Wir hatten den Samsung Q7C QLED TV mit 55 Zoll im Haus und konnten den Einstieg in die Quantum-Dot-Serie auf Hertz und Nieren testen. Wie gut ist die Bildqualität und der Sound des Q7C?


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Update 04-08-2017: Die flache Variante Q7F mit 55 Zoll sichert sich beim Test der Stiftung Warentest die Note 1.7 (gut). Vor allem die Tonqualität überzeugte die Experten bei der Stiftung Warentest. Auch die Bildqualität kann sich mit anderen Top-Modellen der Konkurrenz messen. Insgesamt erhalten 6 UHD TVs von Samsung die Note „gut“, darunter auch die 55 Zoll-Modelle der MU7009, MU8009 und MU9009 Modellreihe.

Originalmeldung: Zu Beginn des Tests möchten wir noch ein paar Worte zur QLED Technik verlieren. Das „Q“ steht für Quantum Dot, das sind Nanopartikel die, wenn sie mit Licht angestrahlt werden verschiedene Farben wiedergeben. Welche Farbe dabei dargestellt werden, hängt dabei mit der Größe der jeweiligen Nanopartikel zusammen. Der Name „QLED“ suggeriert dem Kunden, dass es sich hierbei um eine komplett neue Display-Technik handelt. Dem ist (noch) nicht so. Im Prinzip haben wir einen LCD-TV mit einer Schicht mit Quantum Dot-Material vor uns stehen. Das Ziel von Samsung ist es aber sicherlich, einmal einen QLED mit selbstleuchtenden Quantum Dot Pixeln zu fertigen. Diese Display-Technik könnte die besten Eigenschaften eines LCD und OLED TVs vereinen.

Aufbau, Lieferumfang & Design:

Genug zur Theorie, nun widmen wir uns dem Q7C mit 55 Zoll. Beim Öffnen der Umverpackung springt uns sofort ein „Quick Installation Guide“ ins Auge. Diesen sollte man auch auf jeden Fall zur Hand nehmen auch wenn man sich denkt „ich weiß doch wie man einen Fernseher aufstellt“. Die Anleitung gibt euch in detaillierten Schritten vor, wie ihr den Fernseher aufzubauen habt, ohne diesen zu beschädigen. Es gibt auch einige Kniffe bei der Verkabelung, die ebenfalls vor Schäden am Gerät bewahren sollen. Es gibt auch Hinweise wie die Kabel korrekt im Kabelschacht verlegt werden.

Im Lieferumfang des 55Q7C ist neben dem TV + Standfuß das „Invisible Connect“-Kabel, die große One Connect Box, die neue Fernbedienung (inkl. Batterien), Platzhalter für eine VESA-Wandmonatage sowie ein Mikrofasertuch zur Reinigung des Rahmens enthalten. Natürlich sind auch zwei Stromstecker für TV und One Connect Box mit an Bord. Eine klassische Fernbedienung mit 32+ Tasten (und 0-9 Nummernblock) ist bereits seit den 2016er Modellreihe nicht mehr enthalten (Wer eine benötigt, es gibt günstige Modelle z.B. von OneForAll auf Amazon.de)

Steht der Fernseher erst einmal auf seinem Platz kann man die One Connect Box fast „frei“ irgendwo im Raum platzieren. Dank dem Invisible Connect Kabel kann die Anschluss-Box bis zu 5 Meter vom TV entfernt aufgestellt werden. Ein optionales Kabel mit 15 Meter kann auf Amazon.de geordert werden. Mit diesen neuen Möglichkeiten, erlaubt es Samsung dem Nutzer seinen TV endlich komplett getrennt vom Zuspielern und Anschlüssen zu platzieren. Mit einer speziell von Samsung entwickelten Wandhalterung, mit der der TV fast bündig mit der Wand abschließt, ist der TV ein wahrer Hingucker (Ebenfalls separat erhältlich auf Amazon.de). Wir lassen das Design aber erst einmal mit dem normalen Standfuß auf uns wirken. Der Rahmen der den Bildschirm ist wirklich minimal und der V-Standfuß (im Samsung-Jargon auch „Zero Simple Edge“ genannt) hat ein wertiges Metall-Finish, lenkt aber nicht ab. Mittig unter dem Display leuchtet uns das Samsung-Logo entgegen, kann im Menü aber auch deaktiviert werden.

Inbetriebnahme:

Die neue überarbeitete "Smart Remote 2017" macht einen weitaus wertigeren Eindruck (Metall-Body), liegt angenehmer in der Hand und auch das Batteriefach kann nicht mehr "aus Versehen" geöffnet werden und bleibt auch bei einem Sturz geschlossen.

