LG: Neue Fabrik in China könnte für bislang größten Preissturz bei OLEDs sorgen

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Schick: Die neue OLED-Produktionsanlage von LG Display in China bringt nicht nur tolle Technik hervor, sie soll auch von Außen etwas her machen
Schick: Die neue OLED-Produktionsanlage von LG Display in China bringt nicht nur tolle Technik hervor, sie soll auch von Außen etwas her machen

LG Display hat endlich die Freigaben für die Baugenehmigung einer neuen OLED-Fabrik erhalten. Die neue Produktionsanlage der 8.5 Generation in China könnte maßgeblich zur Preisreduzierung von OLED-Fernseher beitragen.


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Die Bezeichnung „8.5 Generation“ steht nicht für die Entwicklungsstufen der Produktionsanlagen, sondern für die Größe der damit produzierten Substrate. Man kann sich die Substrate als „Leinwand“ vorstellen, auf der die OLED-Schichten aufgetragen werden. Im aktuellen Fall misst eine dieser „Leinwände“ um die 2.500 x 2.200 Millimeter. Daraus lassen sich sechs OLED-Displays mit 55 Zoll Diagonale (Bildverhältnis 16:9) herausschneiden. 55 Zoll stellt auch weiterhin die beliebteste Größe bei OLED Fernsehern dar. Der Anteil der 65 und 77 Zoll Geräte liegt unter 30 Prozent.

Die neue OLED-Fabrik soll in Guangzhou (China) entstehen. Die benötigten Freigaben wurden nun von Regierungsvertretern in Südkorea und China erteilt. Mit dem Neubau soll sich die Produktionskapazität für OLED-Displays mehr als verdoppeln! Aktuell werden um die 70.000 Substrate (entspricht um die 420.000 55-Zoll Displays) pro Monat gefertigt. Zum Produktionsstart sollen insgesamt 130.000 Substrate (mindestens 780 Tausend OLED-Displays) vom Band rollen. Bei voller Auslastung könnten bald 1 Millionen OLED-Panels pro Monat produziert werden. LG plant mit rund 10 Millionen OLED-Panels mit 55 Zoll sowie mehreren hunderttausend in 65 und 77 Zoll – pro Jahr.

Ansturm auf OLED bleibt ungebrochen

Eine Produktionsanlage der 8.5 Generation ermöglicht Substrate mit 2.500 x 2.200 mm, aus dem sich wiederum sechs 55 Zoll OLED Panels schneiden lassen
Eine Produktionsanlage der 8.5 Generation ermöglicht Substrate mit 2.500 x 2.200 mm, aus dem sich wiederum sechs 55 Zoll OLED Panels schneiden lassen

Der Ansturm auf die OLED-Technik bei LG Electronics und Drittanbietern wie Sony, Philips, Panasonic oder Loewe ist ungebrochen. Der Markt verlangt nach der innovativen Technologie und LG Display möchte diese natürlich liefern. Die Erhöhung der Produktionskapazitäten sowie der Bau in China (günstigere Löhne) könnten zwei Effekte nach sich ziehen. Zum einen darf man auf zusätzliche Modelle diverser Hersteller mit einer weitaus besseren Verfügbarkeit hoffen, zum anderen dürften die Preise für OLED-Fernseher noch weiter fallen.

Die günstigsten Angebote für 55 Zoll OLED-Fernseher bewegen sich stand heute zwischen 1.200 bis 1.400 Euro. Die psychologische Grenze von 1.000 Euro wurde bislang nicht unterschritten (Oder vielleicht bald beim Amazon Prime Day?). Ist dies irgendwann der Fall, würde sich die Käuferschicht deutlich erhöhen und die Erhöhung der Produktionsvolumen wären mehr als nötig.

Schick: Die neue OLED-Produktionsanlage von LG Display in China bringt nicht nur tolle Technik hervor, sie soll auch von Außen etwas her machen
Schick: Die neue OLED-Produktionsanlage von LG Display in China bringt nicht nur tolle Technik hervor, sie soll auch von Außen etwas her machen

OLED ist noch sicherlich nicht in der „Mitte des Wohnzimmers“ angekommen. Der Großteil der verkauften TV-Geräte in Full-HD und 4K entfallen immer noch auf Modelle mit LCD-LED-Technik. In den nächsten Jahren könnte sich die Gewichtung jedoch verändern. Das glaubt auch LG Display und plant bereits eine weitere OLED-Fabrik mit noch größeren Substraten (10.5 Generation) um auch den Trend der immer größer werdenden TV-Displays gerecht zu werden. Parallel werfen neue Display-Technologien wie Micro-LED oder Quantum-Dot-OLED ihre Schatten voraus!

LG: Neue Fabrik in China könnte für bislang größten Preissturz bei OLEDs sorgen
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5 KOMMENTARE

  1. Der Hinweis, dass noch immer mehr LCD-TVs als OLED verkauft werden, scheint für das vergangene Quartal 2018 (in dem gleichen Preissegment) aber nicht mehr zu stimmen, da laut veröffentlichten Marketing-Daten erstmals weltweit mehr OLEDs als LCDs verkauft wurden, wohlgemerkt in der gleichen Leistungs- und Preisklasse. Das dürfte wohl dem koreanischen Hersteller Samsung als Marktführer im LCD-Segment am meisten Probleme bereiten.

    • Übergreifend auf alle Preissegmente sind es aber deutlich mehr LCDs. Wenn weltweit rund 270 Millionen TV-Geräte verkauft werden, ist 3-4 Millionen OLEDs nicht gerade viel. Wir haben auch über die GfK Auswertung Ende letzten Jahres berichtet. Die Zahlen sind aber mit Vorsicht zu genießen.

      Man sprach davon, dass drei viertel (74 Prozent) aller 55 Zöller über 2.000 US-Dollar OLED-Fernseher seien. Bei 65 Zöllern ab 3.000 US-Dollar um die 60 Prozent. Man könnte jetzt argumentieren: „OLED verkauft sich weit besser, da bessere Qualität“. Oder man argumentiert: „OLED ist teuer und verkauft sich innerhalb seines eigenen Preissegments gut“.

      Seitdem hat sich aber natürlich wieder etwas getan. Ich denke OLED kann im „High-End-Preissegment“ deswegen punkten, weil viele Hersteller nicht mehr viel in High-End-LCDs investieren. Entweder man schwenkt ab einer bestimmten Ausstattung auf OLED um, wie es Panasonic, Philips, Sony, Loewe usw. machen, oder man investiert in neue Technologien wie es Samsung aktuell macht. Beide Wege sind legitim. Ich habe persönlich nur die Sorge, wenn es nur einen großen OLED-Display-Hersteller gibt und sich alle Hersteller von diesem abhängig machen, könnte das negative Auswirkungen für die Weiterentwicklung der Bildqualität haben.

      • Sehe ich ähnlich. Mindestens ein zweiter Panel-Hersteller sollte für preisliche und qualitative Konkurrenz sorgen. Ansonsten finde ich den Trend zu OLED gut. Mein aktueller TV ist noch jung aber in 5 Jahren freue ich mich (hoffentlich) über ausgereifte Technik, große Diagonalen und kleine Preise.

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