Samsung QLED 65Q7FN ausprobiert: Da strahlt die Mittelklasse

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Fast unsichtbar: Das
Fast unsichtbar: Das "Invisible Connection Cable" lässt sich auf dieser Abbildung des Q7FN nur erahnen

Samsung hat 2018 viele neue QLED-Modelle vorgestellt. Auch abseits des Topmodells, des Q9FN, wollen die Südkoreaner überzeugen. Wir haben die Gelegenheit gehabt den Samsung QLED 65Q7FN zwei Wochen anzutesten und berichten für euch in unserem kleinen Erfahrungsbericht.

Zur Verfügung gestellt wurde uns der besagte Samsung QLED 65Q7FN direkt vom Hersteller. Im Gegensatz zu den höherwertigen Q9FN sowie dem neuen Q8D verzichtet der Q7FN allerdings auf eine direkte LED-Hintergrundbeleuchtung. Man muss hier also mit einer Edge-LED-Lösung leben. Wir hatten jedoch die Chance das neue Modell des Jahres 2018 direkt mit unserem eigenen Samsung UE55KS8090 aus dem Jahr 2016 zu vergleichen. Letztere Modelle sind leider für ihr leicht erkennbares Clouding berüchtigt.

Doch bevor wir weitere Details verraten, sind vielleicht ein paar technische Eckdaten zum Samsung QLED 65Q7FN sinnvoll:

Samsung QLED 65Q7FN

  • Diagonale: 65 Zoll
  • Auflösung: 3.840 x 2.160 Pixel
  • Hintergrundbeleuchtung: Edge LED
  • Panel-Typ: VA
  • HDR: HDR10 (mit 1.500 Nits), HDR10+, HLG
  • Lautsprecher: 4.1 mit Woofer und 40 Watt (RMS)
  • Anschlüsse / Schnittstellen: HDMI (viermal, eimal mit ARC), USB (dreimal), Ethernet, Optical, Antenneneingang (dreimal), CI+ Slot, Wi-Fi, Bluetooth
  • Maße mit Fuß: 1227,2 x 784,9 x 284,3 mm
  • Maße ohne Fuß: 1227,2 x 704,8 x 46,9 mm
  • Gewicht mit Fuß: 17,2 kg
  • Gewicht ohne Fuß: 21 kg
  • Typischer Stromverbrauch: 80 Watt
  • Maximaler Stromverbrauch 170 Watt
  • Verbrauch im Standby: 0,5 Watt
  • Energieeffizienzklasse: B
  • Lieferumfang: Fernbedienung mit Batterien, One Connect Box, One Invisible Cable (5 m), Stromkabel, Anleitung, Standfuß
  • Preis: ca. 2800 Euro
Ansprechendes „Q Style“ Design des Q7FN

Wie der Name des QLED Q7FN aus dem Jahr 2018 schon verrät, so kommen auch hier Quantum Dots zum Einsatz. Trotz Samsungs an OLED erinnerte Namensgebung, handelt es sich im Grunde aber immer noch um einen traditionellen LCD-Fernseher. Dabei setzt Samsung auf ein VA-Panel – das führt zu schlechteren Blickwinkel als bei vergleichbaren IPS-Modellen. Allerdings ist der neue QLED Q7FN deutlich lichtstärker als etwa das Vorgängermodell aus dem Jahr 2018. Auch der KS8090 aus dem Jahr 2016 sieht dagegen freilich alt aus.

Von Clouding und anderen Abnormalien

Wie bereits erwähnt, sollte man aufgrund des VA-Panels des Q7FN schon direkt frontal vor dem Bildschirm sitzen, sonst treten doch sehr schnell Farbverfälschungen auf. Und genau das wäre schade, denn unsere Betrachtung des US-Imports der Ultra HD Blu-ray zu Pixars „Coco“ zeigt, wie akkurat und kräftig die Farben an diesem TV erstrahlen können. Aufgrund der hohen maximalen Helligkeit ist der QLED-TV zudem besser für den Fernsehgenuss am Tage geeignet, als die OLED-Konkurrenz, welche sich aber natürlich in dunklen Räumen aufgrund der besseren Schwarzwerte eher empfiehlt.

Auf der Rückseite des Q7FN fehlt eine Aussparung für die Anschlüsse. Die Fernseher werden somit wohl mit einer One Connect Box ausgeliefert
Auf der Rückseite des Q7FN fehlt eine Aussparung für die Anschlüsse. Die Fernseher werden mit einer One Connect Box ausgeliefert

Dabei hat Samsung das Clouding nochmals reduziert: Bei unserem KS8090 mit 55 Zoll ist der Film „Logan“ auf Ultra HD Blu-ray ein Härtetest, der die ungleichmäßige Beleuchtung extrem hervortreten lässt. Am Q7FN kann man leider zwar ebenfalls Lichthöfe ausmachen, sie fallen aber zumindest bei unserem Testgerät so minimal aus, dass man sich schon eher darauf konzentrieren muss, um sie bewusst wahrzunehmen.

