Universal und Warner Bros. legen Disc-Vertrieb zusammen

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Universal Pictures Warner Bros Disc Vertrieb
Universal wird in naher Zukunft die Disc-Veröffentlichungen von Warner Bros. in den Handel bringen. || © Bilder: Warner Bros. | Universal

Es ist kein Geheimnis, dass die Verkaufszahlen von DVDs, Blu-rays und Ultra HD Blu-rays zurückgehen. Warner Bros. und Universal reagieren nun durch ein gemeinsames Joint Venture.


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So werden Universal und Warner Bros. Home Entertainment sich quasi den internationalen Disk-Vertrieb aufteilen. Ergebnis? Warner Bros. wird seine Filme und Serien in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr selbst vertreiben. Stattdessen wird Universal diese Aufgabe hierzulande übernehmen. Beginnen soll dieser Wechsel wohl im dritten Quartal 2020.

Umgekehrt geht man etwa im Vereinigten Königreich, Italien und den Benelux-Staaten vor. Dort tritt Universal den Vertrieb seiner Filme nämlich ab dem ersten Quartal 2021 an Warner Bros. ab. Das neue Joint Venture dürfte mittelfristig auch zur Folge haben, dass weniger Katalogtitel auf physischen Medien erscheinen sollten. Auch in Nordamerika haben sich Universal und Warner Bros. Home Entertainment dabei zusammengetan.

Das Joint Venture wird in den USA sowohl die Filme und Serien von Universal als auch von Warner Bros. vertreiben. Was das für z. B. Warner Archive bedeuten wird, ein MOD-Programm, das in den USA Nischentitel vertreibt, ist noch offen. Das Joint Venture soll jedenfalls die Ressourcen von Warner und Universal vereinen und Vertrieb, Logistik und Marketing vereinfachen. Übersetzt bedeutet das, insgesamt werden beide Unternehmen auf diese Weise Kosten einsparen, denn die gemeinsame Abteilung wird unterm Strich weniger kosten, als wenn man sich jeweils eigene Bereiche leistet.

Streaming läuft physischen Medien längst den Rang ab

Die Ursache für die Entscheidung von Warner Bros. und Universal dürfte klar sein: Durch Streaming kaufen immer weniger Menschen noch physische Medien. Denn warum sollte man eine Blu-ray für 15 Euro oder gar eine Ultra HD Blu-ray für 30 Euro aus dem Regal fischen, wenn man für denselben Betrag einen Streaming-Anbieter mit einem weitaus umfangreicheren Programm abonnieren könnte? Enthusiasten bevorzugen Disks aufgrund ihrer Qualitätsvorteile, doch der Laie setzt auf Bequemlichkeit.

Auf der CES 2020 war diese Entwicklung ebenfalls zu bemerken: Neue Ultra HD Blu-ray Player suchte man dort vergeblich. Ein physisches Medium für 8K-Inhalte? Auch da heißt es nur Fehlanzeige. In den letzten Jahren sind die Verkaufszahlen und Einnahmen durch physische Medien im Heimkino stark gesunken – von 25,2 Mrd. US-Dollar im Jahr 2014 auf rund 13,1 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018. Wohin das Geld stattdessen fließt, kann sich jeder denken – ins Streaming.

Player für physische Medien und erst recht die Ultra HD Blu-ray sind mittlerweile Nischenprodukte. Die Zukunft wird im Streaming liegen. Die Zusammenlegung der Heimkino-Abteilungen von Universal und Warner Bros. ist nur ein weiteres Anzeichen dafür.

33 KOMMENTARE

  1. Bei einer Verteilung über das Internet muss der Anbieter für jeden aktiven Kunden einen sogenannten Stream zur Verfügung haben. Das heisst: je mehr Kunden gerade aktiv sind, um so mehr Bandbreite benötigt der Anbieter, damit jeder Stream losgeschickt werden kann.

    Um das abzufedern und die Server nicht ‚in die Knie‘ gehen zu lassen, gibt es bei den Streamingdiensten sogenannte Load Balancer, die neben der Auslastung der Server auch die Datenrate jedes Streams gesteuert.

    Daher ist die Qualität beim Streaming schwankend, je mehr Kunden gerade aktiv sind, umso mehr Streams müssen sich die beim Anbieter vorhandene feste Bandbreite teilen.

    Was das Angebot an Filmen anbelangt, hat man in Tübingen versucht, bei einem Filmfestival mal alle Blockbuster der letzten Jahre zu präsentieren und musste schockiert feststellen, dass die Filmkopien, nachdem der Film nicht mehr in den Kinos lief, schlicht vernichtet worden sind !

    Heute wird ja in den Kinos von Festplatte präsentiert, da wird diese einfach wieder überschrieben.

