Bei Media Markt und Saturn sollen bis zu 4.000 Stellen wegfallen

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Ceconomy krempelt Media Markt und Saturn um und entlässt bis zu 4.000 Mitarbeiter
Ceconomy krempelt Media Markt und Saturn um und entlässt bis zu 4.000 Mitarbeiter

Bei Media Markt und Saturn läuft es in den letzten Jahren alles andere als rund. Eine Neuausrichtung der Verwaltung könnte jetzt bis zu 4.000 Mitarbeitern den Job kosten. 

Zeiten ändern sich – mit dieser „Weisheit“ hat Ceconomy, zu denen die MediaMarktSaturn Retail Group gehört seit mehreren Jahren zu kämpfen. Früher war es klar, wo man sich neue TV-Geräte, Konsolen, CDs oder Laptops kauft. Der Gang zum Media Markt oder Saturn des Vertrauens glich fast einem kleinen Event. Ein Event waren auch die Flyer, die eine unglaubliche Werbewirksamkeit entfachen konnten. Damals gab es noch regelrechte Preisschlachten und man spekulierte regelrecht darauf, für wie viel das neue FIFA im Prospekt angeboten werden würde. Die goldenen Zeiten sich jedoch längst vorbei.

Startschuss des Online-Handels verschlafen

Den Anschluss an den Online-Handel hatte Media Markt und Saturn viel zu spät umgesetzt. Zu lange dachte man, das Filialkonzept würde immer weiter funktionieren. Seit spätestens 2018 kriselt es jedoch spürbar. Die Führung wurde unzählige Male ausgetauscht und in einigen Ländern, z.B. in Österreich, wurden die beiden Marken zu „Media Markt“ zusammengefasst. Die bevorstehende Kündigung von rund 4.000 Mitarbeitern könnte ein Hinweis darauf sein, dass eine Konsolidierung auch in anderen Märkten, z.B. in Deutschland, vollzogen werden könnte. Von den 4.000 Stellen werden rund 3.500 bei den Managementteams wegfallen. Die „Überlebenden“ sollen zu Landesteams zusammengefasst werden.

Die restlichen 500 Mitarbeiter sind noch auf der Verkaufsfläche beschäftigt. Rund 20 unrentable Märkte sollen geschlossen, die Mitarbeiter freigestellt werden.

Gibt es in Zukunft nur noch „Media Markt“?

Die MediaMarktSaturn Retail Group ist in 14. Ländern präsent, mit über 1.000 Märkten und insgesamt über 55.000 Mitarbeitern. Allein in Deutschland gibt es 431 Märkte, die einen Umsatz von über 10 Milliarden Euro generieren. Die enormen Kosten durch die Märkte (Mitarbeiter, Mietobjekte, Nebenkosten) drücken immer mehr auf das Ergebnis. Und die Corona-Krise und die damit einhergehende Schließung vieler Märkte sorge sogar dafür, dass das Unternehmen Staatshilfe beantragen musste. Eine Abwanderung der Geschäfte in Richtung Internet scheint unausweichlich. Das Online-Angebot der beiden Verkaufshäuser soll in Kürze überarbeitet werden. Entsprechende Abverkaufsaktionen („Alles wird neu“) wurden bereits in den letzten Wochen in die Wege geleitet.

12 KOMMENTARE

  1. Wie der Zufall will heute war ich bei Media Markt und zwar nicht Zweck Kauf eines Fernseher sondern nur noch zwei Geräte vor Ort begutachten und zwar vor Ort live aber Kaufen tue ich natürlich nicht dort.

    • Das ist aber eine schlechte Einstellung. Man kann sehr oft über die Preise verhandeln, oder vorher Online schauen, dann sind die Preise auch nicht teurer, wie wo anders. Es wäre wirklich schade, wenn auch die letzten Technik Märkte schließen würden.
      Schade für die Mitarbeiter.

