Loewe meldet sich zurück: „Made in Germany“ soll wieder glänzen

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Loewe Kronach Fertigung
Loewe nimmt die Fertigung in Kronach wieder auf

Der deutsche Hersteller Loewe will wieder mit „Made in Germany“ Kunden erobern. Die Fertigung im Firmensitz Kronach wurde bereits erneut aufgenommen.


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So hat Loewe da ja eine sehr bewegte Geschichte hingelegt: Mitte 2019 musste man Insolvenz anmelden, die Zukunft sah für den Traditionshersteller erst einmal ungewiss aus. Rasch wurde klar, dass die Marke an neue Besitzer gehen würde, die genauen Bedingungen konnte man aber nur schwer absehen. Schließlich erhielt dann Skytec den Zuschlag und es sah zunächst danach aus, dass in Kronach nichts mehr gehen würde.

Es kam etwas anders und Loewe kündigte schon vorab für die IFA 2020, deren Zukunft allerdings angesichts der Corona-Krise recht ungewiss ist, neue TV-Modelle an. Nun hat uns der Hersteller selbst per Pressemitteilung über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Demnach laufe die TV-Produktion in Kronach wieder. 90 Mitarbeiter seien am Standort aktuell beschäftigt. Loewe wolle sich nun neu positionieren. Für uns ist allerdings noch etwas offen, wie das funktionieren soll.

Loewe fertigt bereits wieder Fernsehgeräte in Kronach
Loewe fertigt bereits wieder Fernsehgeräte in Kronach

So heißt es, man wolle weiterhin das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ in den Fokus rücken. Zudem setze man auf eine „Handmanufaktur für OLED-Modelle“, zusätzlich zur automatisierten Fertigung. 30 spezialisierte Mitarbeiter setzen die Premium-OLEDs also von Hand zusammen. Jedem sollte aber klar sein, dass das Gros der Bauteile, auch die OLED-Panels, dennoch aus Asien stammt.

Wagt Loewe zu viel oder zu wenig?

Man kann sich nun darüber streiten, ob Loewe zu viel oder zu wenig wagt: Die neu gegründete Loewe Technology GmbH arbeitet unter einer neuen Geschäftsleitung, die Strategie klingt aber altbekannt. Und zuletzt funktionierte genau das Umwerben von Kunden mit „Made in Germany“ ja eben nicht. Angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise ist fraglich, ob Loewe da mit seinem Premium-Modell ausreichend Interessenten erreichen wird, wenn alle die Gürtel enger schnallen müssen.

Loewe Kronach
Kommt Loewe nun wieder auf Kurs?

Loewe will auch ein neues Zentrum für Forschung, Design und Entwicklung etablieren – ebenfalls in Kronach. So streckt man die Fühler über das LCD- und OLED-Segment hinaus aus. Bereits seit Februar 2020 läuft nun wieder die Versorgung von Loewe Serviceteilen. Zeitgleich hat man wieder mit der Auslieferung von Produkten aus dem bekannten Portfolio an Handelspartner begonnen – etwa dem aktuellen Topmodell Loewe bild 7. Nun darf man gespannt sein, was die Zukunft für Loewe so bringen wird.

13 KOMMENTARE

  1. Der Name Loewe bürgt wirklich für Qualität nach einigen Fehlkäufe bin ich auf Loewe gestoßen und habe es nicht bereut, habe schon den vierten Fernseher spielen alle noch habe drei davon an die Kinder verschenkt. Loewe ist der Fernseher der dass macht was man will ,und nicht was er will die Bedienung istsollte Loewe es schaffen wird der nächste Fernseher wieder ein Loewe ich drücke jedenfalls die Daumen für Loewe und für mich.