Erwähnt sei, dass versierte Nutzer bei den Bildschirmeinstellungen vielleicht noch etwas nachjustieren mögen: Ab Werk ist das Bild Q7FN relativ warm gehalten – das gilt nicht nur für die entsprechenden Bildmodi. Allerdings spielt hier auch die Serienstreuung natürlich eine Rolle, so das im Falle des Falles nur eine individuelle Kalibrierung aushilft.

Design, Zubehör Besonderheiten

Beim Q7FN ist die One Connect Box im direkten Vergleich mit der Variante von 2016 ein extremer Klopper. Die Box ist geradezu riesig und würde sich auch eignen, um damit unliebsamen Nachbarn eins überzubraten. Angenehm ist die externe Kiste aber allemal. Schließlich erleichtert sie es, die Anschlüsse zu erreichen und kann im Falle eines Falles unauffällig in einem Regal entschwinden. Der dünne Rahmen um das eigentliche Display sorgt dafür, dass der Q7FN in einem sehr zeitgemäßen, minimalistischen Design seinen Platz im Wohnzimmer beansprucht.

Ultra Black Filter = bessere Kontraste + stabilerer Blickwinkel

Der Q7FN bietet als spezielles Feature auch einen Ambient Modus. Hier hat man sich ein wenig an die Funktionen von The Frame angelehnt: In einem Stromsparmodus kann der Fernseher ein bestimmtes Bild anzeigen und sich so quasi als digitaler Bilderrahmen „tarnen“. Nutzer können dabei aus verschiedenen Designs auswählen, die im Ambient Mode erstrahlen sollen.

Samsungs 4K-TV bietet natürlich auch die üblichen Smart-Funktionen wie vorinstallierte Apps für Amazon Prime Video, Netflix und YouTube. Leider ist die Nutzung am TV nicht so butterweich, wie man es etwa von dedizierten TV-Boxen wie dem Amazon Fire TV oder der Nvidia Shield Android TV kennt. Wer also regelmäßig die Apps nutzt, sollte doch über die Anschaffung einer separaten Streaming-Lösung nachdenken. Die Benutzerfreundlichkeit ist nach wie vor mit externen Boxen deutlich höher.

Samsung Q7FN mit HDR10 / HDR10+

Der uns vorliegende Samsung QLED 65Q7FN unterstützt neben dem regulären HDR10 auch HDR10+ und HLG. Aufgrund der guten maximalen Helligkeit wirkt die HDR-Wiedergabe, speziell auch bei Games wie „Final Fantasy XV“, Assassin‘s Creed Origins“ oder „Horizon: Zero Dawn“ deutlich eindrucksvoller als etwa an dem zwei Jahre älteren KS8090 mit dem wir direkt vergleichen konnten. Auch bei der Wiedergabe nativer HDR-Inhalte überzeugt der Fernseher auf ganzer Linie.

Samsung integriert mittlerweile außerdem einen Modus namens HDR+, der quasi SDR-Inhalte für die HDR-Wiedergabe umwandelt. Über die Ergebnisse kann man sich streiten. So wirken die Inhalte dadurch generell deutlich kontraststärker, „knalliger“ könnte man sagen, aber auch unnatürlicher. Puristen werden diesen Modus also sicherlich meiden, um die Wiedergabe nicht zu sehr zu verfälschen.

Da der Q7FN HDR1500 bietet, also mit bis zu 1.500 Nits arbeitet, übersteigt er deutlich die empfohlenen 1.000 Nits der UHD Alliance. Samsung arbeitete bereits 2017 für seine QLED mit diesen Helligkeiten, damit die TVs lauf Aussagen der Südkoreaner ausreichend Reserven mitbringen. Davon profitiert, wie bereits angedeutet, auch die Wiedergabe bei Räumen mit viel Tageslicht sehr.

Die Schattenseite ist, dass das tiefe Schwarz und die nochmals prägnanteren Kontraste eines OLED-TVs natürlich auch beim Q7FN weit verfehlt werden. Man hat hier zwar deutlich mehr Helligkeit bzw. Leutchtkraft, dafür kommt der Fernseher quasi mit dem Schwarz aber nicht so tief. Wer also hauptsächlich abends bei wenig Umgebungslicht seinen TV nutzt, ist mit einem OLED-Gerät besser beraten. Das alles hängt aber sehr von den Nutzungsgewohnheiten ab.

Weitere Anmerkungen

Früher war es das Problem, dass die TVs von Samsung zwar bei Filmen und Serien automatisch zur HDR-Wiedergabe wechselten, nicht aber bei Spielen. Mittlerweile kriegen die 4K-Fernseher auch dies problemlos auf die Reihe. Mehr noch, der Q7FN kann automatisch zum Gaming-Modus wechseln, wenn ihr an der Konsole oder am PC zockt.

