Der NiPoGi P1 sieht fast ein wenig so aus, als wolle er ein kleiner Gaming-PC sein. Seine eigentliche Stärke liegt aber woanders: Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man einen kompakten Windows-11-PC mit 16 GB RAM, 256-GB-SSD und einer breiten Anschlussauswahl. Wer hauptsächlich surft, recherchiert, Office nutzt oder Medien abspielt, bekommt hier genau das, was er benötigt.
NiPoGi P1: Technische Daten im Überblick
| Prozessor | AMD Ryzen 3 PRO 7330U |
| CPU | 4 Kerne / 8 Threads, 2,3 bis 4,3 GHz |
| Grafik | AMD Radeon Graphics (integriert) |
| Arbeitsspeicher | 16 GB DDR4, Single Channel, erweiterbar |
| Massenspeicher | 256 GB M.2 SATA-SSD, erweiterbar |
| Videoausgänge | HDMI, DisplayPort, USB-C mit DisplayPort Alt Mode |
| Monitore | Bis zu drei Displays gleichzeitig |
| USB | USB-C mit DisplayPort Alt Mode sowie mehrere USB-A-Anschlüsse |
| Netzwerk | Gigabit-LAN, Wi-Fi 5 |
| Bluetooth | Bluetooth 4.2 |
| Betriebssystem | Windows 11 Pro |
| Abmessungen | ca. 12,8 × 12,8 × 5,1 cm |
| Geeignet für | Office, Internet, Schule/Studium, Streaming und Multimedia |
Design und Einrichtung: klein und schnell startklar
Mit rund 12,8 x 12,8 x 5,1 cm braucht der P1 kaum Platz und lässt sich per VESA-Halterung auch hinter einem Monitor verstecken. Optisch tritt der Mini-PC deutlich kräftiger auf als viele nüchterne Office-Boxen. Die dunkle Gestaltung und die markanten Lüftungsöffnungen erinnern eher an einen kompakten Gaming-PC. Die „Kraft“ des Designs findet sich in den Benchmarks nicht wirklich wieder.
Die Inbetriebnahme ist dafür wirklich unkompliziert. Monitor, Tastatur und Maus anschließen, einschalten und die Einrichtung von Windows 11 Pro durchlaufen. Wer bei der Erstinbetriebnahme auch auf eine Verbindung mit dem Internet verzichtet (NiPoGi hat hier auch einen Info-Aufkleber über den Gigabit-Ethernet-Port geklebt), umgeht auch die Anmeldung mit einem Windows-Konto und kann so Windows 11 Pro direkt komplett einrichten. Danach ist das System einsatzbereit. Weniger elegant ist lediglich das vergleichsweise klobige externe Netzteil, das neben dem kleinen Rechner fast überdimensioniert wirkt.
Viele Anschlüsse für den Alltag

Bei den Anschlüssen macht NiPoGi vieles richtig. Vorn sitzt neben zwei USB-A-Ports und dem Audioanschluss auch ein USB-C-Anschluss mit DisplayPort Alt Mode. Auf der Rückseite gefallen uns vor allem die unterschiedlichen Video-Anschlussmöglichkeiten mit HDMI und DisplayPort, dazu kommen Gigabit-LAN und weitere USB-A-Anschlüsse. Zusätzliche USB-C-Ports hätten uns hier aber definitiv besser gefallen als vier USB-A-Anschlüsse.

Die Auswahl der Anschlussmöglichkeiten ist aber nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wen NiPoGi als Zielpublikum für dieses Modell identifiziert hat. Statt wenige besonders moderne Hochgeschwindigkeitsschnittstellen zu verbauen, bekommt man von fast allem etwas. Die meisten Ports sind USB-A, USB4 oder Thunderbolt fehlen. Maus, Tastatur, Drucker, externe Festplatte und vorhandene Monitore lassen sich dafür ohne Adapter-Zwischenlösung weiterverwenden. Über HDMI, DisplayPort und USB-C können bis zu drei Displays parallel genutzt werden. Wer mehr als drei Displays nutzt, wird sehr schnell von diesem Modell abkehren, nicht nur aufgrund der Videoanschlüsse, sondern eher aufgrund der allgemeinen Konfiguration. Drahtlos stehen Wi-Fi 5 und Bluetooth 4.2 bereit. Nicht mehr wirklich neu, für Surfen, Streaming und typische Office-Aufgaben aber ausreichend.