  2. Ich gehe der Diskussion mit den Apps auch mit der Apple TV Lösung aus dem Weg. Es passiert ständig, dass neue Apps auf den Markt kommen, die die TV Hersteller nicht in Ihren Geräten haben. Eine zusätzliche Soundbar ist dann auch keine Lösung, wenn ich einen Loewe TV mit Standfuß möchte, deshalb finde ich die integrierte Soundbar die durch einen kleinen Subwoofer unterstützt werden kann eine geniale Lösung. Ich freue mich auf jeden Fall schon bis die ersten Geräte wieder bei mir im Laden stehen.

  3. Das Marktsegment, das Loewe bis kurz vor seinem letzten Ableben bedient hat, war zum Schluss einfach zu klein geworden, als dass die Marke davon hätte noch weiter überleben können:
    Profilierungsgeile Schnösel mit viel Kohle und wenig Ahnung, auf der Suche nach nem Statussymbol zur Kompensation ihrer zu kleinen… you know what I mean.

    Für den Kenner waren Dinge wie Bildqualität (bis auf ggf. bei den OLEDs) und Ausstattung für den Preis schon länger nicht mehr wirklich konkurrenzfähig, für den Massenmarkt die Preise einfach sowieso viel zu hoch.
    Denn der Pöbel will (und glaubt nach wie vor an) Qualität „Made in Germany“ zu Preisen von „Made in China“.
    Da man, um „Made in Germany“ draufschreiben zu dürfen, aber schon seit längerem lediglich die letzte Schraube in Deutschland anziehen muss, stellt dies technisch kein Problem mehr dar – und ebnet den Weg, um (scheinbar) genau das möglich zu machen.
    Das wird dann auf jeden Fall erstmal für höheren Absatz sorgen als zuvor.

    Dem Markennamen selber wird es auf Dauer sicherlich schaden, allerdings wohl nicht wirklich in den Kreisen derer, die den Quatsch ernsthaft glauben – die denken schließlich auch, dass Telefunken, Blaupunkt und Grundig noch heute „echte deutsche Markenqualität“ bedeuten.

    • Ich habe wirklich selten so einen zum Himmel schreienden Unsinn gelesen! Zunächst einmal kauft Loewe OLED-Bildschirme bei LG ein (wie übrigens jeder andere Hersteller – abgesehen von LG selbst – auch). Die Loewe OLED TVs können absolut mit LG OLEDs mithalten in Sachen Bildqualität (ist ja auch dasselbe Panel drin, so eine Überraschung…). Die Upscalingqualität ist beim Loewe bild 7 absolut hervorragend und schlägt die des Oppo UDP-203. Woher ich das weiß? Habe beide im Einsatz, und kann die bessere Upscalingqualität des Loewe sehen, wenn ich den Oppo im Source Direct-Modus betreibe (dann gibt er das Bild ohne Skalierung aus). Da gibt es überhaupt nichts auszusetzen.

      Der Loewe bild 7 hat auch den deutlich besseren Ton dank eingebauter Sound Bar. Klar geht das auch noch besser, aber dann eben nicht eingebaut, sondern verbunden mit viel Kabelgedöns.

      Der Mehrwert eines Loewe TV besteht in der langen technischen Unterstützung durch den Hersteller sowie der Möglichkeit, ein 5.1 System kabellos einzubinden und vom TV aus zu steuern. Das wirst du sonst nirgendwo finden. Subjektiv schönes Design kommt dazu, ist aber kein technischer Mehrwert.

      Der einzige Kritikpunkt an Loewe TVs wären die fehlenden internen Apps, aber ganz ehrlich: Ist das in Zeiten von Apple TV und Amazon Fire Stick wirklich der Rede wert? Letztlich unterstützen die meisten Hersteller ihre TVs und somit die internen Apps ohnehin nur kurz, wenn man sich darauf verlässt, steht man ohnehin sehr bald mit veralteten Apps da. Das kann der Apple TV o.ä. deutlich besser, nachhaltiger, und mit angemessener Performance.

      Über den Aufpreis bei Loewe kann man sich streiten, wir haben unseren zu einer Zeit gekauft, als die Preisdifferenz zu LG eher gering war. LG hat eben relativ schnell die Preise gesenkt, was Loewe aufgrund seiner Struktur so nicht mitmachen konnte. Das hat dann zu einem ungünstigeren Preis-Leistungsverhältnis geführt. Dass dies aber schon von Anfang an der Fall gewesen wäre, ist schlicht und ergreifend falsch.

