Warner Bros. übernimmt den internationalen Vertrieb von MGM-Filmen

MGM lässt seine Partnerschaft mit Universal auslaufen. Zukünftig übernimmt daher Warner Bros. den internationalen Vertrieb der Filme des Studios.

Allerdings ist Universal damit streng genommen dennoch nicht ganz raus: Denn Warner Bros. verfügt wiederum über ein Abkommen mit Universal. Die beiden Vertriebe teilen sich ihre Heimkino-Abteilungen. Daher ist Universal etwa in Deutschland für den Vertrieb der Warner-Filme zuständig. Ausgenommen von der neuen Vereinbarung sind zudem ausdrücklich der nächste Film rund um James Bond sowie das historische Drama „Till“, das am 14. Oktober 2022 anläuft.

Zuvor hatte Universal für MGM außerhalb der USA z. B. Filme wie „House of Gucci“, „Licorice Pizza“ und auch „James Bond: No Time to Die“ betreut. Warner Bros. wird dann ab Bond 27 für den Agenten mit der Lizenz zum Töten zuständig sein. Wer Daniel Craigs Nachfolger wird, ist aber noch offen. Die neue Partnerschaft zwischen Warner Bros. und MGM wird im Übrigen mit dem Film „Bones and All“ eingeläutet, der am 23. November 2022 anlaufen soll. Auch „Creed III“ wird Warner Bros. dann betreuen.

„Creed III“ wird von Warner Bros. betreut – das Bild stammt noch aus dem Vorgänger.

Teil des Abkommens ist es auch, dass MGM und Warner Bros. für das internationale Marketing der Filme, die Publicity und auch die Kommunikation mit den Kinobetreibern zusammenarbeiten. Lediglich der nordamerikanische Markt bleibt davon unberührt. Warner Bros. wird aber nicht nur für den Kino-Vertrieb zuständig sein, sondern auch die Heimkino-Umsetzungen – welche ergo bei uns weiter Universal übernimmt, aufgrund der erwähnten Partnerschaft.

Heimkino: Das Ende der Discs naht

Die Zusammenlegung der Disc-Vertriebsabteilungen von Warner Bros. und Universal war anno dazumal eines von vielen Zeichen, dass die großen Studios auf diesem Markt längst nicht mehr die großen Umsätze einfahren. Genau wie bei Musik dominiert zunehmend Streaming. Die UHD Blu-ray ist beispielsweise ein Nischenmedium und verkauft sich schlechter als DVDs oder Blu-rays – an ein Nachfolgemedium glaubt in der Industrie derzeit niemand mehr.

Spätestens, wenn 8K sich durchsetzt, werden wir also wohl nur noch auf Streaming angewiesen sein und die Ära der Disc wird enden. Bis dahin erfreuen wir uns weiter an den Titeln von MGM, die dann zukünftig von Warner Bros. vertrieben werden.

QuelleVariety
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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8 Kommentare
  1. Wenn ich sehe, wie die beiden großen SVOD-Anbieter Netflix und Disney+ nicht wirtschaftlich arbeiten können und Boutique-Anbieter von 2K- und 4K-Blu-rays wie Turbine, Koch Films, StudioCanal, Arrow und Criterion immer weiter ältere Klassiker und Kultfilme herausbringen, verstehe ich nicht, wie man immer noch den Untergang der Scheiben voraussagen kann.
    Vielleicht haben wir in 10 Jahren alle 8K-TVs. Aber solange alle echten 8K-Inhalte dafür Zuschüsse von Samsung brauchen, wird sich das kaum auf den Rest des Contents auswirken.

      • Das hoffe ich doch sehr. Im Prinzip bin ich ein großer Fan von Disney+. Die Frage ist nur, welchen Preis mir ein jährliches Abo auf Dauer wert ist.