Ryzen 3 PRO 7330U: genug Leistung für den Alltag
Im Inneren arbeitet AMDs Ryzen 3 PRO 7330U mit vier Zen-3-Kernen und acht Threads. Der Basistakt liegt bei 2,3 GHz, im Boost sind bis zu 4,3 GHz möglich. Für einen günstigen Mini-PC ist das eine vernünftige Basis, solange man die Erwartungen richtig setzt.
Unser Modell ist mit 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher ausgestattet. Ab Werk arbeitet der Speicher im Single-Channel-Betrieb, wodurch vor allem die integrierte Radeon-Grafikeinheit leidet. Der Prozessor unterstützt zwei Speicherkanäle und DDR4-3200, ein zweiter passender RAM-Riegel kann dieses Nadelöhr also entschärfen. Ob sich die Investition bei einem bewusst günstigen Mini-PC lohnt, ist eine andere Frage. Aus dem P1 wird durch zusätzlichen RAM schließlich noch lange keine Workstation.
Benchmarks des NiPoGi P1
| Benchmark | Ergebnis |
| Geekbench 6 Single-Core | 1561 Punkte |
| Geekbench 6 Multi-Core | 4190 Punkte |
| SSD Lesen / Schreiben | Bis zu 553 MB/s / Bis zu 462 MB/s |
Browser, Textverarbeitung, Tabellen, Recherche, Videowiedergabe und mehrere gleichzeitig geöffnete Alltagsprogramme bringen den P1 nicht aus dem Tritt. Wer dagegen regelmäßig Videos rendert, große Datenmengen verarbeitet oder viele anspruchsvolle Anwendungen parallel laufen lässt, merkt schnell, dass er zur falschen Geräteklasse gegriffen hat.
Die SATA-SSD ist der Sparpunkt
Bei der 256-GB-SSD spart NiPoGi deutlich. Verbaut ist eine M.2-SATA-SSD und keine schnelle NVMe-Lösung. Entsprechend liegen die sequenziellen Transferraten nur in dem Bereich, den SATA 600 hergibt. Gegenüber modernen NVMe-SSDs ist das nur ein Bruchteil der möglichen Geschwindigkeit. Im Alltag fällt dieser Unterschied aber erstaunlich selten störend auf. Windows startet flott und Programme öffnen ohne auffällige Verzögerungen. Erst beim Kopieren großer Datenmengen oder wenn mehrere speicherintensive Vorgänge gleichzeitig laufen, wird die günstigere SSD zum Flaschenhals.
Der Verzicht auf NVMe ist deshalb nachvollziehbar. Bei einem Mini-PC dieser Preisklasse ist eine günstigere SATA-Lösung sinnvoller, als den Verkaufspreis für die Lese- und Schreibraten nach oben zu treiben, die ein großer Teil der Zielgruppe kaum ausschöpfen würde. Wer später mehr benötigt, kann den Speicher zudem erweitern, denn intern steht eine NVMe-Schnittstelle zur Verfügung.
Sparsam und angenehm leise
Positiv fällt der Energiebedarf aus. Gerade im Leerlauf arbeitet der P1 sehr genügsam und benötigt nur um die 8 Watt. Durchschnittlich kann man bereits mit 15 Watt mit dem Modell arbeiten und über 30 Watt sind wir nicht gekommen, zumindest nicht mit wenigen, angeschlossenen Peripheriegeräten. Die Leistungsaufnahme ist somit sehr gering und führt nach dem Kauf nicht zu unerwarteten Mehrausgaben bei der Stromrechnung. AMD spezifiziert den Ryzen 3 PRO 7330U mit einer Standard-TDP von lediglich 15 Watt. Damit passt der Chip grundsätzlich gut in einen kleinen und sparsamen Rechner wie den P1.
