Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger auf 4K Blu-ray im Test: Neue Farbgewalt?

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Star Wars Episode 2 - Angriff der Klonkrieger 4K Blu-ray im Test
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Puh, was war das 1999 für ein Rummel. 16 Jahre nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter kehrte George Lucas zu seinem Erfolgs-Franchise zurück und löste damit einen Hype aus, der (noch ohne soziale Netzwerke) ungeahnte Ausmaße annahm. Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung hatte für zahlreiche Besucherrekorde und lange Schlangen vor den Kinos gesorgt. Aber es war eben nicht alles Gold, was glänzt. Lucas musste für die dünne und wenig originelle Story sowie für den animierten Blödel-Gungang Jar Jar Binks viel Kritik einstecken. Teils nahm er sie sich zu Herzen und nahm sich vor, für den Nachfolger dessen Rolle einzukürzen. Dass es einen Nachfolger geben sollte, war von Beginn der Planung der Prequels klar. Dennoch zeigte sich Lucas durchaus beeindruckt von der Kritik und nahm sich etwas mehr Zeit (und Hilfe) fürs Skript. Die Dreharbeiten für Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger begannen im Sommer 2000 und erneut trieb Lucas seine Filme vor allem technologisch voran.

Hatte er für Episode I noch analog gedreht und nur eine kurze Sequenz mit der damals im Versuchsstadium befindlichen digitalen Kamera CineAlta HDC-750 angefertigt, so war Angriff der Klonkrieger der erste Film aus dem SW-Universum, der komplett digital mit 24p aufgezeichnet wurde. Als erst dritter Kinofilm dieser Art lieferte Episode II seinerzeit extrem klare Bilder, welche gerade die Special-Effects besonders effektiv wirken ließen. Und Spezialeffekte gab’s genug, in der Fortsetzung. Was für Das Imperium schlägt zurück innerhalb der klassischen Trilogie gilt, kann man ähnlich auch auf Episode II anwenden: Er ist so etwas wie der düsterere Actionfilm der Prequel-Trilogie. Schon der Knalleffekt mit der Explosion des Raumgleiters und dem damit verbundenen Anschlag auf Padmé war ein fulminanter und schockierender Einstieg in den Film. Getoppt wurde dies dann im Verlaufe mit der fulminanten Verfolgungsjagd im Stile von Das fünfte Element sowie grandiosen Lichtschwertkämpfen zwischen den Jedi und Count Dooku. Aber Lucas musste es natürlich wieder einmal wissen und beging (in den Augen vieler Fans) einen echten Frevel. Den über vier Filme als Puppe animierten Yoda nun am Rechner enstehen zu lassen und ihn wie einen Flummi im Kampf gegen Dooku einzusetzen? Das war vielen Anhängern des Star-Wars-Universums dann doch zuviel des Schlechten.

Yoda, voll animiert und wie ein Flummi umher springend

Und obwohl es erzählerisch bisweilen aufwärts ging, weil die Story an Tiefe und Vielschichtigkeit gewann, zugleich sehr interessante Charaktere wie den jungen Boba Fett oder eben Dooku einführte, torpedierte Lucas die für das Franchise immens wichtige Beziehung zwischen Padmé und Anakin mit unfassbar schwülstigen Liebesszenen, die einem Traumschiff-Autoren nicht hätten schlechter einfallen können. Padmé und Anakin auf einer Blumenwiese vor Wasserfällen? Padmé und Anakin vor einem knisternden Feuer – im ERNST, Mr. Lucas? Ist das ihre Art von zeitgemäßer Romantik im Jahre 2002 gewesen? Hätten sie nicht wenigstens vorher mal Spider-Man anschauen können, um zu wissen, wie man im neuen Jahrtausend junge Liebende spannend und zeitgemäß inszeniert? Diese rund zehn Minuten um die Minute 45 bis 60 herum machen so viel Stimmung kaputt, dass man die gleiche Zeit braucht, um sie wieder abzuschütteln.

Und leider machen sie deutlich, dass Lucas erneut keinen guten Schauspieler für den Anakin fand. Hatte Jake Lloyd als kindliche Version in Episode I zu wenig Professionalität, fehlte es Hayden Christensen im zweiten Teil vollständig an jedem Charisma. Seine Versuche, Emotionen aufs Gesicht zu legen, scheiterten sowohl in den Liebesszenen als auch während des entscheidenden Akts der Gewalt gegen die Mörder seiner Mutter. Nicht wenige Stimmen halten Christensen gar für den schlechtesten Darsteller, den das Star-Wars-Universum je ertragen musste

Die Kaminoaner gehören zur faszinierendsten Spezies im Star-Wars-Universum

Ewan McGregor kämpft tapfer gegen das Manko seines jungen Padawan-Darstellers an und hat definitiv die besten Szenen. Er bewegt sich im Hintergrund und spürt dort die Konspiration auf. Er trifft auf Jango Fett, den er auf einer grauen Plattform im Regen bekämpft (was für eine tolle Szene) und er darf als Erstes auf die Kampfdroiden treffen. Gleichzeitig ist Christopher Lee als Dooku natürlich ein echter Gewinn und Ian McDiarmid darf tun, was er immer gut konnte: Intrigen spinnen und dabei ein Pokerface aufsetzen.

Und um noch etwas Positives heraus zu stellen: Die Szenen auf Kamino und die Momente zwischen McGregor und den Kaminoanern sind schlicht atemberaubend. Das Design dieser hellen Welt, die als Produktionsplanet für die Klone dient und auf im Wasser stehenden Pfählen aufgebaut ist, wurde fantastisch animiert. Sie gibt eigentlich den Weg vor, den man im Design hätte beschreiten können, wenn man in den Prequels etwas mutiger gewesen wäre – inklusive den Kaminoanern selbst, die klasse aussehen. Während es also in Teilen etwas bergauf ging, was die Qualität zwischen Episode I und Episode II angeht, fielen einige Teile leider noch schlechter/ärgerlicher aus. Es blieb also spannend, wie Lucas auf die neuerliche Kritik reagieren würde, um seine Episode III zu realisieren.

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2 KOMMENTARE

  1. Gestern auch mal wieder gesehen, zuletzt im Kino damals. Die Story ist natürlich immer noch nicht sonderlich gut. Das Bild lässt auch zu wünschen übrig und die CGI hätte man sich immer noch fast komplett sparen können, für mich der Star Wars Tiefpunkt (neben Star Wars 8).

    • Hm. Ansichtssache. Für mich sind ep1 und Ep9 der absolute tiefpunkt. Ep8 war für mich noch der beste Teil der sequel Trilogie.

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