A Star Is Born 4K Blu-ray Test: Großartiger Film mit Lady Gaga und Bradley Cooper

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Lady Gaga überzeugt in "A Star Is Born" nicht nur als Musikerin, sondern auch als Schauspielerin - Unser 4K Blu-ray Test!

„A Star Is Born“ konnte sich bei den Oscars die Auszeichnung für den besten Song sichern. Unser Test der 4K Blu-ray zeigt, in welchen Kategorien der Film mit Lady Gaga und Bradley Cooper punkten kann!

Inhalt (90%)


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Bereits viermal wurde die Geschichte von „A Star is Born“ verfilmt (nimmt man die Bollywood-Variante „Aashiqui 2“ hinzu. Zuletzt sah man die Geschichte über einen schwer angeschlagenen Musiker, der eine junge Nachwuchskünstlerin protegiert 1976 – und zwar mit der großartigen Barbra Streisand und Kris Kristofferson in den Hauptrollen. Somit kümmert sich nun schon der fünfte Film um die praktisch gleiche Story. Warum das aber auch im vierten Aufguss noch seinen Reiz hat? Nun, die Antwort ist relativ schnell gegeben: Bradley Cooper und Lady Gaga. Der Verfasser dieser Zeilen muss gestehen, weder die Musik noch die Kunstfigur Lady Gaga an sich zu mögen. Doch wenn man die beiden zusammen agieren und vor allem singen sieht und hört, dann wird sogar der größte Lady-Gaga-Skeptiker zum Fan. Dass die erfolgreiche Popsängerin es gleichzeitig schafft, nicht als ihre eigene Kunstfigur im Film zu wirken und über die stilistisch andere Musik zu beeindrucken, dennoch aber autobiografische Züge zu integrieren (Stichwort: Nase) – das verdient Respekt.

Natürlich darf bei einem Musikfilm wie "A Star Is Born" eine gewisse Menge an Gefühl nicht fehlen (Im Bild: Ally verkörpert von Lady Gaga)
Natürlich darf bei einem Musikfilm wie „A Star Is Born“ eine gewisse Menge an Gefühl nicht fehlen (Im Bild: Ally verkörpert von Lady Gaga)

Ebenso viel Respekt wie die Tatsache, dass Cooper ganze 18 Monate Gesangsunterricht nahm, um auf der Bühne live singen UND mit Lady Gaga Schritt halten zu können. Gleichzeitig komponierte er die Songs gemeinsam mit der Künstlerin, womit wir schon bei Respekt #3 sind. Die Geschichte rund um eine junge Frau, die ihr Licht unter den Scheffel stellt, obwohl sie für die große Showbühne bestimmt ist, funktioniert für sich schon prächtig. Gleichzeitig ist es eine Story, die von der bitteren Entwicklung einer Liebe erzählt, die nie unter einem guten Stern zu stehen scheint. Und obendrauf ist A Star is Born auch noch entlarvender Blick hinter die Kulissen von Musik- und Showbiz – inklusiver aller Gefahren, Exzesse und Niederungen. Cooper beweist nach Silver Linings erneut, dass er viel mehr kann als den verkaterten Hangover-Kumpel zu geben. Seinem Vorgänger Kristofferson steht er darstellerisch jedenfalls in nichts nach. Und das gilt nicht nur für den tollen Job, den er beim Gesang abliefert, sondern auch für die emotionale Achterbahnfahrt zwischen Romantik, Erfolg auf der Bühne und totalem Breakdown im Suff.

