Aquaman 4K Blu-ray im Test: Wassermann mit famosem Sound

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Unser Test / Review zur Aquaman 4K Blu-ray!
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Da ist er nun, der bisher hellste, bunteste und positivste Film des DC-Universums: Aquaman. Hatte man die Figur mit Jason Momoa in Batman v Superman und Justice League bereits packend eingeführt, beschloss man schon 2014, also noch vor dem Kino-Release von BvS, dass der Halb-Atlanter sein eigenes Abenteuer bekommen sollte. Auf dem Regiestuhl nahm James Wan Platz, der 2004 mit SAW groß wurde, mittlerweile aber aus der Horror-Ecke rausgekommen war. Die coole Hauptfigur, der noch coolere Momoa und das Unterwasser-Setting – das versprach ein großer Spaß zu werden. Herausgekommen ist aber eher der teuerste Trashfilm seit Kevin Costners Waterworld – Wasser scheint generell kein gutes Element für Big-Budget-Produktionen zu sein.

Schon die Geschichte, die manchmal etwas ungelenk Motive aus Tomb Raider/Indiana Jones (unter Beimengung von Game-Elementen aus dem Assassin’s-Creed-Universum) mit ein bisschen Arielle, die Meerjungfrau und einem großen Bisschen der König-Arthus-Saga vermischt, ist nicht sonderlich originell. Was insgesamt nicht so schlimm wäre, wenn Aquaman nicht unter zahlreichen „Oh-Gott“- und „nicht-wirklich,-oder?“-Momenten leiden würde.

Aquaman mag den imposanten Auftritt | Bildquelle: Warner Home Video

Das fängt bei der Wahl Patrick Wilsons als Bad Guy an. Dessen Besetzung kann nur daher rühren, dass er und Regisseur James Wan durch die vierfache Zusammenarbeit in den Insidious- und Conjuring-Filmen dicke Buddies geworden sind. Wo Wilson als Geisterjäger durchweg überzeugt, strahlt er als blondierter Antagonist leider keinerlei Respekt aus. Dazu agiert er dermaßen drüber (und meint das auch noch ernst), dass man sich zwischendurch die Augen zuhalten möchte. Und wenn ein Octopus in der Arena als Perkussionist herhalten muss, ist die Grenze zum kitschigen Nonsens längst überschritten. Selbst wenn das in den Comics so vorgegeben ist, wirkt es im Film einfach lächerlich.

Und dann ist da noch der zwischenzeitlich zum Black Manta mutierte Pirat David Kane, der für einen weiteren „echt jetzt?“-Moment sorgt. Ja, die Comic-Fans werden sagen: So sieht er in den Vorlagen halt nun mal aus. Mag ja stimmen, aber in einem SciFi-Film von 2018 muss es möglich sein, das Design anzupassen. Denn mit den übergroßen Augen und der Fliegenkopf-Form meint man tatsächlich, Puck, die Stubenfliege hätte zu viel Wachstumshormone genommen. Das Problem dabei: Black Manta wird (den Comic-Vorlagen entsprechend) als Aquamans Nemesis etabliert. Nur leider wirkt er in diesem Kostüm dermaßen lächerlich, dass man ein bisschen Angst vor möglichen Fortsetzungen bekommt.

Orm beansprucht den Thron für sich | Bildquelle: Warner Home Video

Leider war es das aber noch nicht mit der Kritik: Um neben ärgerlichen Kleinigkeiten wie dem nicht-mehr-Aufklären der inszenierten U-Boot-Attacke zu Beginn (die immerhin als Kriegs-Argument herhalten muss) zu einem letzten großen Kritikpunkt zu kommen: Ist Patrick Wilson als Antagonist bereits fehlbesetzt, verschenkt man auch noch das Potenzial, das in seiner Figur steckt. Die Themen Umwelt- und Meeresverschmutzung, Walfängerei und Delphinsterben werden kurz angerissen, wirken aber für Orm nur wie eine halbherzige Rechtfertigung, endlich den gewollten Krieg gegen die Menschen zu beginnen. Hier wäre so viel drin gewesen, dem Bad Guy eine Meta-Ebene zu verpassen, in der wir Zuschauer ihn hätten sogar verstehen, sein Handeln nachvollziehen können. Man hätte viel mehr machen können aus diesem moralischen Konflikt, hätte auch Aquaman mehr in diesen hineinziehen und dem Film dadurch wesentlich mehr Tiefe verleihen können – hätte …

