Kinobranche rechnet für 2022 mit anhaltender Krise

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Der deutsche Kinoverband moniert die aktuelle Corona-Politik.
Der deutsche Kinoverband moniert die aktuelle Corona-Politik.

Die Kinobranche ist von Corona schwer getroffen. Für 2022 befürchtet man, dass die Krise weiterhin anhalten dürfte.

Wir hatten ja schon aufgegriffen, dass sich die Kinobranche laut dem Branchenverband HDF Kino unfair behandelt fühlt. Etwa könne man nicht nachvollziehen, warum Gastronomie und Hotelbranche besser gestellt würden. Für 2022 rechnet man nun mit anhaltender Durststrecke für das Kino, insbesondere, da neue Lockdowns im Raum stehen.

Aktuell belebt der Film „Spider-Man: No Way Home“ das Kino und stellt für die Pandemie neue Rekorde auf. Allerdings rechnet man damit, dass diese Hochphase schnell wieder abbauen dürfte. Für Kinobetreiber sei ein Problem, dass sie sich normalerweise im üblicherweise starken Winter Rücklagen für den traditionell schwachen Sommer aufbauen könnten. In der Corona-Krise sei das aber nicht ausreichend möglich gewesen.

 

 

Laut dem HDF Kino hätten die Menschen durchaus Lust auf Kino. Allerdings denken wir in der Redaktion, dass es aktuell besser ist sich auf das Heimkino zu beschränken, um sich und andere bestmöglich zu schützen. Natürlich wird ein Branchenverband anders argumentieren, aber das Infektionsrisiko für sich und andere minimiert man am, besten, indem man jegliche Menschenansammlungen meidet.

Kino in der Krise: Auch Streaming trägt seinen Teil bei

Das Kino kämpft ohnehin abseits seines Charakters als soziales Ereignis um die Daseinsberechtigung: Technisch kann man zumeist im Heimkino ein besseres Ergebnis erzielen und die Zeitfenster der Kinos schrumpfen ebenfalls. So sind die wenigsten Kinos für natives 4K mit HDR und 3D-Sound gerüstet, da insbesondere HDR sich mit Projektoren nur schwer zufriedenstellend realisieren lässt.

Vertriebe wie Disney haben bereits reagiert: Etwa wanderte der Animationsfilm „Encanto“ bereits rund einen Monat nach Kinostart für alle Abonnenten zu Disney+. Das eröffnet die Frage nach eurer Meinung: Wird es dem Kino wie den Videotheken ergehen und die Zeit ist einfach abgelaufen? Oder hat die Branche nach der Corona-Krise wieder eine Blütezeit vor sich?

 

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9 KOMMENTARE

  1. Ich befürchte den Kinos ergeht es bald so wie den Videotheken mit wirtschaftlich weitaus stärkeren Auswirkungen. Das geht dann ganz schnell.
    Wenn die Politik dass zulässt dann muss sie mit den Konsequenzen leben. Es gibt viele Möglichkeiten die Kinos offen zu halten.

  2. Was nützt ein die beste Hardware, wenn nur Käse damit befeuert werden kann? Im Jahr 2021 rasselte es nur an Flops, da würde ich auch nicht ins Kino gehen. Gutes Beispiel Matrix, den wollte ich mir eigentlich im Kino ansehen. Da der vorm Kinostart schon von den Kritikern zerrissen wurde, habe ich mir den auf HBOMax angesehen, zum Glück war ich nicht im Kino.
    Corona wird ein Bestandteil der Gesellschaft, damit muss sich das Kino abfinden.

    • Bei Matrix Resurrections bin ich aber ganz anderer Meinung. Die Kritiker haben sowieso keinen dieser Filme jemals verstanden, bis auf den ersten.
      Ich glaube nicht, dass die Kinos die Corona-Situation nicht verstehen. Es sind viel mehr die Politiker, die nicht verstehen, dass man Fanatiker, die unsere Gesellschaft als Geiseln halten, nicht verhätscheln darf, um ein paar extremistische Wähler zurückzugewinnen.

        • Würde ich gerne, aber an dieser Stelle hängt das leider extrem eng miteinander zusammen.
          Zum Glück dürfen die Kinos hier in NRW vorerst aufbleiben. Hoffentlich bleibt das so.

  3. Spider-Man: No Way Home hat gerade die eine Milliarde-Dollar-Marke überschritten. Da kann man nur gratulieren! Es geht dem Kino also wohl aktuell wieder besser, sonst wäre das nicht möglich.

    „Allerdings denken wir in der Redaktion, dass es aktuell besser ist sich auf das Heimkino zu beschränken, um sich und andere bestmöglich zu schützen. Natürlich wird ein Branchenverband anders argumentieren, aber das Infektionsrisiko für sich und andere minimiert man am, besten, indem man jegliche Menschenansammlungen meidet.“
    Wenn es rein um die Ausbreitung der Pandemie geht, ist es natürlich besser, Menschenmassen zu vermeiden. Aber hier in NRW gilt 2G und Maskenpflicht außerhalb des Sitzplatzes. Gruppen bleiben durch mindestens einen leeren Sitzplatz getrennt und Kinos haben sowieso generell mit die beste Luftumwälzung durch Klimaanlagen, die es überhaupt gibt. Darum glaube ich nicht, dass Kinos eins der größeren Risiken der Omikron-Verbreitung darstellen.
    Man kann sich da übrigens auch gegen Corona boostern lassen. Das reduziert das Risiko auch sehr stark.
    Auch wenn ich Euch zustimme, dass Bild- und Tonqualität im Heimkino oder Wohnzimmer besser sein können als in Kinos, habe ich bisher keine inhaltliche Konkurrenz zu Kinofilmen gesehen, auch nicht bei Streaming-Filmen. Darum gehe ich immer noch öfter mal ins Kino, um diese Art Filme zu fördern.
    Und dann kommen noch psychologische Aspekte dazu. Man muss einfach zwichendurch mal unter Menschen, sonst wird man depressiv und aggressiv. Das kann man an der steigenden häuslichen Gewalt sehen. Auch die bringt Leute ins Krankenhaus oder ins Grab.
    Ins Kino gehen macht Leute auch weniger unvorsichtig, als sich in der Kneipe zu besaufen, oder bei nicht kontrollierbaren Besäufnissen mit Bekannten zu Hause, ohne Abstand und ohne Klimaanlage.

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