Jack (Bradley Cooper) spielt vor "ausverkauftem Haus"
Jack (Bradley Cooper) spielt vor „ausverkauftem Haus“

Lady Gaga tut es ihm gleich. Während sie mit dem Gesang vermutlich weniger Schwierigkeiten gehabt haben dürfte, muss sie erstmals in einem Langfilm überzeugen. Dass sie das gleich so gut hinbekam, dass man sie ebenfalls mit einer Oscar-Nominierung bedachte, mag überraschen. Doch gerade weil sie bei den Dreharbeiten im Prinzip ihr populäres Alter Ego ablegte und durch eine erfrischende Natürlichkeit ersetzte, überzeugt sie. Vor allem übrigens in den ungeschminkten Szenen, in denen man sieht, wie hübsch die Dame unter der zugemörtelten Kunstfigur eigentlich ist. Die Tatsache, dass Cooper auch noch ein bisschen Glück hatte, begünstigt zudem die Authentizität seines Films. Denn man durfte die Pausen der beiden Wochenenden nutzen, an denen das Coachella-Festival in Kalifornien stattfindet, um die dortigen Bühnenaufbauten zu nutzen. Es ist nicht nur einmal, dass man sich wünscht, noch mehr Songs zu hören. Oder einfach jenen, die man zu hören bekommt, komplett lauschen zu dürfen. Echte Stadion-Atmosphäre, echtes Live-Feeling kommt hier auf und zeigt, dass man solche Szenen ebenso wenig faken kann wie Fußballspiele im Film.

A Star is Born (4K Ultra HD) (+ Blu-ray 2D)

Preis: EUR 21,99

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Bildqualität (85%)

A Star is Born wurde mit Arri-Alexa-Mini-Kameras gedreht, die am Ausgang zwischen 2.8K und 3.4K lieferten. Von dieser Auflösung wurde allerdings nur ein 2K-Digital-Intermediate angefertigt, das als Basis für die UHD herhielt. Demnach musste hier wieder hochskaliert werden. Neben dem Upscale auf 4K liefert die UHD noch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum sowie die höhere Bilddynamik HDR – und zwar in HDR10 und Dolby Vision. Grundsätzlich erreichen beide erweiterten Kontrastformate zwar nicht, dass die in dunklen Szenen arg flauen Kontraste plötzlich perfekt sind, aber in den helleren Momenten und gut ausgeleuchteten Sequenzen ist die UHD der Blu-ray deutlich überlegen. Gerade die extrem hellen Bilder des Supermarkts zu Beginn von Kapitel drei werden durch HDR10 und Dolby Vision wesentlich angenehmer, kontrastreicher und farbintensiver.

Die 4K Blu-ray von "A Star Is Born" liefert einen deutlichen Mehrwert gegenüber der HD Blu-ray
Die 4K Blu-ray von „A Star Is Born“ liefert einen deutlichen Mehrwert gegenüber der HD Blu-ray

Apropos Farben: Die prächtigen Make-ups der Drag Queens in Kapitel zwei gelangen über die UHD in beiden dynamischen Kontrastformaten strahlender zum Zuschauer. Es gibt Spitzlichter und Reflexionen, die man auf der Blu-ray überhaupt nicht sieht. Gleichzeitig sind neutrale und weiße Oberflächen sichtbar weniger grüngefärbt und einfach natürlich. Die Auflösung – und jetzt wird’s interessant – ist in Close-ups durchweg besser als bei der Blu-ray. Sichtbar besser. Und das, obwohl wir hier „nur“ ein 2K-DI haben.

Das Resultat ist eine UHD, die für sich genommen aufgrund der starken Stilisierung vieler Einstellungen zwar nicht glatt, clean und poppig-digital ist, aber gegenüber der Blu-ray in allen Belangen hochwertiger und stimmiger ist.

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Tonqualität (80%)

