Stadia: Sammelklage will Google für die 4K-Mogelpackung zur Verantwortung ziehen

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Stadia 4K 60FPS
Wo 4K draufsteht, ist nicht immer 4K drin, wie Stadia beweist

Google bewarb sein Cloud-Gaming-Angebot Stadia vollmundig mit 4K-Auflösung und 60 fps. Doch in der Regel werden die Spiele nur hochskaliert. Eine Sammelklage will Google die Schummelei nicht durchgehen lassen.

Als Google Stadia das erste Mal vorgestellt wurde, schmiss Google mit Selbstlob um sich: 4K bei 60 fps und mehr Leistung als die kombinierte Power der damals aktuellen PS4 Pro und Xbox One X wollte man bieten. Rasch kristallisierte sich heraus, dass Google den Mund viel zu voll genommen hatte. Das Cloud-Gaming-Angebot ließ zum Start (und bis heute) viele der anfangs vorgestellten Funktionen vermissen. Außerdem entpuppte sich 4K leider als Mogelpackung: Das Gros der Spiele lief in niedrigeren Auflösungen als etwa an der Xbox One X – teilweise sogar mit schlechteren Grafikeinstellungen. Selbst ein Vorzeigetitel, der intensiv von Google beworben war, nämlich „Doom Eternal“, erreichte kein natives 4K.

Einige Gamer, die ihre Hoffnungen in Google Stadia gesetzt hatten, wollen all die Schlappen nicht auf sich sitzen lassen. So wurde in den USA eine Sammelklage gegen Google ins Leben gerufen. Sie wirft Google vor die Qualität des Streaming bei Google Stadia bewusst überzogen beworben zu haben.

Stadia hat eine errechnete Grafikpower von 10.7 teraflops und ist damit theoretisch stärker als die PS4 Pro und Xbox One X zusammen.
Stadia wurde mit 10,7 Teraflops beworben – Gamer sind davon nicht überzeugt

Demnach sei es eine Werbelüge gewesen, dass Stadia die kombinierte Leistung der PS4 Pro und Xbox One X mitbringe. Google habe die Verbraucher in die Irre geführt, um Abonnenten zu ködern. So wirft die Sammelklage Google vor in allen 50 US-Bundesstaaten Gesetze zum Verbraucherschutz gebrochen zu haben. Deswegen solle Google nun Entschädigungen an aktuelle und bisherige Abonnenten von Stadia zahlen. Außerdem fordere man, dass Google zu jedem Spiel, das bei Stadia verkauft werde, die Framerate und die tatsächliche Auflösung angebe.

Sammelklage könnte bei Erfolg auch Auswirkungen auf Microsoft und Sony haben

Sollte die Sammelklage Erfolg haben, könnten auch andere Hersteller betroffen sein. Denn auch Microsoft und Sony geben in ihren Stores nicht an, mit welchen Auflösungen und Framerates die zu kaufenden Spiele laufen. Wir nehmen aber nicht an, dass die Sammelklage in diesem Punkt Erfolg haben dürfte. Wie es wiederum um Googles Vermarktung von Google Stadia bestellt ist, also ob tatsächlich Kunden bewusst in die Irre geführt worden sind, müssen die Gerichte entscheiden.

QUELLEClassaction
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

6 KOMMENTARE

  1. Der Titel des Artikels ergibt keinen Sinn. Eine Sammelklage ist keine Person. Vielmehr müsste es heißen: „User wollen Google per Sammelklage zur Verantwortung ziehen.“

  2. Dann ist es ja nur noch eine Frage der Zeit, bis irgendwer auf die Idee kommt
    Sony und MS für ihre „Mogelpackungen“ auch zu verklagen. Die werben ja ebenso mit 4K und dann ist in den meisten Fällen nur eine geringere Auflösung drinne. Und Klagen gegen NVIDIA und AMD dauern dann sicherlich auch nicht mehr lange 😀

    • Ich bin kein Jurist, aber vermute hier wird es vor Gericht darauf ankommen, wie exzessiv Google mit bestimmten Punkten geworben hat und wie extrem das von der Realität abgewichen ist. Wenn man bedenkt wie Stadia gestartet ist, könnte die Klage durchaus eine Chance haben.

      Einige Punkte sind aber in der Tat weit hergeholt.

      • Naja, zumindest die PS5 hat bspw. auch ein 8K Sticker auf dem Cover.
        Und die Series X immerhin ein 4K@120 Logo.
        Viel mehr werben kann man schon mit Features nicht, die
        wenn überhaupt nur ein Bruchteil der Spiele nutzen werden 😀

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