Die neue überarbeitete „Smart Remote 2017“ macht einen weitaus wertigeren Eindruck (Metall-Body), liegt angenehmer in der Hand und auch das Batteriefach kann nicht mehr „aus Versehen“ geöffnet werden und bleibt auch bei einem Sturz geschlossen.

Wenn der Fernseher das erste mal in Betrieb genommen wird eine kurze Sequenz eingespielt. Das Video „blendet“ uns mit Farben und Lichtspielen und gibt einen kleinen Eindruck was uns erwartet. Danach werden wir Schritt für Schritt durch alle Einstellungen des Q7C geführt, einfach erklärt und gut verständlich wie gewohnt. Einzig der Hinweis zum Verbinden der „Smart Remote 2017“ mit dem neuen TV konnten wir nicht entdecken (die 2 Tasten neben dem Home Button müssen ein paar Sekunden gedrückt werden, um die Remote mit dem TV zu koppeln). Nach ein paar Klicks haben wir einen Sendersuchlauf gestartet, den TV mit dem Netzwerk verbunden usw.

Jetzt landen wir auch schon im überarbeiteten Menü der Tizen OS Oberfläche. Das Menü wurde im Vergleich zu den KS/JS Serien auf 2016 nochmals überarbeitet. Ein Update der älteren Modelle auf die neue Oberfläche wurde in Aussicht gestellt, leider aber noch nicht angekündigt. Uns fällt sofort auf, dass die Bedienung weitaus schneller und flüssiger von der Hand geht. Das liegt aber nicht nur an der neuen Fernbedienung, die in unseren Augen etwas besser in der Hand liegt und einen weitaus wertigeren Eindruck macht (Metall statt Plastik), sondern vor allem an der besseren Software.

Tizen OS 3.0

Die Verbesserungen des hauseigenen Tizen OS 3.0 Betriebssystems sind sinnvoll und bringen den Nutzer noch schneller zu seinen gewünschten Inhalten. Bereits bei der ersten Inbetriebnahmen können wir uns bereits unsere Lieblings-Apps in den „App-Bar“ ziehen und sind so sofort mit „alten Bekannten“ umgeben. Im „Vorschau Feld“ der jeweiligen Apps, können Filme, Serien und einzelne Folgen direkt ausgewählt werden. So landet man sofort dort, wo man seine letzte „Binge-Watching-Session“ beendet hat. Das umständliche durch die App klicken entfällt. Inhalte auf Netflix, Amazon Video, Youtube und co. öffnen sich eigentlich sofort und benötigen lediglich 1-3 Sekunden um den Stream zu buffern.

Die externen Signalquellen wie UHD Blu-ray Player, Sky Box oder Spielekonsole werden dank dem „Autodetection“-Feature problemlos automatisch erkannt und dem jeweiligen HDMI-Eingang zugewiesen. Diese Funktion wurde weiter verbessert gefiel uns in der 2016er Modellreihe aber bereits sehr gut. Was auf jeden Fall noch zu erwähnen wäre, ist die verbesserte Spracheingabe. Wer sich damit etwas beschäftigt und 2-3 Key-Befehle lernt, kann die Funktion endlich sinnvoll nutzen. Persönlich legen wir auf dieses Feature aber weniger wert.

Über den Menü-Bar können wir auch direkt Bild- und Sound-Modi verändern. So kann man mit einem Klick die internen Lautsprecher wechseln, mit einem weiteren Klick schallt der Ton bereits aus dem Surround-System unseres AV-Receivers. Profis finden sich im erweiterten Einstellungs-Menü Zuhause. Das Menü ist wie immer aufgebaut und auch Besitzer eines älteren Samsung HD- oder UHD-Fernsehers finden sich sofort zurecht. Die Einstellungen für Ton und Bild können bis ins kleinste verändert werden inkl. einem 20-Punkt Weißabgleich. Was aber für eine manuelle Eingabe sicherlich übertrieben ist. Hierfür hat Samsung die Bildkalibrierung von CalMAN integriert (die zusätzliche Hardware voraussetzt). Händler und Kalibrierungs-Profis wird damit aber die Arbeit deutlich erleichtert. Samsung hat in den letzten Jahren sicherlich dazugelernt, auch wenn man sich doch etwas am webOS System des Mitbewerbers LG orientiert hat.

