Spiele werden teurer: Darum kann euch die Preiserhöhung egal sein

17
Das finale Design der Sony PlayStation 5 mit 4K Blu-ray Laufwerk und als PS5 Digital Edition

Viele Publisher ziehen aktuell die Spielepreise an. Als erste sind etwa Activision, Sony und 2K vorangeprescht. Wenn ihr euch klug anstellt, dann kann euch die Preiserhöhung für Next-Generation-Titel aber weitgehend gleichgültig sein.

Mit eher fadenscheinigen Argumenten versuchen Publisher aktuell Preiserhöhungen für Next-Generation-Spiele zu rechtfertigen: Die Entwicklung sei teurer geworden, die Spielepreise extrem lange stabil geblieben. Nun müsse man die Notbremse ziehen und leider, leider die Preise erhöhen. Wer ein wenig Kenntnis über die Gaming-Industrie hat, weiß, dass dies Unsinn ist. Ja, die Entwicklungskosten sind heute natürlich höher als früher Gleichzeitig erreicht man aber eine deutlich größere Zielgruppe, verkauft also deutlich mehr Einheiten.

Dazu kommt, dass extrem hohe Zusatzeinnahmen durch Mikrotransaktionen, DLCs, Season und Battel Passes, etc. generiert werden. Die Umsätze und Gewinne in der Spieleindustrie steigen. Das einzige, zulässige Argument für eine Preiserhöhung bestünde darin, dass den Entwicklern selbst mehr Geld zur Verfügung stehen sollte. Denn oftmals dominiert eine Crunch-Kultur mit extremen Wochenstunden und verhältnismäßig geringen Gehältern für diejenigen, die die eigentliche Arbeit leisten: die Designer, Programmierer, und Co.

Spiele wie "Demon's Souls" kosten nun 79,99 Euro
Spiele wie „Demon’s Souls“ kosten nun 79,99 Euro

Doch auch die Mehreinnahmen durch eine Preiserhöhung werden kaum in den Taschen der unteren Ebenen landen, sondern im oberen Management versickern. Spieler, unter denen eben viele Jugendliche und junge Erwachsene sind, sollen aber eben nun für Next-Generation-Titel 79,99 statt wie bisher 69,99 Euro als Standard-Preis zahlen. Zumindest gilt das für Triple-A-Games. Neben Sony ist auch schon 2K vorangeprescht, wie man etwa am Preis von „NBA 2K21“ sieht.

Preiserhöhung umgehen: Verzichtet auf die Digital Edition

Ob jene Preiserhöhung auf Dauer greifen wird, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Seid ihr bereit jenen Preis zu zahlen? Denn wenn die Publisher merken, dass die Spieleverkäufe unter der Preiserhöhung leiden, wird sie rasant wieder zurückgenommen. Der zweite Faktor: Kauf ihr nur noch digitale Editionen? So sind die Preise von Games zum Launch in der Regel 10 bis 20 Euro über den Preisen für die physischen Ladenversionen. Das liegt daran, dass sich Händler wie Amazon, Media Markt, Saturn und Co. mit Angeboten zu unterbieten versuchen. Deswegen haben wir Sparfüchsen auch schon vom Kauf der PlayStation 5 Digital Edition abgeraten.

Die PlayStation 5 Digital Edition ist aus unserer Sicht eine Milchmädchenrechnung
Die PlayStation 5 Digital Edition ist aus unserer Sicht eine Milchmädchenrechnung

So wird die Preiserhöhung für euch nämlich eine deutlich geringere Rolle spielen, wenn ihr weiter zu den Disc-Versionen greift und die Angebote der Händler beobachtet. Wir nehmen an, dass auch die meisten Triple-A-Titel zeitnah zum Launch für deutlich geringere Summen als ca. 80 Euro den Besitzer wechseln werden. Wer geduldig ist und auch dem Kauf gebrauchter Spiele zu getan bleibt, wird ähnliche Schnäppchen wie heute machen.

Am Ende des Tages muss die Preiserhöhung also für euch kein „Big Deal“ sein, solange ihr die PS5 Digital Edition sowie die Xbox Series S lieber umgeht, weiterhin die Spielepreise bei unterschiedlichen Händlern vergleicht und auch den Gebrauchtmarkt im Blick behaltet.

17 KOMMENTARE

  1. Also ich share meinen Account mit nem Kumpel und somit kostet mich jedes Spiel nur die Hälfte.
    Disc Version lohnt sich für mich nicht.

  2. Wegen mir können Next-Gen Games auch 200€ kosten, das juckt mich null.
    Ich stelle mir für interessante Games seit drei Eiszeiten und vier Urknallen schon einen Preiswecker und wenn 40€ inkl. Versand unterschritten sind, schlage ich zu.
    Ich kann warten. Auch Jahre!

  3. Ich habe hier noch eine Verpackung rumliegen von Super Mario auf Supernintendo, da kostete es 120 Schweizer Franken. Heute kosten Spiele auch zwischen 70-90.
    Also waren die Spiele früher schon teurer

  4. Oder man wartet einfach wie gehabt auf Angebote digitaler Art oder auf nen Key Seller. Dann kauft man halt mal in Brasilien oder Argentinien.

  5. Nun ja die Ps5 ist ausverkauft egal in welcher Edition. Und das wird auch so bleiben bei der Knappheit an Ps5 Konsolen. Ergo wer damit spielen will muss zwangsläufig die neuen Games digital spielen. Deswegen ist der Artikel momentan sehr polemisch

  6. Blödsinn Sale gibt es auch noch. Ergo kann ich da auch sparen. Muss ja nicht Day One immer sein. 1/4-1/2 Jahr und du bekommst eine fertige weniger Buganfälliges Game oder eine Game of the year Edition.

  7. Aber die Spiele werden sicher auch auf Disc teurer sein wenn der UVP von 69 auf 79 steigt, und auch gebraucht wird man dann mehr zahlen müssen.

    • Die Preise auf der Disc fallen aber wesentlich schneller.
      Ghost of Tsushima oder The Last of Us Part II gab es
      schon 2 Wochen nach Release für um die 45 Euro
      bei manchen Händlern.

      Ich für meinen Teil werde keine 80 Euro für ein Spiel in Standardausgabe ausgeben. Selbst bei den 70 Euro habe ich mich da zurückgehalten und
      lieber gewartet.

      • Stimmt, aber im Artikel wird suggeriert das die Preiserhöhung keine Auswirkung auf die Preise der Disc haben wird und das bezweifle ich. Auch der Händler wird ja dann mehr zahlen müssen und der Spielraum für Preissenkungen geringer.

        • Auswirkungen schon aber geringere: Oft bekriegen sich zum Release schon Media Markt, Saturn, Amazon.de und Co., so dass man auch bei Veröffentlichung schon oft unter dem Standardpreis liegt – nicht immer, aber immer öfter sozusagen. Im PS Store ist das natürlich nicht so :-/.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte trage deinen Kommentar ein
Bitte trage deinen Namen hier ein