.000 kbps
            TrueHD (mit Atmos) maximal 18.000 kbps

            Wie man sieht, spreng alleine schon der unkomprimierte Ton die Bitrate vieler Streaming-Dienste. Der Grund, wieso wir noch lange darauf warten müssen und DTS leider an Bedeutung verliert. DTS müsste mal ein Gegenpol zu DD+ mit Atmos aus dem Streaming Bereich entwickeln. Also eine Art „DTS:X Light“. mit 768 kbps. Ansonsten befürchte ich, das DTS eines Tages verschwindet.

  5. Mein Oppo zeigt teilweise über 90GB an, z.B. GOT…Kann also irgendwie nicht sein, dass dieser Dienst besser ist als UHD…Ausser es wären IMMER DURCHGEHEND 80 GB, was ich nicht glaube, ausserdem wird das dann oft an der Leitung resp. am WLAN scheitern.

    Und wenn schon Streaming in 1A Qualität, den nötigen Geldbeutel vorausgesetzt, dann Kaleidescape…

  6. Ein Streaming Service mit besserer Qualität wäre echt wünschenswert, nachdem ja auch Netflix immer schlechter wird. 80 brauch ich zwar nicht, ich denke dass 50 gut genug sein können (Wie kommt ihr eigentlich auf 25-40 bei Netflix? Wenn ich auf die Info-Taste drücke dann steht bei mir bei Netflix 15 Mbits)

    Aber was denkt ihr, stellt wirklich Sony diese Technik selbst bereit? Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass Sony einen Streaming Dienst macht und diesen dann künstlich begrenzt. Früher hat man ja beim Kauf eines Sony TV Gutscheine für Filme im Google Play Store erhalten. Dieses Bravia Core könnte doch auch einfach wieder eine Kooperation sein, die sie mit einem Partner eingegangen sind, z.B. Google Play Movies. Vielleicht optimieren die ja im Zuge ihres Google TV Rebrandings auch ihren Play Store. Oder das ist nur Wunschdenken, denn der Google Play Store mit besserer Streaming Qualität wär nice.

  7. Ja, wie andere schon anmerkten: UHD Blu-Rays gehen gerne mal über 100 Mbps.
    Was Sonmys Dienst angeht, wird er sich eh nicht halten, wenn sie ihn nur
    so exklusiv anbieten.

  8. „ als der physische Datenträger. Diese kommen auf maximal 60 Mbit/s. “

    Whoa, Ähm, nein!

    Ich kann euch gerne an Screenshots mit meinen Oppo 203 belegen, dass diese Aussage absolut falsch ist, dass Grenzen fast schon an Fake News, bin auch bisschen irritiert.

    Bei Mortal Engines 4K Blu Ray komme ich in der Spitze auf 120Mbits, kann ich auch per Screenshots eindeutig belegen.

  9. Wo habt ihr die Info her das 4k UHDs maximal 60mbits haben ?

    Mein UHD player von panasonic hat auch schon 79,9mbits angezeigt als Datenrate und das bei der Herr der Ringe der nicht die Top Klasse ist bei der Bildqualität

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