Telly ist ein Gratis-Fernseher, den es nur in den USA gibt. Die großen Ambitionen dahinter verpuffen allerdings auch über zwei Jahre nach dem Launch.
Schon 2023 stellte das Start-up Telly seinen Gratis-TV vor. Ohne Bescheidenheit sprach man schnell von 100.000 Vorbestellungen. Im ersten Jahr sollten 500.000 Einheiten ausgeliefert werden. Für 2024 rechnete das Management mit über 1 Mio. Einheiten. Rund zwei Jahre später sprechen die tatsächlichen Zahlen jedoch eine andere Sprache. Wie der Hersteller gegenüber Investoren Ende 2025 zugeben musste, konnte man bislang nur ca. 35.000 Smart-TVs in Kundenhände bringen.
Telly: Hat man sich mit dem Gratis-TV übernommen?
Offen ist, ob die überschaubaren Auslieferungsmengen an Problemen mit der Produktion oder fehlender Nachfrage liegen. Dazu wollte sich Telly offenbar nicht genauer öffentlich äußern. Denkbar ist, dass man sich verhoben hatte und nicht das notwendige Kapital vorschießen konnte, um die zuvor anvisierten Einheiten des kostenlosen Smart-TVs zu produzieren. Natürlich kann es jedoch auch sein, dass sich letzten Endes weniger Kunden mit dem Gratis-TV anfreunden konnten, als erhofft. Denn einen Preis zahlt man auch hier.

So spionieren auch andere Smart-TVs von LG und Samsung gut und gerne eure Daten aus, doch Telly sichert sich noch weitreichendere Rechte in seinen Nutzungsbedingungen. Deswegen ist es gut möglich, dass das Geschäftsmodell in dieser Form in der EU bzw. in Deutschland so gar nicht zulässig wäre. Eventuell sind aber auch in den USA doch viele potenzielle Kunden stutzig geworden.
Telly: So funktioniert der Gratis-TV
Der Gratis-Fernseher von Telly verwendet im Grunde zwei Displays. Unter der integrierten Soundbar befindet sich ein Bereich, in dem neben Werbung auch Widgets angezeigt werden. Diese zeigen z. B. Aktienkurse, Sportergebnisse und Wetterinformationen. Die untere Leiste kann und darf nicht verdeckt werden, denn Sensoren überwachen, dass die Werbung wirklich sichtbar bleibt. Ebenfalls an Bord ist beim Telly-TV auch eine Webcam für Videoanrufe.
Die Idee des Gratis-Fernsehers mutet gar nicht so uninteressant an. Wie die aktuellen Zahlen zeigen, bleibt die große Wirkung am Markt aber noch aus.
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Wenn das Ding nicht mit dem Internet verbunden ist, sollte es doch mit der Werbung egal sein oder irre ich mich da?
Dann funktioniert der TV nicht bzw. sperrt sich anscheinend. So schlau sind die Entwickler dann am Ende wohl doch (auch wenn das Produkt zum Scheitern verurteilt war).
Hab mir gestern mal die „terms of use“ schnell durchgelesen und da gibt es keinen Spielraum in der Verwendung. Hauptpunkte sind, der TV muss immer mit dem Internet verbunden sein und muss quasi der Haupt-TV sein (Gästezimmer oder Ähnliches sind nicht erlaubt). Kommen noch ein paar Regeln dazu und wenn man aus deren Sicht sich nicht daran hält, wird der Account gesperrt und letztendlich dazu aufgefordert den TV zurückzuschicken. Tut man das nicht, wird die Kreditkarte mit 1000$ belastet (KK-Angabe zwingend nötig für den Account).
Wow klingt ja echt nach einem tollen Angebot. Nicht!