Warner Bros. verlängert das Kinofenster (teilweise) wieder

Warner Bros. vollzieht eine Kehrtwende: Erst verkürzte man das Kinofenster, nun verlängert man es hingegen. Das Ziel sei es, flexibel von Fall zu Fall entscheiden.

Konkret geht es um die Entscheidung, Kinofilme 45 Tage nach dem Kinostart zum Streaming-Angebot HBO Max zu hieven. Das will Warner Bros. in Zukunft nicht mehr pauschal so handhaben. Stattdessen will man flexibel von Film zu Film entscheiden. So gibt ein Sprecher von HBO Max EMEA, Tom Nielsen, an, dass einige Filme schlichtweg ein längeres Kinofenster benötigen, um voll ihre Stärken auszuspielen.

Damit zeichnet sich ein weiterer Strategiewechsel an, der sich nach der Umformierung von WarnerMedia zu Warner Bros. Discovery ergeben hat. Seit der vorherige CEO, Jason Kilar, von David Zaslav abgelöst worden ist, schmeißt die neue Führung reihenweise die Pläne des Voränger-Regimes um. Beispielsweise wird HBO Max 2023 sogar komplett das Zeitliche segnen bzw. mit Discovery Plus verschmelzen. Zaslav hatte auch die Produktion „Batgirl“ kurz vor der Fertigstellung eingestampft. Der DC-Film sollte ohne Kinofenster direkt bei HBO Max starten.

Letzten Endes zeigt sich, dass die neue Führungsebene bei Warner Bros. Discovery nicht alles auf Streaming setzen möchte und einen traditionelleren Weg vorzieht. Vielleicht will man sich so auch mit den Filmemachern versöhnen, die Kilar mit seiner vorherigen Strategie verärgert hatte.

Kino hat für Warner Bros. Discovery wieder einen höheren Stellenwert

Eventuell geht es aber auch nur ums Geld und man musste feststellen, dass ein zu kurzes Kinofenster dafür sorgt, dass weniger Menschen den Eintritt zahlen und lieber später im Rahmen ihres Abonnements die Filme genießen. Zumindest dürfte es dazu reichlich interne Untersuchungen gegeben haben. Der aktuelle Geschäftsführer von Warner Bros. Discovery, Davis Zaslav, fährt einen rigiden Sparkurs und will vor allem die Finanzen wieder auf Kurs bringen.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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1 Kommentar
  1. Natürlich geht es dabei vor allem auch ums Geld. Das ist ja auch in Ordnung. Warner Filme müssen sich auf Dauer lohnen, sonst gibt es bald keine mehr.
    Und Flexibilität ist bei sowas grundsätzlich eine gute Idee. Nichts gegen Streaming, aber dem sollte nicht alles untergeordnet werden. Disney übertreibt da zum Teil ganz schön.

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