Test – Apocalypse Now – Final Cut 4K Blu-ray: Epische Restauration!

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Test Apocalypse Now: Final Cut 4K Blu-ray
Apocalypse Now: Final Cut im 4K Blu-ray Test: Der Klassiker erstrahlt in neuem Licht!
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Puh. Und noch mal „Puh“. Ähnlich wie bei 2001 – Odyssee im Weltraum muss man durchaus ein-/zweimal durchschnaufen, bevor man sich an ein Review zu Apocalypse Now macht. Immerhin handelt es sich bei Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsfilm von 1979 um eine Legende. Vermutlich würden 90% aller Filmkritiker (und Filmfans) sein Mammutwerk gemeinsam mit ein paar anderen in die Top Fünf der besten (Anti)Kriegsfilme aller Zeiten hieven. Und das mit Fug und Recht. Denn selbst Oliver Stones „Platoon“ schaffte es nicht im gleichen Maße, eine Atmosphäre herzustellen, die derart intensiv den völligen Irrsinn des Vietnam-Kriegs darstellte. Coppola, der für seine Vision des Films 16 Monate drehen musste und währenddessen nicht nur selbst mit gesundheitlichen Schwierigkeiten kämpfte (Hauptdarsteller Martin Sheen erlitt während der Dreharbeiten einen Herzinfarkt), war am Ende sogar gezwungen, mit seinem Vermögen einzuspringen. Denn die Ausdehnung der Produktion und ein zwischendurch tobender Sturm, der das Set zerstörte, sorgten für eine immense Kostensteigerung.

Martin Sheens wohl legendärste Filmrolle als Cpt. Benjamin Willard

Aber was soll man sagen: Der Aufwand hat sich gelohnt. Noch heute sorgt alleine die Erwähnung des Titels „Apocalypse Now“ für Kribbeln auf der Haut von Cineasten. Der Titel ist so legendär und ikonisch wie der Film selbst. Zitate wie „Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen“ kennt noch heute jeder und beschreiben nur noch deutlicher, welches Wort am Ende hier vollkommen zu Recht Verwendung findet: Kult! Und weil Apocalypse Now in diesem Jahr 40 geworden ist, hat sich Regisseur Coppola etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Der mittlerweile 80-jährige Filmemacher begab sich noch mal in den Schneideraum und nahm sich sein Baby erneut zur Brust. Schon 2001 hatte man mit Apocalypse Now Redux eine neue Fassung veröffentlicht, die mit knapp 200 Minuten rund 50 Minuten länger war als die Kinofassung. Im Prinzip hatte man (fast) alles wieder in den Film hineingebracht, was ursprünglich auf dem Tisch des Schneideraums aus Laufzeitgründen herausgenommen worden war. Doch Coppola war so richtig glücklich nicht mit diesem Cut und entschloss sich, für die Wiederaufführung beim Tribeca-Festival eine definitive – „finale“ Version zu realisieren. Konsequenterweise nennt die sich nun Final Cut und ist – Fans der Redux-Fassung werden aufmerken – deutlich kürzer geraten. Mit 183 Minuten reiht er sich zwischen Kino- und Redux-Version ein.

Für den Regisseur ist der Final Cut durch ein paar für ihn notwendige Entschlackungen die am besten ausbalancierte Version geworden und mit dieser ging man sogar für einen limitierten Kino-Release erneut in die Lichtspielhäuser. Alle drei Schnittfassungen liegen nun im Paket fürs Heimkino vor – und zwar als 6-Disk-Package. Zwei der Scheiben werden auf die UHD-Fassungen verwendet, wobei der Final Cut auf Disk eins und drei je eine eigene Silberscheibe für UHD und BD bekommt. Kinofassung und Redux liegen dann per seamless branching gemeinsam auf den Disks zwei und vier vor (erneut jeweils für UHD und BD). Disk fünf und sechs liefern dann die Special Features auf Blu-ray.

Das heilige Skateboard

Filmisch gesehen ist das für Fans die ultimative Veröffentlichung – und das auch noch mit dem bisher (mit leichten Abstrichen) besten Bild und Ton. Dazu aber später mehr. Inhaltlich bleibt Apocalypse Now ungebrochen packend. Kein Heldengemälde erwartet den Betrachter hier. Kein patriotischer Machofilm. Coppola zeigt unverblümt, dass der Krieg seine Soldaten an den Rand des Wahnsinns und darüber hinaus trieb – bis vor Ort praktisch Anarchie herrschte. Der Film führt den Zuschauer ganz tief in menschliche Abgründe. Dorthin, wo die Seele echten Schaden genommen hat, weil die Bilder und Taten nicht zu verarbeiten waren. Und Apocalypse Now tut dies mit einer unterliegenden Metaebene, die ebenso sozial-/politkritisch ist, wie sie den seelischen Zustand einer Nation beschrieb, die noch 1979 moralisch vollkommen am Boden lag.

Da waren die Kriegsheimkehrer, die vergessen wurden und um die sich die „Große Nation“ nicht kümmerte (vgl. dazu auch Tom Cruise‘ Geboren am 4. Juli). Und da waren natürlich die erbitterten Kriegsgegner, die sich im Nachhinein vehement gegen das unrechtmäßige Verhalten ihres Landes aufbäumten. Möglicherweise schaffte kein anderer Kriegsfilm im Nachgang auf ähnlich intensive Art und Weise den sprichwörtlichen Wahnsinn zu beschreiben, der solchen jahrelangen bewaffneten Kriegen und Konflikten innewohnt. Wie Terrence Malick Jahre später mit Der schmale Grat noch einmal bewies: Es ist eine dünne Linie zwischen Pflichterfüllung und skrupellosen Taten – eine dünne Linie, auf der die Soldaten seinerzeit wandern mussten. Eine Linie, von der einige immer wieder abkamen, was sie in einen Zustand versetzte, bei dem ihnen später niemand half.

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2 KOMMENTARE

  1. Final Cut???,die endgültige Fassung eines Filmes der mal auf VHS verlegt wurde,da gab’s doch schon mal was restauriertes zu kaufen.Mich würde mal interessieren wie die Verkaufszahlen bei so ,,restaurierten alten Schinken sind.

  2. Aha interessant dass es Unterschiede gibt bei der deutsche und englische Atmos Remix Tonspuren gesehen habe ich den Final Cut in Dolby Atmos zweimal in meiner Stadt einmal im Astor Kino und einmal im Dolby Cinema die Vorstellung im Dolby Cinema war Bildmäßig und akustisch natürlich um einiges besser als im ASTOR Kino ebenfalls mit Laserprojektoren schwarz war wirklich schwarz im DOLBY CINEMA außerdem ein helleres Bild als im Astor Kino denn im Dolby Cinema ob 2D oder 3D egal welche Vorstellung laufen immer zwei Christie Projektoren und die sind schon mal besser als die Barco Projektoren im Astor Kino außerdem im Astor Kino für 2D Vorstellungen laufen nicht gleichzeitig zwei Projektoren und das ist der feine Unterschied zum Dolby Cinema

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