Ist Warner für die das schwache Kinoergebnis von „The Matrix: Resurrections“ mitverantwortlich?

Die aggressiven Taktiken von WarnerMedia zur Stärkung des Streamingdienstes HBO Max werden jetzt mit einer Klage belohnt. Village Roadshow wehrt sich gegen das Angebot von „Maxtrix: Resurrections“ auf HBO Max.

Das Filmstudio Village Roadshow, die Warner Bros. über viele Jahre hinweg mit wichtigen Blockbustern versorgte, hat vor dem Los Angeles Superior Court wegen angeblicher Vertragsverletzung Klage eingereicht. Die Klageschrift, die ganze 50 Seiten umfasst, geht mit Warner Bros. ziemlich hart ins Gericht. So wirft man WB z.B. vor „die absichtlichen und konsequent koordinierten Bemühungen von WB, den erheblichen Wert des geistigen Eigentums von Village Roadshow auszuweiden“.

Warner Bros. nahmen bereits Stellung zu den Anschuldigungen und sehen darin nur ein Ablenkungsmanöver. Village Roadshow möchte sich damit angeblich nur um die Teilnahme bei einem Schiedsverfahren drücken, welches Warner Bros. in der Woche zuvor eingeleitet hatte. WB ist überzeugt, „dass dieser Fall zu unseren Gunsten gelöst wird“.

Hat Warner Bros. „Matrix: Resurrections“ im Kino vernachlässigt?

Im Mittelpunkt des Disputs steht „The Matrix: Revolution“, der mittlerweile vierte Teil der Science-Fiction-Saga. Village Roadshow wirft Warner Bros. vor, den kommerziellen Erfolg des Films durch die Bevorzugung des Streamingportals HBO Max beeinträchtigt zu haben. Der Film, der im Dezember 2021 weltweit in den Kinos startete, hat in diesen Tagen gerade so die 153 Millionen US-Dollar-Marke geknackt. Die Produktionskosten werden mit 190 Millionen US-Dollar beziffert. Also ein Reinfall, wenn man das Ergebnis an den Kinokassen isoliert betrachtet.

Im Laufe einer 25-jährigen Beziehung mit Warner Bros. hat Village Roadshow 4,5 Milliarden US-Dollar für die Produktion und den Vertrieb von fast 100 Filmen gezahlt, behauptet die Klage. In diesem Zeitraum gab es keine früheren rechtlichen Verwicklungen, eine Tatsache, die als „einzigartig in der Unterhaltungsindustrie“ beschrieben wird. Die Matrix-Franchise hat nicht nur rund 2 Milliarden US-Dollar an Kinokassen generiert, so die Klage, sondern auch andere Filme von Village Roadshow sind nach erfolgreichen Kinostarts finanziell in die Höhe geschossen. Die Klage nennt auch Beispiele wie Joker, die Ocean’s-Serie, Charlie
und die Schokoladenfabrik und Edge of Tomorrow.

Die traditionelle Evaluierung des Gesamtwerts einer Marke ergab sich immer aus dem Erfolg an den Kinokassen. Jetzt treiben Filme wie „The Matrix: Resurrections“ auch Streamingplattformen an, generieren neue Abonnenten und so muss diese Betrachtung auch in die Wertentwicklung einer Marke einfließen. Diese Daten behält Warner Bros. aber gerne für sich. Village Roadshow möchte sich jedoch an den zusätzlichen Einnahmen der Streamingplattformen beteiligt sehen.

Erster Rechtsstreit mit Warner Bros. in dieser Form

Warner Bros gelang es 2021 bereits mehrere Klagen abzuwehren, bzw. im Keim zu ersticken. Ähnliche „Konfrontationen“ gab es nämlich bereits mit Legendary Entertainment, mit dem Start von „Dune“ und „Godzilla vs. Kong“. Jedoch erhob bislang kein Filmstudio eine Klage, da WB finanzielle Mittel von rund 200 Millionen $US in die Hand genommen hat, um dutzende von Partnern zu entschädigen. Die Klage von Village Roadshow könnte somit große Signalwirkung besitzen. Früher gab es nur das Kino, um hochwertige Filmproduktionen an den Mann/Frau zu bringen. Jetzt muss sich das Kino den Platz mit unzähligen Streamingdiensten teilen. Im Gegensatz zu den Einnahmen an den Kinokassen, sollen die Produktionsfirmen jedoch nicht am Erfolg von HBO Max, Paramount+, Disney+ und Co. beteiligt werden.

Das eine solche „Ungleichgewichts-Klage“ erfolgt haben kann, zeigt die Auseinandersetzung zwischen Scarlett Johansson und Walt Disney, die sich über die Verwertung und die damit verbundenen Gagen von „Marvel: Black Widow“ gestritten hatten. Disney musste damals eine nicht unerhebliche Summe an Frau Johansson zahlen (außergerichtlich), deren Gage in Abhängigkeit von den Kinozahlen errechnet wurde.

Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse

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7 Kommentare
  1. Bitte die Artikel vor dem Posten nochmal gegenlesen. Der Film heißt „The Matrix Resurrections“. Ohne : mit s. Auch The Maxtrix ist nicht korrekt, außerdem ist „The Matrix RevolutionS“ (ebenfalls ohne : und mit s) nicht der 4 Teil 🙂

      • „Im Mittelpunkt des Disputs steht „The Matrix: Revolution“, der mittlerweile vierte Teil der Science-Fiction-Saga.“

        🙂 Sorry für’s Meckern.

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