Rocketman 4K Blu-ray im Test: Dieses Biopic rockt!

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Rocketman 4K Blu-ray Test
Wie schlägt sich die 4K Blu-ray zu Elton John's Biopic "Rocketman" in unserem Test?
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Elton John, Paradiesvogel der Pop-/Rockmusik, zweifach als Ritter ausgezeichnet und Träger der unglaublichsten Brillen der Popkultur, hat weltweit über 300 Mio. Tonträger verkauft, was ihn (je nach Tabelle) zum fünfterfolgreichsten Musiker aller Zeiten macht. Da wäre es doch gelacht, wenn man ihm nicht eine ebenso erfolgreiche Filmbiografie angedeihen lassen könnte, wie Queen ein Jahr zuvor mit Bohemian Rhapsody. Und weil man auf Nummer sicher gehen wollte, engagierte man Dexter Fletcher, um den Film zu realisieren. Fletcher ist zwar bis heute nicht der offiziell genannte Regisseur der Queen-Biografie, doch als Bryan Singer 14 Tage kurz vor Schluss die Dreharbeiten verlassen musste, übernahm er und vollendete das Queen-Biopic. Bei Rocketman konzentriert er sich auf die Kinder-/Jugendjahre und den Durchbruch Johns in den 70ern. Vom ersten richtig großen Auftritt im Troubadour über den Erfolg in den USA bis hin zu den Abstürzen im Alkohol und den Drogen reicht die Spanne.

Songwriting im Wohnzimmer der Eltern

Rocketman ist gerade in diesen kritischen, dramatischen Momenten gut. Dann, wenn John in manisch-depressiven Anfällen seine Wut auf alles herausbrüllt. Dann, wenn er authentisch und ehrlich die Homosexualität des Sängers vermittelt. Eine Homosexualität, die hier nicht mal im Ansatz verschwiegen wird. Ganz im Gegenteil: Wo Bohemian Rhapsody völlig jugendfrei blieb, zeigen Fletcher und seine beiden Darsteller Taron Egerton und Richard Madden die wohl bisher offensivste Männer-Sexszene in einem Big-Budget-Film. Dass die amerikanischen Jugendschützer das nicht mochten, war klar. Sie stuften Rocketman tatsächlich als R-Rated ein – zweithärtesten der möglichen Einstufungen. Filmisch gesehen ist die Ehrlichkeit, mit der Fletcher inszeniert aber ein Glücksfall und erhielt von Sir Elton John freilich seinen Segen.

Taron Egerton geht in der Rolle des Elton John komplett auf

Den gab er aber vor allem auch Taron Egerton. Denn für den stand von vornherein fest, dass er sämtliche Songs selbst einsingen UND während des Drehs auch performen würde. Nichts mit bloßen Lippenbekenntnissen. Alles, was man hier hört, kommt von Egerton, der eigens Gesangsunterricht nahm und am Ende von Elton John ausdrücklich gelobt wurde. Und so kommen neben ein paar unbekannteren Songs hier wirklich die riesigen Hits des Künstlers in einer neuartigen Interpretation zum Betrachter. Keine Sorge: Egerton macht das hervorragend und dürfte die perfekteste Wahl gewesen sein, die man sich für die Rolle vorstellen kann. Aber nicht nur gesangstechnisch ist hier einiges geboten. Auch darstellerisch überzeugt Egerton mit Mut für die homoerotischen Szenen und den mehr als extrovertierten Look. An seiner Seite gibt Jamie Bell außerdem einen souveränen Songwriter Bernie Taupin und sorgt für den gefestigten Anker in Eltons Leben. Auch der Zuschauer kann sich an seiner Figur festhalten, während John immer wieder depressive oder verrückte Verhaltensweisen an den Tag legt. Dass die meisten der Musikstücke eher wie ein Musical inszeniert wurden und nicht – wie bei Bohemian Rhapsody – als geerdete Show-Auftritte, bringt Rocketman eine gewisse Leichtigkeit, wenngleich man so etwas dann auch mögen muss. In der letzten halben Stunde tritt der Film allerdings arg auf die Bremse und legt etwas zu lange den Fokus auf den mentalen und physischen Zusammenbruch. Das Ganze kumuliert dann in einer Familien-Aufstellung, die arg dick aufgetragen rüberkommt und ein bisschen sehr psychologisiert. Glücklicherweise findet der Film über ein grandioses „I’m Still Standing“ (was auch sonst) wieder in die Spur.

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