Die Kühlung passt ebenfalls zum Konzept. Bei normalen Office- und Browser-Aufgaben ist der Mini-PC meist kaum wahrnehmbar. Unter längerer hoher Last dreht der Lüfter auf, wird aber nicht unangenehm aufdringlich. Gerade für einen Rechner, der womöglich direkt auf dem Schreibtisch steht, ist das ein wichtiger Pluspunkt. NiPoGi war hier auch schlau und hat dem Mini-PC etwas mehr „Höhe“ beim Chassis spendiert, um dem Kühler und dem Lüfter mehr Raum zu geben. Denn ob ein Mini-PC jetzt 5 cm oder 3 cm in der Höhe misst, dürfte nur einen Promillewert der Kunden stören.
Gaming? Nicht mit aufwendiger Grafik!
Die integrierte Radeon-Grafik reicht problemlos für Windows, Videowiedergabe und einfache grafische Anwendungen. Für aktuelle Spiele ist der P1 dagegen nicht gedacht. Ältere oder sehr genügsame Titel können funktionieren, moderne 3D-Spiele zeigen dem System schnell seine Grenzen. Der Single-Channel-RAM bremst die iGPU zusätzlich. Dafür passt der Rechner gut zu Schülern, Studenten und klassischen Office-Nutzern, die recherchieren, Texte schreiben, Präsentationen bauen oder Videos ansehen. Gleiches gilt für den privaten Office-PC, einen kleinen Arbeitsplatz im Homeoffice oder einen unkomplizierten Multimedia-Rechner.
Fazit: Preis-Leistung ist der Kaufgrund
Wer sich unseren Test komplett durchgelesen hat, wird vielleicht einen etwas negativeren Gesamtton feststellen. Das liegt lediglich daran, dass wir beim NiPoGi P1 auf „hohem Niveau“ Dinge bemängeln, die den meisten Nutzern überhaupt nicht negativ auffallen dürften. Wir wollten diese jedoch erwähnt haben, sollte jemand dann doch ganz speziell einen schnellen Datenspeicher oder eine Grafikeinheit mit etwas mehr Power benötigen.
Der NiPoGi P1 versucht nicht, ein besonders schneller Mini-PC zu sein. Und genau das macht das Gesamtpaket stimmig. Der Ryzen 3 PRO 7330U liefert genügend Leistung für typische Alltagsaufgaben, 16 GB RAM sorgen für brauchbare Reserven und die Anschlussauswahl ist so breit, dass sich bestehende Peripherie größtenteils ohne Adapter integrieren lässt. Dazu kommen Windows 11 Pro, ein geringer Energiebedarf und eine Kühlung, die im normalen Betrieb angenehm unauffällig bleibt.
Die SATA-SSD, der Single-Channel-RAM und die schwache Gaming-Leistung zeigen klar, wo gespart wurde. Power-User werden diese Grenzen schnell erreichen. Für Normalnutzer sind sie deutlich weniger relevant. Wer einen kleinen Rechner für Internet, Office, Schule, Studium und Medien sucht, bekommt mit dem P1 vor allem eines, sehr viel praktische Ausstattung fürs Geld.
NiPoGi P1 Vor- und Nachteile im Überblick:
| Vorteile: | Nachteile: |
|---|---|
| Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis | Nur durchschnittliche CPU-Leistung |
| 16 GB Arbeitsspeicher ab Werk | RAM ab Werk nur im Single-Channel-Betrieb |
| Breite Anschlussauswahl mit USB-C, HDMI und DisplayPort | Viele USB-A-Ports, aber keine modernen High-End-Schnittstellen wie USB4 |
| Drei Monitore anschließbar (HDMI, DisplayPort & USB-C) | SATA-SSD deutlich langsamer als aktuelle NVMe-SSDs |
| Im Alltag meist angenehm leise | Für aktuelle Spiele kaum geeignet |
| Niedriger Stromverbrauch, besonders im IDLE-Zustand | Bluetooth 4.2 und Wi-Fi 5 nicht mehr auf aktuellem Stand |
| Speicher und Arbeitsspeicher erweiterbar | Vergleichsweise klobiges externes Netzteil |
| Windows 11 Pro vorinstalliert und schnell einsatzbereit | Für Power-User und aufwendige Produktivarbeit zu wenig Reserven |
Transparenz: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn ihr auf diese klickt, werdet ihr direkt zum jeweiligen Anbieter weitergeleitet. Falls ihr einen Kauf tätigt, bekommen wir eine geringe Provision. Für euch bleibt der Preis unverändert. Vielen Dank für eure Unterstützung!