    Jedes Datenbanksystem hat eine Zugriffsstatistik, die sich gut dafür eignet, Objekte, beim Streamingdienst eben die Filme zu löschen, die nur wenig oder gar keine Zugriffe haben, um Platz für neues Material zu schaffen.

    Sowohl Musik wie auch Filme werden dadurch flüchtig und wir verschlechtern uns, was die Verfügbarkeit anbelangt.

    • „Daher ist die Qualität beim Streaming schwankend, je mehr Kunden gerade aktiv sind, umso mehr Streams müssen sich die beim Anbieter vorhandene feste Bandbreite teilen.“
      Das heißt, die Qualität wird schlechter, je erfolgreicher Streaming wird, wenn die Anbieter ihre maximale Bandbreite oder die Anzahl der Server nicht dauernd erhöhen. Das Problem ist, wenn zu viel investiert wird, meckern die Aktionäre und/oder Streaming wird teurer.

      „Sowohl Musik wie auch Filme werden dadurch flüchtig und wir verschlechtern uns, was die Verfügbarkeit anbelangt.“
      Wie Peter Jackson sagen würde: Streaming is transitory, but discs are forever. 😉

    • „Bei einer Verteilung über das Internet muss der Anbieter für jeden aktiven Kunden einen sogenannten Stream zur Verfügung haben. Das heisst: je mehr Kunden gerade aktiv sind, um so mehr Bandbreite benötigt der Anbieter, damit jeder Stream losgeschickt werden kann.“
      Aus diesem Grund ist der Wechsel von HEVC auf AV1 für viele Plattformen wohl sehr interessant. Dennoch bin ich der Meinung, dass eine „Streaming“-Box mit eingebauter Festplatte für den Offlinebetrieb (am besten eine SSHD – langfristige Speicherung auf der HDD und bei der Wiedergabe dann gepuffert über die SSD) die einzige (!) Alternative zur UHD Blu-ray darstellen könnte. So könnte man theoretisch sogar eine gleichwertige oder bessere Qualität als auf UHD Blu-ray anbieten.

      • Nur sind HDDs und SSDs weniger langlebig als gepresste optische Disks und solche Downloads mit Sicherheit nicht DRM-frei. Wenn dann der Anbieter pleite geht, kann es das mit dem Film in 4K-BD-Qualität oder besser gewesen sein.

        • Wenn, dann müsste es auf jeden Fall ein Big-Player wie Amazon oder Apple anbieten, wo eine Pleite ziemlich unwahrscheinlich ist 😉 Die DRM-Lizenz sollte dann für gewisse Zeit einen Offlinebetrieb gewährleisten. Die Box müsste zwar weiterhin nach gewisser Zeit kurz zum aktuallisieren online gehen, aber nicht konstant. Und natürlich müsste die Box weiterhin im Angebot bleiben oder die Festplatte tauschbar sein (auch wenn diese verschlüsselt wäre). Naja, Gedankenspielerei. Kommt eh nicht. Leider.

          • „Wenn, dann müsste es auf jeden Fall ein Big-Player wie Amazon oder Apple anbieten, wo eine Pleite ziemlich unwahrscheinlich ist “
            Auf absehbare Zeit stimmt das, aber ich beabsichtige, noch ca. ein halbes Jahrhundert weiterzuleben. Zwei bis drei Jahrzehnte können mit etwas Pech jede Firma erledigen.
            „Und natürlich müsste die Box weiterhin im Angebot bleiben oder die Festplatte tauschbar sein (auch wenn diese verschlüsselt wäre).“
            Aber da wird’s schon schwierig.

  2. Das Problem ist nur das kein einziger Streaming Dienst auch nur einen Bruchteil meiner liebsten Filme der letzten Jahrzehnte hat. Allem voran Netflix, für Serien top, für Filme im Bezug auf Ersatz für Blu-ray mehr als nur Flop. Absolut unbrauchbar sogar dafür. Ein einziger Film mit Harrison Ford im Angebot, und das trifft auf fast alle großen Schauspieler zu, 0 bis 3 Titel im Angebot. Man müsste alle Streaming Dienste abonnieren um vielleicht 30% aller wichtigen Filme der Geschichte abzudecken. Digital kaufen wie es bei iTunes oder Prime möglich ist, bietet zwar mehr Filme, aber auch nur einen Bruchteil.

    Solange sich daran nichts ändert wird es auch weiter Blu-rays geben. Das die Zahlen der letzten Jahre und der jährliche Wachstum von Streaming etwas anders sagt, liegt nur daran das die Masse, vornehmlich junge Leute neue Inhalte konsumieren und selten alte Filme und Titel die jeder kennt.