Das Tizen OS Betriebssystem läuft weitaus flüssiger und wird durch intelligente Änderungen erweitert

Das Tizen OS Betriebssystem läuft weitaus flüssiger und wird durch intelligente Änderungen erweitert

Bildqualität des Q7C:

Was uns natürlich brennend interessiert, wie macht sich der Q7C in puncto Bildqualität. Laut Samsung sind die QLED-Fernseher als einzige (für private Nutzer ausgelegte) Geräte im Stande, den kompletten DCI-P3 Farbraum darzustellen. Bedeutet alle Farben in all ihren Luminanzen (Helligkeiten) können vom Display wiedergegeben werden, dies wurde von der VDE getestet und bestätigt. Das bewirbt Samsung natürlich gerne und nutzt es auch um gegen LGs OLED-Sparte Stimmung zu machen, die mit einem perfekten Schwarzwert und unerreichten Kontrast trumpfen, aber dafür mit einem kleineren Farbvolumen auskommen müssen.

Wir haben uns auf die voreingestellten Bildmodi beschränkt und keine professionelle Kalibrierung vorgenommen. Einzig die Farbtemperatur mussten wir in den Bildeinstellungen nach unten korrigieren. Diese sorgte im Film-Modus mit „warm2“ z.B. für einen unnatürlichen Gelbstich. Das war aber bereits bei den Vorjahres-Modellen zu beobachten und sollte vielleicht von Samsung einmal angepasst werden.

Ultra HD Blu-rays:

Wir starten einmal in der Königsdisziplin. 4K UHD Blu-ray mit High Dynamic Range (HDR10). Die QLED Fernseher von Samsung sind nicht in der Lage Dolby Vision HDR Inhalte wiederzugeben. Was zum aktuellen Zeitpunkt sicherlich noch nicht wichtig ist, da gute Player sowie Filme mit dem alternativen HDR-Format noch sehr rar sind. Daran sollte man die QLED Fernseher aber auf keinen Fall messen. Zudem arbeitet Samsung bereits mit HDR10+ an einem erweiterten Standard, der ähnlich wie Dolby Vision auf dynamische Metadaten setzt – das ist aber noch Zukunftsmusik.

Der Überfall des Felljäger-Lagers (The Revenant: Der Rückkehrer). Eine sehr gute Szene bei der Details in den hellen sowie dunklen Bildbereichen gut durchgezeichnet werden.

Der Überfall des Felljäger-Lagers (The Revenant: Der Rückkehrer). Eine sehr gute Szene bei der Details in den hellen sowie dunklen Bildbereichen gut durchgezeichnet werden.

Zurück zum Q7C. Als Signalquelle steht uns ein Panasonic DMP-UB900 mit aktuellster Firmware bei und „quält“ den 4K Fernseher mit Referenz-Material wie „The Revenant: Der Rückkehrer“ und „Planet Erde II: Eine Erde – Viele Welten“. „The Revenant“ ist ein Paradebeispiel für eine detailreiche und perfekt abgestimmte HDR-Wiedergabe und so interessiert uns bei diesem Material vor allem die Durchzeichnung von Details in den hellen und dunklen Bildbereichen und der Kontrast. Rein subjektiv betrachtet enttäuscht der Q7C auf keinen Fall. Details im Bild werden nicht verschluckt und dank der hohen Spitzenhelligkeit von bis zu 1.500 nits strahlen die Farben in hellen Bildbereichen in unterschiedlichen Nuancen. In Szenen mit mit extrem hellen Spots kann sich die Edge-LED-Beleuchtung aber durchaus bemerkbar machen. Dieses Manko fiel uns im Betrieb unter normalen Lichtverhältnissen aber fast nicht auf. Der Filmgenuss wird dadurch sicherlich nicht gestört. Wer alles komplett verdunkelt wird natürlich ein Leuchten in den schwarzen Balken des Bildes bemerken. Der QLED wirkt diesem Effekt aber etwas entgegen. Ein eingebauter Lichtsensor passt die Maximalhelligkeit des Bildes an die Umgebungsbeleuchtung an. So bleibt die Bildqualität auf einem, wir möchten nicht sagen konstanten, aber angepassten, für die Augen angenehmen Level. Ein Film kann damit auch gerne mal am Tag angesehen werden, selbst wenn grelles Sonnenlicht durch die Fenster in den Raum fällt.

Mit den Discs von „Planet Erde 2 – Eine Erde – Viele Welten“ testen wir die Farbwiedergabe des Q7C und dürfen mit Verzückung berichten, so eine brillante und natürliche Farbwiedergabe haben wir selten gesehen. Hier müssen wir wirklich mal eine Lanze für Samsung brechen. Auch wenn die OLED-Konkurrenz mit einem perfekten Kontrast und Schwarzwert aufwarten kann – die Punkte für Farbbrillanz gehen ganz deutlich an Samsungs QLED. Die bunte Tierwelt wirkt dabei aber nicht unnatürlich und übersteuert, sondern wird realitätsnah dargestellt. In vielen Szenen durften wir auch die gute Bewegtbild-Darstellung bewundern. Eine Schlierenbildung oder „Nachbrennen“ der vorherigen Szenen konnten wir nicht beobachten.