      Und „Made in Germany“… Da bin ich Realist: Selbst wenn Loewe komplett in China oder Südkorea fertigen würde, wäre das weder besser noch schlechter als das, was ich bei Herstellern anderen geboten bekomme. Da sehe ich weder ein Plus noch ein Minus. Man sollte den TV daran messen, ob der Mehrwert den Aufpreis rechtfertigt. Ich denke, die leicht infantile Diskussion „Made in…“ kann man sich getrost schenken.

        • Ja, seit 2019, mit externem Stick am TV angeschlossen. Loewe konnte das mit seinen OLEDs nativ schon seit 2016. Und der Markt sah bei WiSa-kompatiblen Lautsprechern zeitweise auch recht mau aus, bis sich dann Klipsch und Harman Kardon erbarmt haben. Vorher gab es da bei guten(!) WiSa Lautsprechern nur Bang & Olufsen, und da waren die Preise ja auch gesalzen.

          Selbst mit WiSa ist die Integration der Lautsprecher aber nicht so gut wie bei Loewe. Da kommt alles aus einer Hand und das merkt man auch deutlich.

        • Wie sieht es denn mit dem Oreo (Android 8.0, aus 2018 / 2019) Update für Sony TVs aus 2015 (und einigen aus 2016) aus? Kommt da noch was? So viel dazu. Und selbst wenn, das alles kann ein Apple TV besser und langfristiger, vor allem mit besserer Performance und besserem Interface. Und teuer ist der mittlerweile auch nicht mehr.

      • Im Prinzip bestätigst Du mit Deinem Post meine Kritikpunkte:
        Du hast selber den Loewe gekauft als er günstiger war – was bedeutet, dass Du ihn zum regulären Preis (den er aber letztendlich hätte kosten müssen, damit das damalige Loewe gesund geblieben wäre) nicht gekauft hättest. Was meinen Punkt der zu hohen Preise und dass es wenige gibt, die diese noch zu zahlen bereit sind, bestätigt.
        Die OLEDs hatte ich bildqualitativ explizit ausgenommen.
        Schlechter App-Support: Mein Punkt mit der Ausstattung.
        Ton: Ja, schön, etwas besser als bei vielen Mitbewerbern, aber dafür fast den doppelten Preis?
        In Zeiten von ARC und HDMI CEC kannst Du an jeden modernen Fernseher ein Soundsystem anschließen und mit einer FB steuern.

        • Also in 2015 / 2016 haben LG 4K OLEDs noch gut und gern 4000€ – 5000€ gekostet, da war Loewe mit 5500€ definitiv nicht „überteuert“ im Sinne des doppelten Preises. Diese Situation ist entstanden, weil LG Gebrauch von seinen Skalierungsmöglichkeiten in der Produktion gemacht und die Preise massiv gesenkt hat. Das kann ein Hersteller wie Loewe so nicht mitmachen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass die Loewe OLEDs nicht von Anfang an überteuert waren.

          Loewe Lautsprecher und Subwoofer sind schon seit Jahren kabellos einbindbar, da hat sich erst 2019 bei LG etwas getan (WiSa), die Integration ist hier aber immer noch deutlich schlechter. Der Mehrwert von Loewe bestand darin, dass man sich das Kabelgewirr ersparen konnte. Es ging nicht nur um die Bedienung mit einer Fernbedienung.

      • „Ich habe wirklich selten so einen zum Himmel schreienden Unsinn gelesen!“

        Das kannst de wohl laut sagen. Loewe kauft seine OLEDs nicht bei LG ein. So ein Schwachsinn. Schon mal was von LG Display gehört?

        • LG Display ist ein Joint Venture zwischen LG Electronics und Philips, und produziert hauptsächlich für LG Electronics. Siehe Wikipedia.

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