    Ich kann mir nicht vorstellen das 35 bis 55 jährige die es lieben ihre Lieblingsfilme der letzten Jahrzehnte immer wieder anzuschauen vermehrt auf Streaming setzen. Schließlich gibt es das meiste ja wie gesagt überhaupt nicht im Stream.

    Schade das so immer ein etwas verfälschter Eindruck in den Medien entsteht. Natürlich wird 2020 mehr Geld mit neuen Filmen gemacht als mit Klassikern. Aber auf lange Sicht wird niemand auf die Klassiker verzichten wollen. Oder nur noch das kleine Angebot davon anschauen was es im Stream gibt.

    Ich habe auch nicht den Eindruck das sich da in den letzten Jahren etwas getan hat.

    • Ganz genau richtig. Und da sich die streambaren Inhalte auf immer mehr Streaming-Dienste verteilen und viele Leute feststellen werden, dass Inhalte auch wieder aus Streaming-Diensten verschwinden, wird so Manchen klar werden, dass das Ganze insgesamt teurer wird und doch nicht so sehr zufrieden stellt, wir man dachte.
      Ich gehe mal davon aus, dass der aktuelle Trend sich dann teilweise umkehren wird, nicht so stark, dass es wieder so wird wie früher, aber gerade die kultigen Inhalte, die Leuten wirklich wichtig sind, werden wieder stärker auf physischen Medien erscheinen.

      • Viel interessanter als irgendwelche Wachstumsraten von Netflix wären Zahlen zu digitalen Filmkäufen (kein monatliches Abo zum mieten der Filme) auf Prime und iTunes im Vergleich zur Blu-ray. Nur daran könnte man einen Trend ableiten ob die Blu-ray für Filme immer mehr nachlässt oder nicht was die Verkauften Discs angeht.

        Allerdings vermute ich das da noch mehr zur Blu-ray geifen als für 9,99€ und mehr Filme digital kaufen. Die meisten ntzen das kostenlose Angebot im Monatsabo oder mieten einen Film zum 1x anschauen für 0,99€ und mehr.

  3. Also Fn 2 wenn du keinen Unterschied zwischen Streamen und Disc siehst, dann solltest du mal zum Augenarzt gehen. Wie kann man nur so einen Mist schreiben. Dein schnelles Internet hat damit überhaupt nichts zu tun. Mein Gott wer darf hier alles seinen Müll zum besten geben.

    • Ruhig bleiben Kirki 🙂
      in gewisser Weise doch schon, hat man keine so schnelle Verbindung wird das ganze doch runter komprimiert damit der Stream flüssig läuft. Genau das hätte ich mir sicherlich auch nicht angetan. Zwecks Augendoc, was soll ich zu solch einem Kommentar sagen? Am besten nichts :-). Kann persönlich über die Qualität nichts negatives sagen, was mich anfangs auch sehr überrascht hat.

      • Auf Dauer merkt man aber, dass Streaming auch beim Bild immer Kompromisse macht, wenn nicht bei einzelnen Frames, dann bei der Flüssigkeit der Bewegung, selbst wenn die mögliche Übertragungsrate voll ausgenutzt wird.

          • Genauer Hingucken hilft.
            Es ist ja angesichts der viel geringeren Übetragungsraten beim Streaming auch gar nicht anders möglich, besonders bei 4K-HDR-Inhalten

            • Das ist klar das die Übertragungsraten deutlich geringer sind als auf der Disc! Deswegen war ich tatsälich selbst überrascht, dass mir zumindest bis jetzt eigentlich nichts gravierdendes aufgefallen ist.

            • Ja, das fällt nicht immer sofort auf, aber auf Dauer bemerkt man den Unterschied. Je besser die Ausrüstung, desto früher.

  4. Bin mittlerweile auch zu 100% beim Streaming gelandet (4K Fire TV Stick, direkt über Lan angeschlossen – einfach genial!!!) Habe mich wegen der „schlechteren“ Qualität lange dagegen gewährt.
    Aber ich muss sagen, falsch gedacht! Ich sehe praktisch keinen Unterschied zur Disc, natürlich auch dank schneller Internet Verbindung läuft alles tadellos! Streaming ist die Zukunft, da beißt die Maus kein Faden ab! Mittlerweile habe ich meine Lieblingsfilme auch über Prime gekauft. Die Disc wird früher oder später wohl fast komplett verschwinden (10 Jahre…?) Persönlich finde ich das natürlich auch schade, aber es war und ist nicht mehr aufzuhalten! Was den Ton betrifft ist man beim Stream natürlich im Nachteil ja, persönlich habe ich aber auch keine Anlage mehr, aufdrehen ist schwierig wegen Nachwuchs. Habe mich aber auch mit Dolby Digital sehr gut zurecht gefunden. Für alle Sammler hoffe ich dennoch das ihr euer Hobby noch so lange wie möglich ausüben könnt!