  2. Mahlzeit….früher waren sie die Könige auf dem Markt, jetzt ist es andersrum…..Die Preise müssten einfach mal stabil Bleiben…..Heute gekauft…nächste Woche 450 Euro günstiger……oder mehr …..Weniger kaufen, ist das beste …..Technik von heute ist Morgen schon veraltet…

  3. Solange Leute wie Skeletor1979 in den MM oder Saturn gehen, den neuen Fernseher ausprobieren können, aber nicht für diese Möglichkeit bezahlen wollen. Sondern lieber immer nur den besten Angebotspreis bezahlen wollen, kann das auch nichts mehr werden. Des weiteren meinen jeder Markt müsste das deutschlandweite Lagersortiment von Amazon abbilden müssen, was einfach unmöglich ist. Haben echt Vorstellungen die nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Des weiteren werden die Angestellten bei MM und Saturn nach Tarif bezahlt und sind keine Aufstocker, wie die Leute die bei Amazon arbeiten. Bei MM und Saturn wird man beim auf dem Klo sitzen auch nicht elektronisch überwacht, damit man schnell genug Kunden am nächsten Tag beliefern kann. Wenn man der Meinung ist auf Kosten anderer Unternehmen und den Angestellten jedes Mal den besten Preis und Service bekommen zu müssen, sollte man sich schon Mal Gedanken machen wo das ganze hinführen soll. Aber solange es läuft und einem die eigene Scheiße nicht auf die Füße fällt, ist es ja Recht. Aber wenn man irgendwann nichts mehr im Laden kaufen kann und die arbeitslose Nachbarschaft nur noch im eigenen Kiez säuft und alles leersteht. Dann ist es es zu spät für die entspannte Gesellschaft. Dann ist alles online zwar noch prima, nur in der reellen Welt geht nichts mehr.
    Schönes neues Deutschland. Hoffen wir Mal das bei einigen Leuten ein Umdenken stattfindet, bevor es zu spät ist …

    • Nun das ist nicht nur in Deutschland so, das ist überall so. Abgesehen davon weiß ich um die Punkte die du ankreidest. Aber nicht jeder verdient 3000€ im Monat und kann es sich leisten mehr zu bezahlen nur damit Ladengeschäfte und deren Angestellte überleben.

      Dazu kommt noch der Umstand das der nächste Saturn und Media Markt über 50km von meinem Wohnort entfernt ist. Ländliche Bereiche sind ja kaum abgedeckt mit den großen Elektromärkten. Und wer beim kleinen Technikladen hier im Ort kauft muss schnell mal 500€ Aufpreis für einen aktuellen High End TV bezahlen. Blu-rays gibt’s hier im Ort überhaupt nicht zu kaufen, 20km von hier ja, die aber nur ein kleines Regal mit mutigen Preisen und sehr wenig Auswahl haben.

      Also wenn wundert es da das man lieber online kauft. Bzw. es ja sogar muss da der zeitliche Aufwand und die Preise bei unterdurchschnittlichen Einkommen einem garkeine andere Wahl lassen.

      Natürlich ist Amazon wahrscheinlich der schlechteste Arbeitgeber in Deutschland, ich versuche dort auch so wenig bestellen wie möglich. Aber allein die Tatsache des leichten Umtausch, das man erst bezahlt wenn eine Vorbestellung auch verschickt wurde, das sind schon gute Gründe dort zu kaufen. Letztlich hört man von schlechten Arbeitsverhältnissen bei Amazon auch nur weil sie so groß und bekannt sind. Was nicht heist das es bei der Konkurrenz besser läuft. Der Kunde bekommt davon ja nur wenig mit, da wenn nur über Nachrichten, Presse.

    • Also wer denkt, dass Saturn und Media Markt ein guter Arbeitgeber ist, der ist nicht im klaren Bilde. Ich habe für beide Häuser gearbeitet und weiß das das nicht alles Gold ist was dort glänzt. Man ist verpflichtet dem Kunden Zusatzverkäufe anzubieten und wird daran bemessen, ständig ist man überbelastet, weil das Personal kontinuierlich gesunken ist (Personalkosten sparen), kaum richtige Weiterbildungsmöglochkeiten oder Aufstiegschancen, ständiger Verkaufsdruck und in meinen Fällen inkompetentes Führungspersonal. Es gibt sehr viel, was verbessert werden kann, aber ich hatte das Gefühl man möchte das gar nicht. Und am Ende das Beste, sogar mit meinem personalrabatt waren die Artikel teurer als bei Amazon. Also wenn man schon Amazon kritisiert, kann man das bei MM oder Saturn genau so machen. Zudem gab es auch keinen Betriebsrat bei denen. Und man muss sagen, Amazon schlägt das System mit seinen eigenen Waffen. Sie operieren ja mit den hiesigen Wirtschafts- und Handelsgesetzen. Wenn wir deutschen so dumm sind und uns so ausbeuten lassen, sind wir nicht ganz unbeteiligt. Und Skeletor hat recht, würde ich als Single nicht 33 Prozent meines Lohnes abgeben müssen für die Lohnsteuer und Sozialversicherung, dann kann ich auch mal mehr bezahlen beim Einkaufen und die deutschen Unternehmen und Arbeiter unterstützen.