Zu bemerken ist auch, dass Samsung im Bereich TV-Gaming weiterhin sehr weit vorne liegt. So bietet der Q7FN einen geringen Input Lag mit, so dass das Zocken doppelt Spaß bringt. Hier muss der KS8090 beispielsweise merklich zurückstecken. Zudem unterstützt der Fernseher in Kombination mit einer Xbox One X bei ausgewählten Games VRR (Variable Refresh Rate).

Auch beim Sound braucht sich der Q7FN nicht zu verstecken. Man darf durchaus staunen, wie die Südkoreaner es bei diesem schlanken Design geschafft haben, dennoch brauchbare Lautsprecher zu integrieren. Wer möchte, hat sogar die Möglichkeit mit Smartphone oder Tablet Verbindung zum TV aufzunehmen, um Musik auf den TV-Lautsprechern wiederzugeben. In der Praxis keine so naheliegende Variante – aber die Option besteht. Zumal Samsung auch im Q7FN seine Technik namens Smart Sound einsetzt, welche den Klang an die jeweiligen Inhalte automatisch anpasst.

Zu erwähnen ist, dass der Samsung QLED 65Q7FN nicht gerade günstig ist. Aktuell kostet dieser Fernseher, über dem noch die Q8 und Q9 schweben, rund 2.800 Euro. Als Alternative könnte man hier Sonys Reihe XF90 nennen. Das Modell mit 65 Zoll ist mit einer Preisempfehlung von ca. 2.500 Euro in den Handel gegangen und nutzt im Gegensatz zu Samsungs Q7FN sogar eine direkte LED-Beleuchtung.

Fazit

Die Samsung QLED Q7FN stellen mit den Q6F den Einstieg in die Welt der Samsung QLED dar. Dafür fallen die Preise eben auch nicht so exorbitant aus, wie etwa bei dem Flaggschiff Q9FN. Trotzdem bleibt Samsung seinem Motto treu, dass die QLED nach Ansicht des Unternehmens OLED überlegen seien und sich das folgerichtig in den Preisen widerspiegele.

Samsung QLED Q7FN
Samsung QLED Q7FN: Mittelklasse mit HDR10+

Was die maximale Helligkeit und die akkurate Farbwiedergabe betrifft, rauscht der von uns ausprobierte QLED 65Q7FN dann auch direkt mit an die Spitze seiner Preisklasse. Dafür muss man bei den Blickwinkeln Abstriche machen. Auch das Clouding wurde zwar erneut im Vergleich mit den Vorgängergenerationen reduziert, ist aber manchmal immer noch sichtbar.

Punkten kann Samsung nach wie vor vor allem im Bereich Gaming. Hier stecken die Südkoreaner einiges an Energie hinein, um andere Hersteller auf ihre Plätze zu verweisen. Zu Dolby Vision mag man sich hingegen nicht bekennen und setzt weiterhin auf HDR10+. Ob Samsung hier langfristig auf das falsche Pferd gesetzt hat, muss die Zeit zeigen.

Samsung GQ65Q7FN 164 cm (65 Zoll) 4K QLED Fernseher (Q HDR 1500, Twin Tuner, Ultra Black, Smart TV)

Preis: EUR 1.867,55

4.0 von 5 Sternen (11 Rezensionen)

4 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 1.866,10

Wer nun nach einem TV aus der oberen Mittelklasse sucht, den 4K-Fernseher viel am Tag nutzt und auch dem Zocken zugetan ist, der könnte beim QLED Q7FN von Samsung durchaus an der richtigen Adresse sein.

Samsung QLED 65Q7FN ausprobiert: Da strahlt die Mittelklasse
3.5 (70.67%) 15 Bewertung[en]
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

4 KOMMENTARE

  1. Also ich habe mein Q9FN im Juni beim Saturn für 3000€ mit cashback Aktion bekommen und der Q7FN war da auch deutlich günstiger als 2800€. Bei Samsung darf man nicht den Fehler machen und ohne cashback Aktionen kaufen die in Frühjahr, Sommer und Herbst laufen. Ich muss bis jetzt sagen das der tv sich sehr gut für spiele eignet was für mich auch kaufentscheiden war allerdings find ich den Schwarzwert richtig grausam und habe bis jetzt noch keine richtige Einstellung gefunden die akzeptabel ist somit sind Filme wie Dracula 4k nahezu unschaubar da man keine Details mehr erkennen kann da der Film nahezu in der Nacht spielt.

  2. Was soll ich mit einen 65″ anfangen (Ich leben im Jahre 2018 und nicht im Jahre 2012?! Wann bringt Samsung endlich mal einen 4K 100″ für 4000-5000€ raus?! Darauf wartet die Welt!!!

  3. Der Q7FN unterstützt bereits VRR (Variable Refresh Rate), was ja eigentlich ein HDMI 2.1 Feature ist? Cool! Das macht Hoffnung, dass VRR hoffentlich auch bald bei anderen Herstellern zu finden ist.

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