Es wurde viel gesagt und kritisiert an den deutschen Tonspuren der UHDs in letzter Zeit. Leider gehört A Star is Born nach MEG und The Nun nun schon zu einem Trio an Ultra-HDs von Anbieter Warner, die akustisch den Schritt zurück machten. Nachdem Warner lange Zeit fast durchgängig Dolby Atmos für die Synchronfassung lieferte, gab’s für besagte Titel und auch für diesen Film nur noch Dolby Digital. Allerdings muss man sagen, dass die DD-Spur die Stadion-Atmosphäre erstaunlich kräftig ins Heimkino drückt. Der erste Song wird von einer wuchtigen Bassdrum unterstützt, die vielleicht noch etwas mehr Direktheit hätte haben können. Auch die Räumlichkeit gelingt sehr gut, sodass man sich mitten in den Zuschauern wähnt. Allerdings reicht es dann doch nicht an die Qualität des englischen Sounds heran. Sowohl die vorhandene dts-HD-Master-Spur als auch die Atmos-Fassung sind in Sachen Dynamik, Gewalt und Differenzierung in den Musikstücken der Synchronspur voraus. Die Bassdrum kickt nun richtig in die Magengrube, Gitarren schälen sich besser aus dem Geschehen heraus und die Stimme steht präsenter in der Mitte. Wie gesagt: Die deutsche Version klingt räumlich und ist weit entfernt von den komprimierten Tonspuren des Anbieters Disney, aber der englische Ton ist einfach besser.

Der deutsche Ton ist sehr gut gelungen, die englische Originalfassung mit Dolby Atmos gefällt uns jedoch etwas besser
Der deutsche Ton ist sehr gut gelungen, die englische Originalfassung mit Dolby Atmos gefällt uns jedoch etwas besser

Wenn wir uns isoliert nun noch die 3D-Soundebene der Atmosversion anhören, wird diese vor allem während der Songs von Beginn an genutzt, um eine zusätzliche Atmosphäre zu bewirken. Die Stimme von Cooper im ersten Titel gelangt rundum zum Zuschauer, was die Stadion-Atmosphäre noch verstärkt. Und das gelingt durchaus differenziert. Denn während der Hall der Stimme im Stadion sehr offen erklingt, ist er im Nachtclub kurz darauf eng, begrenzt und „spelunkig“. Auf echte 3D-Sounds wartet man natürlich vergebens, da schlicht keinerlei Anlass dazu besteht. Die Heights werden also bis zum Ende ausschließlich dazu genutzt, die Musikstücke/Songs rundum räumlicher darzustellen.

  • Deutsch: DTS-HD MA Mono (50%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: DTS-HD MA 5.1 (60%) 2D-Betrachtung

Bonus (60%)

Im Bonusmaterial von A Star is Born, das auf der Blu-ray zu finden ist, gibt’s zunächst das halbstündige Making of, das sämtliche wichtige Beteiligten zu Wort kommen lässt. Größtenteils findet man sich in entspannter Atmosphäre auf einem großen Sofa in einem lichtdurchfluteten Raum wieder und spricht sowohl über die Besetzung mit Lady Gaga und das „Musikwerden“ von Regisseur Bradley Cooper. Die „entfallenen Songs“ sind praktisch Jam-Sessions von drei Stücken, die im Proberaum entstanden. Oben drauf gibt es noch vier Musikvideos der Stücke aus dem Film und elf „musikalische Momente“, die dem selbst Film entnommen wurden.

Gesamtbewertung A Star Is Born (85%)

A Star is Born ist ein brillant gespieltes Drama mit einem unglaublich gut harmonierenden Hauptdarsteller-Duo. Wenn man auch nur annähernd auf Musikfilme steht, dann ist Bradleys Regie-Debüt Pflicht. Die UHD liefert dazu die bildtechnisch sichtbar bessere Variante und mit dem englischen Atmos-Sound auch echte Stadion-Atmosphäre. Während der Dialogszenen kann man dann auch unbedenklich wieder auf die deutsche Spur rüberschalten, denn in den leisen Momenten klingt die hiesige DD-Fassung nicht wesentlich schwächer.

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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin:21. Februar 2019Review am:28. Februar 2019
Erscheinungsjahr Film:2018Laufzeit:135 Minuten
Filmstudio:Warner Home VideoFSK:ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24pUntertitel:
Spanisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch,
Finnisch, Griechisch
Bildformat:
2.35:1 / 16:9Tonspur:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV:LG OLED55B7DTestgerät Player:Panasonic UB9004

A Star Is Born Trailer:

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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

6 KOMMENTARE

  1. „„A Star Is Born“ ist bei den Oscars leider leer ausgegangen. “
    Öhm….wer hat nochmal den Oscar für den besten Song bekommen? 😉

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