    • Das wird noch lange lange gehen. Ich versteh auch nicht, warum das Joint Venture zur Folge haben soll, dass weniger Titel auf Blu Ray erscheinen. Aber gut.

      Der Unterschied ist mit gutem Eqiupment, welches auch gut eingestellt ist, leider immens. Helle Szenen sind in der Regel sehr gut bei Streaming aber sobald es schummerig oder dunkler wird, ist das ein low bitrate fest…whow….da kaufen sich Menschen für 2000€ und mehr TVs und schauen dann diesen unterirdischen Mist damit.

      Nun braucht man auch nicht jeden Filem oder jede Serie in maximaler Qualität, aber bei so einigen Sachen geht einem beim Streaming Matsch schon einiges verloren.

      UHD Blu Ray ist und wird eine Niesche bleiben. Verschwinden wird es aber nicht, da man durch die Hobby Heimkino oder Qualitätsliebhaber noch genug Umsatz machen. Zusätzlich die Sammler und die Leute, die nicht so Internet affin sind bzw kein gutes Internet bekommen können.

      Der Spaß wird schon seit Jahren totgesagt, die Dvd länger und die CD schon ewig und dennoch verkaufen sich alle Formate weiterhin

    • Ja, stoß uns den Dolch in den Rücken und dreh ihn noch hundertmal in der Wunde rum!
      „Die Disc wird früher oder später wohl fast komplett verschwinden (10 Jahre…?)“
      Ja, genauso wie die Vinyl-Schallplatte. 😉
      Was den Nachwuchs angeht, hältst Du es für pädagogisch sehr klug, Konzerne darüber bestimmen zu lassen, was für Inhalte Deine Kinder sehen können? Würden verantwortungsbewusste Eltern so etwas tun? Streaming Services treffen Ihre Wahl nicht danach, was gut für die lieben Kleinen ist, sondern was sich verkauft. Generell ist es sowieso keine gute Idee, die Freiheit zu wählen aufzugeben.
      Und Streaming ist auch deutlich schlechter für die Umwelt als Videoscheiben. Das beeinflusst auch und vor Allem die Zukunft der Kinder.

      • Was den Nachwuchs angeht :-)… das hat noch viele Jahre Zeit – und falls sie dann einen Player haben möchte ist das natürlich kein Thema :-). Allerdings glaube ich das das nicht so kommen wird, die Jugend heutzutage schaut dich ja schon fast mit großen Augen an wenn es um feste Medien geht. Wie gesagt, ich finde das auch sehr schade, aber dahin geht nunmal der Trend.

        • „Was den Nachwuchs angeht :-)… das hat noch viele Jahre Zeit –“
          Was die Wahl angeht, kann es dann schon zu spät sein, was die Umwelt angeht, erst recht. Genau diese Einstellung erzeugt beide Probleme.
          Bei Ersterem ist Meiner Meinung nach das Allerschlimmste, dass die nächste Generation gar nicht erst die Wahl bzw. Gelegenheit haben wird, das kennenzulernen, was sie dann letztendlich verpasst.

  5. Macht Universal nicht auch schon den Vertrieb für 20th Century Fox Heimkino-Filme? Ich hoffe deswegen, dass sich an der Qualität der Veröffentlichungen nichts ändert.

    • Nein, Fox macht den Vertrieb für MGM.
      Bei Warner und Universal mache ich mir qualitativ keine Sorgen. Die waren bisher immer so gut, wie das Quellmaterial hergab.

  6. Warner und Universal bringen IMHO viele der Besten Home Video Disks heraus. Um die Qualität mache ich mir da keine Sorgen.
    Aber wenn sich die Anzahl der Titel dabei verringert, ist das echt ärgerlich, weil gerade Warner in der Hinsicht immer vorbildlich war.
    Die Warner Archives in den USA bringen übrigens nicht nur DVD-MODs raus, sondern auch normale, gepresste Blu-rays von Titeln, die nicht ganz so Mainstream sind. Wäre extrem schade drum.

    • Oh ja so habe ich mir das auch gedacht. Ich hab ein Riesen Heimkino mit Dolby Atmos und liebe die Blu-ray Qualität und deren Vorteile. Ich habe Angst davor bald nur noch Netflix und co mir mit einem billigen 15Mbits stream anzuschauen. Oh man, ich hoffe das der Verkauf von Playstation 5 und der neuen Xbox Ende 2020 den Markt nochmal ankurbeln werden.

    • „Und wieder (zer)stören die Otto-Normalos mein Hobby. “
      Ich finde auch, die gehören abgeschafft, die Otto-Normalos. Übervölkern die Welt und schaden nur. 😉

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