  2. Daß manche Leute sich hier wünschen, daß die Produktion bestimmter Geräte eingestellt wird, damit man gezwungen wird, etwas besseres und auch teueres zu kaufen ist schon ziemlich frech. Meine Güte, es kommt auf den Inhalt an und der wird auch nicht neuer, wenn man dann 32k hat. So mies, wie die aktuellen Serien und Filme z. Zt. sind, sehe ich dahingehend keinen Grund, irgendwann über 4k rauszuhüpfen. Schon 4k lohnt sich für mich nur bei den „alten Filmen“, die das hergeben und ohne großes CGI auskommen. Darüberhinaus hat jeder Mensch verschiedene Sehfähigkeiten: was dem einen bei 8k auffält, muß ein anderer ja noch lange nicht erkennen.

  3. Selbst wenn man irgendwann, wenn die Panels günstig genug sind, nur noch 8K Fernseher verkauft, wird sich am Content nicht viel ändern.
    Es gab für den Otto-Normalverbraucher seinerzeit den riesigen Schritt von SD auf HD, was immernoch so gut aussieht, dass die meisten den Unterschied zu 4K überhaupt nicht wahrnehmen.
    Was HDR ist, wissen die wenigsten.
    Die meisten „Unwissenden“ haben (wenn sie zu Besuch bei mir waren) je nach Film einfach gedacht, die Helligkeit wäre entweder sehr niedrig oder sehr hoch eingestellt.
    Nicht jeder ist in dem Bereich so enthusiastisch wie wir.
    Ich würde mal behaupten der Durchschnittsdeutsche hat einen 55 Zoll Fernseher und klebt eben nicht 1,5m davor, sondern sitzt deutlich weiter weg, weil man es eben schon immer so gemacht hat.
    Da stellt man nicht sämtliche Möbel im Wohnzimmer um, es kommt einfach der neue Fernseher an den Platz des alten.

  4. Die Frage ist aber auch, ob sich 8k wirklich durchsetzen wird. Die meisten Nutzer gucken doch im Alltag 720p oder 1080i über Satellit oder streamen Netflix in FHD. Disney+ zeigt wenigstens immer 4k (sofern verfügbar) aber da ist der Ton wiederum sehr mau. Da es kein Medium gibt, das 8k Inhalte anbietet und kein Streaminganbieter (bisher), müssten
    sich Lieschen Müller im Media Markt vor Ort davon überzeugen lassen, dass der 8k- ein sichtbar besseres Bild macht als ein 4K-TV. Das klappt aber bekanntlich erst bei wirklich hohen Diagonalen und die hohe Pixeldichte kostet zusätzlich einiges an Energie, auf die man derzeit ja wieder mal genauer schaut. Sofern die Hersteller nicht den richtigen Zeitpunkt finden, einfach keine 4k Geräte mehr zu produzieren und so die Leute zum Umstieg nötigen, weiß ich nicht, ob 8k aus der Nische rauskommt. Dass die überlegene Technik auf der Strecke bleiben kann, beweist derzeit ja die 4k-Disc.

    • Obwohl die 4K Disc im Absteigenden Videomarkt ja Marktanteile zugewinnt =) Ich denke, es geht hier nicht darum, ob sich hier ein kleiner/großer Mehrwert für den Nutzer ergibt, sondern einfach darum, ob es wirtschaftlich ist. Ja es gibt mit „Das Boot“ 3. Staffel jetzt endlich echten 8K Content, aber die Masse wird über Streaming abgefertigt mit Bitraten, die wirklich am untersten Limit fahren. Denn jeder Bite den Netflix oder Disney+ über die AWS-Cloud schicken, kostet den Unternehmen bares Geld. Es wird immer Menschen geben, die einen gewissen Qualitätsanspruch haben und so stirbt etwas wie die Blu-ray oder 4K Blu-ray auch nicht allzu schnell aus. Aber mit verändertem Nutzungsverhalten (Streaming) und der immer noch großen Diskrepanz bei der Bildqualität zwischen Kino und Heimkino (Projektor oder TV), habe ich derzeit wenig Hoffnung für 8K.

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