Fernsehen in SD & HD Qualität:

Selbst die Farben von HD-Signalen erstrahlen auf Samsungs Q7C QLED-TV

Selbst die Farben von HD-Signalen erstrahlen auf Samsungs Q7C QLED-TV

Bleiben wir einmal bei der Farbwiedergabe. Einen „WOAH“ Moment erlebten wir, als wir auf ein reguläres HD-Bild geschaltet haben. Im ersten Moment dachten wir an einen Demo-Kanal für hochwertige 4K/HDR Inhalte, es handelte sich aber nur um eine Sendung des RBB (HD). Gezeigt wurde eine Fenstermalerei die auf dem 4K Fernseher einfach nur erstaunlich gut aussah. Es zeigte sich gleich, auch das lineare TV-Programm kann auf einem modernen TV-Gerät etwas her machen. Wir haben uns noch ein bisschen durch das Programm gezappt und auch einen HDR-Testkanal gefunden, der im Wechsel Signale in SDR, HDR10 und HLG sendet. Damit konnten wir auch prüfen, ob der Q7C auch wirklich HLG (HLG10) unterstützt (Ja wird unterstützt). Die HDR-Inhalte waren ebenfalls ein Augenschmauß. Wir konnten aber leider nicht feststellen, ob negative Blooming-Effekte auftreten, da das Testbild das komplette Display ausfüllte.

HLG (HLG10) Testbild eines dafür ausgelegten Senders!

HLG (HLG10) Testbild eines dafür ausgelegten Senders!

Zuletzt haben wir uns durch ein paar SD-Programme geklickt, die allesamt ok waren, man sollte sich aber auf keinen Fall Wunder bei der Wiedergabe von niedrig aufgelösten Inhalten erwarten. Grundsätzlich gilt, je hochwertige die zugespielten Inhalte, desto mehr Spaß werdet ihr mit eurem QLED-Tv haben.

Soundqualität:

Ich glaube „Klein aber Oho“ trifft ganz gut die Klangwiedergabe die der 55 Zöller uns entgegen wirft. 40 Watt mit 2 integrierten Speakern und zwei Woofern decken die hohen Tonbereiche ganz gut ab und erlauben auch einen nicht zu schwachen Bass. Ein großartiges Surround-Sound-Erlebnis darf man natürlich nicht erwarten. Wäre auch fast zu viel verlangt. Für die tägliche Portion Fernsehen, Serien, die ein oder andere Komödie auf Blu-ray sowie Gaming reicht der Sound locker aus!

Fazit, Verfügbarkeit & Preis:

Wer sich erst in diesem Jahr dazu entschieden hat einen 4K Fernseher zu kaufen kann sich glücklich schätzen. Über Kinderkrankheiten der ersten Generationen wird gar nicht mehr gesprochen und man kann sich komplett auf das konzentrieren was zählt, Bild & Tonqualität. Die QLED Serie ist der nächste Evolutions-Schritt nach der SUHD Serie aus 2016. Eine wertige Verarbeitung, komfortablere Bedienung, ein kluges Design und Anschluss-Konzept und eine bessere Bildqualität überzeugen bereits in der Q7C Modellreihe. Das Modell gibt es zudem in den beliebtesten Größen mit 49, 55, und 65 Zoll. Samsung macht auch Zugeständnisse für Fans der klassischen flachen Displays. Die baugleiche Serie gibt es nämlich auch als Q7F (flat). Wir würden den Q7C als gehobene Mittelklasse bezeichnen und finden, dass die Fernseher bereits zu vernünftigen Preisen angeboten werden (siehe Preisvergleich am Ende des Beitrages). Die unverbindlichen Preisempfehlungen sind recht hoch angesetzt, werden von Händlern aber bereits deutlich unterboten. Die Geräte sind bereits sein einigen Monaten flächendeckend verfügbar.

Wer noch eine etwas bessere Sound-Ausstattung sucht (60 Watt integriert) wird mit der darüber liegenden Q8C Serie glücklich, die, zumindest auf dem Datenblatt, aber die gleiche Bildqualität aufweisen sollte.

Wer sich im Laden oder bei einem Freud in die Vorjahres-Modelle der SUHD-Serie verliebt hat, sollte sich einmal bei Samsungs Premium UHD TVs umsehen. Diese bieten, wie wir meinen, eine sehr gute Bildqualität die mit den SUHD Modellen aus 2016 vergleichbar ist (z.B. der KS8090) und viele Features und Technologien aufgegriffen haben.

Q7C QLED im Test: Gelungener Quantum Dot Auftakt von Samsung?
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