Das Ende einer Kino-Ära: Cinemaxx übernimmt Cinestar

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Cinemaxx darf Cinestar übernehmen
Cinemaxx darf Cinestar übernehmen

Grünes Licht für die Übernahme: Cinemaxx schluckt den ehemaligen Konkurrenten Cinestar. Die Kinolandschaft verändert sich.

Kinobetreiber haben es immer schwerer: Es ist kein Geheimnis, dass wir uns in einer einmaligen Ära befinden. Denn erstmals in der Geschichte des Films ist es heute für Menschen im Wohnzimmer leicht möglich eine Bildqualität zu erreichen, welche die fast aller Kinos betrifft. Während in den Wohnzimmern dieser Welt nämlich 4K und HDR zum Standard geworden sind und 8K auch schon anklopft, arbeiten viele Kinos noch mit 2K-Projektoren und können von HDR ohnehin nur träumen.

Modernisierungen wie im ersten Dolby Cinema Deutschland sind kostspielig und rentieren sich erst auf sehr lange Sicht. Kleinere Kinobetreiber versuchen sich dabei auf andere Weise bei den Zuschauern einzuschmeicheln. Etwa kann das durch Service am Platz gelingen, durch einen Fokus auf Arthouse-Filme oder auch durch das Anbieten von O-Ton-Vorstellungen ohne störende Untertitel. Generell lernen aktuell viele Kinogänger den Charme örtlicher Kinos mit lokalen Betreibern wieder zu schätzen.

Schwer ist es da für große Ketten, die über wenig eigenes Flair verfügen und sich auch technisch nicht mehr absetzen können. Die Folge ist, dass der Markt kleiner wird. Das sehen wir nun auch daran, dass das Bundeskartellamt die Übernahme von Cinestar durch Cinemaxx durchgewunken hat. Es gibt nur eine Auflage: Einige Kinos in sechs Städten müssen an Wettberwerber veräußert werden, damit das Gleichgewicht erhalten bleibt.

Auch Streaming baut Druck auf die Kinos auf

Durch die Zusammenführung der Cinemaxx- mit den Cinestar-Kinos entsteht der nach Umsatz und Leinwandzahl führende Kinobetreiber in Deutschland„, erklärt der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. Damit die Verbraucher dennoch Auswahl haben, müssen die Cinestar-Kinos in Augsburg, Bremen, Gütersloh, Magdeburg und Remscheid sowie das Cinemaxx-Kino in Mülheim an der Ruhr verkauft werden.

Cinemaxx gehört dabei zu Vue, einem international tätigen Betreiber. In Deutschland unterhält man 31 Kinos. Cinestar hat mehr als 50 Kinos in seinem Besitz, die dann zu Cinemaxx gehören werden. Dabei baut natürlich auch Streaming Druck auf: Viele Zuschauer geben sich mittlerweile gerne exklusiven Eigenproduktionen auf Kino-Niveau, etwa Netflix „The Irishman“ auf der Couch hin oder warten ab, bis zuvor im Kino gelaufene Filme digital verfügbar sind.

7 KOMMENTARE

  1. ARGH! Das bedeutet, dass mein Stammkino, das CineStar Düsseldorf, den Besitzer wechselt. Das ist deswegen ein Problem, weil es das einzige Kino in der Gegend ist, das regelmäßig ganze Wochen lang aktuelle Filme im englischen Original zeigt.
    Es wäre wirklich extrem schade, wenn ich mir jetzt im Kino neben der mäßigen Bild- und Tonqualität auch noch deutsche Synchros antun müsste.
    Wenn das passiert, wechsle ich wahrscheinlich zum UCI. Die haben wenigstens iSense.

  2. Ich glaube, dass es Kinos heute und in der Zukunft sehr schwer haben werden zu überleben. Heute haben die Leute gute Hardware zu Hause um Filme zu schauen. Ein 4K Bild mit HDR und 3D-Ton machen es den Kinos schon schwer dieses toppen. Manche Leute, immer mehr Leute, lassen sich sogar ein Highend Kino zu Hause installieren, welches einem Kinobesuch schon sehr nahe kommt.
    Des Weiteren gibt es auch immer mehr Filme über Sky, Netflix, Amazon, Apple etc., die garnicht im Kino laufen.
    Und die anderen Filme kann man auch zu Hause sehen, wenn man ein paar Monate wartet, was viele Leute gerne machen.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es in 5 bis 10 Jahren wesentlich weniger Kinos als heute gibt in Deutschland. Wir werden eventl. ein großes Kinosterben erleben.

    • @Stefan D.: Deine Äusserungen sind real und überlegt vernünftig. In einigen Dingen bin ich bei Dir. Ja, ich gehöre auch zu denen, die ein HIGH END Kino haben. Obwohl ich in der Nähe eines guten DOLBY CINEMAS wohne, gehe ich nur deswegen noch dahin, weil meine Leinwand „nur“ 3 Meter hat und im realen Kino sind es 14 Meter! Leider gibt es noch keinen aktuellen Film in Deutsch auf meinem KALEIDESCAPE Heimkino System. (Einfach mal googlen was das System hergibt) USA-Veröffentlichungen kann ich legal sehen in Englisch. Klangtechnisch bin ich gut dabei mit 4k Laser, HDR und 3D Ton und 11 aktiven Lautsprechern.

      Problem der Kinos: Es müssen neue Atraktionen her! Die Schweizer haben da schon Ideen.
      siehe Video https://www.youtube.com/watch?v=SWCvFThNZ-I
      Stichwort: 4D!

      Ganz so schwarz wie Du sehen ich die Zukunft des Kinos nicht.
      Kino ist ein Stück KULTUR. So schnell wird dies nicht sterben, zumal totgesagte oft länger leben als erwartet….Es liegt an den Konzepten, die hoffentlich kommen….

  3. Wenn ich in Lüneburg ins Kino gehe, ist mir völlig egal, ob da Cinestar oder Cinemaxx drauf steht. Und für den gemütlichen Arthouse- oder OV-Abend habe ich zum Glück genug Auswahl in Hamburg.

  4. Für die Kinos ist es halt tatsächlich schwer mit dem Tempo mitzuhalten, den die Branche im „Home Entertainment Bereich“ abliefert. Es ist ja noch nicht mal so lange her, dass in den Kinos noch analog abgespielt wurde. Erst die Aufrüstung auf digitale Projektoren, dann kam der 3D Hype. Dann Sachen wie Atmos, 4K, HDR usw..

    Da ist man halt nur am investieren als Betreiber. Das wird wohl auch der Grund sein, wieso die Filmstudios noch 3D anbieten. Die würden die Kinobetreiber damit ja sonst vor den Kopf stoßen (Beim Normalo kann man das natürlich machen). Ansonsten wäre das auch dort schon verschwunden.

    Schauen wir aber mal, was Cinemaxx jetzt aus den Kinos macht. Das ein oder andere Kino wird bestimmt geschlossen.

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