    • So ein Quatsch. Warum sollte ich kleiner Hans mehr Geld bezahlen, nur weil ein Multimillionen-Unternehmen aktuelle Entwicklungen verpennt? Die ganze Welt versucht, einem das hart verdiente Geld aus der Tasche zu ziehen und ich soll jetzt freiwillig einem Wirtschaftsriesen mehr Geld in den Hintern stecken. Als wäre es nun meine Aufgabe, die gesamte Nachbarschaft zu retten und als müsste ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich es nicht tue.

  4. Allgemein verstehe ich nicht warum sich Saturn und Media Markt in den Städten noch halten. Kenne niemanden mehr der shoppen geht bei denen. Zurecht, man bekommt ja dort nichts, und wenn zu teuer. Hatte letztes Jahr meine Blu-ray Sammlung vergrößert, über 50 Discs gekauft. Saturn hatte davon 2 von über 50 Titeln im Ladengeschäft! Während Amazon ALLE auf Lage hatte! So macht Shopping ja auch keinen Spaß mehr. Kein Wunder das alle oder zumindest immer mehr Kunden ausschließlich online kaufen.

    Ich nutze Saturn seit Jahren nur dazu wenn der Kauf eines neuen Geräts ansteht es mir vorhar mal persönlich anzuschauen. Bestellt wird dann aber online, da günstiger und Lieferung nach hause.

    • Bei Saturn und MM kann man doch auch alles online bestellen und liefern lassen ? Und die Preise sollte man wie immer vergleichen und die sind bei bestimmten Aktionen und Angeboten da auch oft besser als bei der Konkurrenz.

      • Hatte vor Corona bei MM online eine UHD BR bestellt. Lieferzeit 1 – 2 Tage. Nach 4 Tagen ging sie erst raus. Das klappt bei amazon deutlich besser.

        Der MM vor Ort ist, seit sie den Laden ein ganzes Stück verkleinert haben, auch eher eine Rumpelkammer, wo alles nur noch dicht an dicht gestellt ist. Da gehe ich seit dem auch nicht mehr gerne hin.

      • Ja im Online Shop, aber Was bringt mir das wenn ich mal klassisch ne Shopping Tour in der Stadt mache und es dort nichts auf Lager gibt wie ältere Filme.
        Liefern tun die dann auch nicht nach Hause. Also neuen TV im Saturn gesehen, aber dann muss man eh online bestellen da sie wenn überhaupt nur in der nahen Umgebung nach Hause liefern. Und nicht jeder hat nen Kombi oder möchte oder kann den 65″ TV Karton 2km bis zum Parkhaus schleppen. Gerade in Innenstädten hat Saturn ja meist keinen eigenen Parkplatz.

        So oder so man hat nur Nachteile live zu kaufen. Online hat somit zurecht die überhand genommen. Auch wenn es manchmal schade ist das es so trostlos beim einkaufen wird in den Städten.

        Klamotten, Schuhe usw. das geht ja noch und hat auch Vorteile wie anprobieren. Games sind zwar auch meistens verfügbar, aber in der Regel immer teurer als online. Bei Spielwaren und Merchandising will ich garnicht erst anfangen, Katastrophe mit dem Sortiment und Preisen in Ladengeschäften im Vergleich zu online.

  5. Warum fällt es Unternehmen wie „MediaMarktSaturn“ so schwer, genauso attaktiv im Internetverkauf zu sein wie Amazon?
    Als Kunde habe ich mich durch Amazon daran gewöhnt, 100%ig sicher und ohne hin und her Waren zurücksenden zu können. Mache ich selten, aber ich will sicher sein, dass ich es könnte, wenn es sein muss. Und die Bewertungen machen das Stöbern bei Amazon ebenfalls attraktiv. Deshalb kaufe ich bei Amazon, mittlerweile auch immer öfter bei Amazon-Marketplace, weil dort dieser Service auch zu klappen scheint. Und zwar auch oft für einen etwas höheren Preisals bei Idealo usw. zu sehen. Also am Preis liegt es gar nicht.
    Los „MediaMarktSaturn“, belebt das Online-Geschäft durch Konkurrenz mit genau diesem Serviceangebot. Dann könnt ihr hoffentlich wieder Leute einstellen.

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