Mera zeigt Arthur oft genug, wo der Frosch die Locken hat | Bildquelle: Warner Home Video

Dass Aquaman trotz dieser ganzen ärgerlichen Versäumnisse und unglücklichen Entscheidungen dennoch kein Fehlgriff ist, liegt an vier Dingen: Jason Momoa, Amber Heard, der Optik und der Action. Denn bei aller Kritik: Jason Momoas Charakter verzeiht man auch noch den peinlichsten Macho-Satz, weil er dabei so charmant mit seiner charismatisch-unterbrochenen Augenbraue zuckt. Amber Heard sieht im grünen Atlantis-Catsuit dazu einfach hinreißend aus und kämpft sich beachtlich wehrhaft durch den Film. Und was die Computer-Künstler in Sachen Unterwasserwelt erschaffen haben, ist ein visueller Hochgenuss sondergleichen. Wenn Vulko Arthur erklärt, dass seine Augen unter Wasser auch im Dunkeln sehen können, eröffnet die Kamera auch für den Zuschauer eine Welt, die fantastischer, detailreicher und lebhafter kaum sein könnte.

Black Manta wird zum kommenden Antagonisten | Bildquelle: Warner Home Video

Mit einer pastellbunten Farbpalette werden Pflanzen, Gebäude, Unterwasser-Gleiter und Kostüme so prächtig wiedergegeben, dass es für ungläubiges Staunen sorgt. Da Aquaman etwa zur Hälfte der Zeit unter dem Wasserspiegel spielt, kann man sich auch nach über zwei Stunden kaum an dieser Pracht satt sehen. Zumal jedes der unterschiedlichen Königreiche seine ganz eigene Optik erhalten hat. Von der vielfältig bunten Szenerie, die die Welt von Atlantis oder auch der Fishermen repräsentiert über die Düsternis, in der die Trench auf Beute gehen, bis hin zur erdig-braunen Oberfläche der Krustenwesen von Brine – alles wirkt stimmig und wirklich beeindruckend. Das Gleiche gilt für sämtliche Actionszenen. Vom Opener im Leuchtturm Toms über die Fights in Sizilien bis hin zu den gruseligen Auseinandersetzungen mit den Trench ist das großes Kino. Letztere dabei in einer visuell wirklich großartigen Sequenz mündend, in der Arthur und Mera umgeben von Tausenden der zombieartigen Aquarianer mit Leuchtfackeln in die Tiefe tauchen. Und wenn Aquaman dann in einer Massenkriegs-Szene auf dem Boden der Brine endet, darf man den CGI-Künstlern und der Inszenierung Wans durchaus ein ehrlich gemeintes Lob aussprechen.

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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

2 KOMMENTARE

  1. Ich glaube, die Angaben über die Filmformate zu Aquaman bei IMDB etc. sind sehr unvollständig. Wozu gibt es auf der 4K-BD so viele Szenen im IMAX-Seitenverhältnis, wenn es angeblich keine IMAX-Aufnahmen gibt? Abgesehen davon sind gerade diese Aufnahmen oft deutlich detailreicher als 3.4K-Aufnahmen mit einem 2K-DI hergeben. Das deutet sehr stark auf eine Alexa IMAX oder ähnliche Kamera mit einem 4K-DI bei manchen Aufnahmen hin. Solche gemischten Filmformate kennt man ja schon zu genüge von Christopher Nolans Filmen oder Zack Snyders Batman v. Superman.

  2. Die IMAX 3D Version im Kino hat mir persönlich besser gefallen als die 4K UHD Blu Ray.
    Da war man wirklich mittendrin.
    Zuhause sind die HDR Highlight schöner, dafür vermittelt der Film insgesamt weniger Atmosphäre.

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