Captain America – The First Avenger 4K Blu-ray im Test

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"Captain America: The First Avenger" 4K Blu-ray im Test / Review
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Gehen wir’s mal anders an und hauen die größte Kritik an Captain America: The First Avenger direkt zu Beginn raus: Der nachträglich digital verkleinerte Körper oder wahlweise auf den schmalen Body von Stand-in-Darsteller Leander Deeny aufanimierte Kopf von Chris Evans ist eine tricktechnische Katastrophe. Marvel-Produzent Kevin Feige erzählt gerne, dass die Leute nach Test-Vorführungen ungläubig gefragt hätten, wie man dem schmächtigen Rogers plötzlich so viel Muskulatur hinzufügen konnte – ausgehend von der Prämisse, dass dieses Testpublikum offenbar wirklich dachte, der schmächtige Evans wäre der „Richtige“ und die kräftige Version der „Falsche“. Wenn das keine fantasievoll ausgeschmückte Behauptung Feiges ist, sondern eine tatsächliche Reaktion, darf man ruhig fragen, aus welchen seit 25 Jahren kinoabstinenten Testpersonen dieses Publikum bestand.
Nun aber das Gute am ersten Captain America: Obige, durchaus charmant gemeinte, Kritik bleibt der einzige Schwachpunkt des Films.

So sieht also ein frisch gebackener Supersoldat aus
So sieht also ein frisch gebackener Supersoldat aus | Bildquelle: highdefdiscnews.com

Und das war in der Form sicher nicht unbedingt zu erwarten. Immerhin gehört die Filmadaption um den Superhelden mit dem „Amerika“ im Namen zu den schwierigsten im Marvel-Universum überhaupt. Eine frühere Variante war 1990 nicht mal ins Kino gekommen und weitere Versuche, einen echten Kinofilm zu inszenieren, verzögerten sich immer wieder. Bis Marvel Studios stärker als Produzent auftrat und beginnend mit Iron Man das MCU begründete. Dennoch sollte es noch drei weitere Jahre dauern, bis The First Avenger 2011 die Lichtspielhäuser enterte. Da man von vornherein plante, die Figur in mindestens fünf weiteren Filmen zu etablieren, schliff man vor allem am Charakter von Steve Rogers. Der Held, der wie kein Zweiter die US-Symbolik vertrat, musste weniger patriotisch als vielmehr menschlich und mit blitzsauberer Moral versehen werden. Immerhin sollte der Film nicht nur beim heimischen, sondern zugleich beim Weltpublikum landen. Außerdem, und damit sind wir wieder bei den ersten gut 30 Minuten mit dem schmächtigen Kerlchen: Trotz der tricktechnischen Mängel bei der Umsetzung der Schrumpfung ist man als Zuschauer ganz bei diesem bemitleidenswerten Kerlchen. Bei diesem 50kg-Milchbubi, der so sehr für das kämpft, was seiner Überzeugung entspricht, dass man sofort Beschützer-Instinkte entwickelt. Rogers ist ein guter Mensch – bedingungslos. Und das bleibt er auch, nachdem er die Wandlung zum Superhelden vollzogen hat.

Naja an der "Uniform" müssen wir noch etwas arbeiten | Bildquelle: highdefdiscnews.com
Naja an der „Uniform“ müssen wir noch etwas arbeiten | Bildquelle: highdefdiscnews.com

Ohnehin war Chris Evans die perfekte Wahl. Nicht auszudenken, was für einen düsteren Cap es gegeben hätte, wenn Bucky-Darsteller Sebastian Stan die Rolle, für die er zwischendurch tatsächlich im Gespräch war, übernommen hätte. Der blonde Evans, der als Johnny Storm aka Human Torch schon mal eher unglückliche Superhelden-Erfahrung gemacht hatte, legt hier das arrogant-überhebliche Verhalten seiner Figur aus The Fantastic Four komplett ab und legt den Grundstein für eine Charakter-Entwicklung, die ihn während der kommenden Fortsetzungen und Avengers-Filme zur unerwartet schillernden Figur werden lässt. Außerdem liefert The First Avenger die Superhelden-untypischste Story im Marvel-Universum. Verortet im Zweiten Weltkrieg gibt’s zwar ein bisschen SciFi zu sehen (immerhin tritt Tony Starks Vater Howard als Nebenfigur auf), doch die Action ist tief verwurzelt in der Realität. Das in Sepiatönen eingefangene Kriegsszenario bietet außerdem die Möglichkeit für ein paar durchaus kritische Anmerkungen. Alleine die Werbetrommel-Tanzauftritte von Steve Rogers dürfen als sarkastischer Kommentar auf die Kriegsmaschinerie gesehen werden.

Gleichzeitig reicherte Regisseur Joe Johnston seinen Film mit zahlreichen Filmzitaten an und lockerte den Ton gerade so weit, dass man das Szenario nicht bierernst nehmen musste. In Verbindung mit den authentischen Kostümen und durchaus packender Action- und (von Evans weitgehend selbst ausgeübten) Stunts gehört Captain America – The First Avenger zweifelsfrei zu den besseren Teilen des MCU.

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9 KOMMENTARE

  1. Ich verstehe wirklich nicht, warum in Deutschland nur der erste Captain America Film auf 4K-BD rauskommt und nicht alle drei, wie z. B. in den USA oder dem UK oder Frankreich.
    Natürlich gibt es beim ersten Film keine bessere Auflösung auf der 4K-BD, da er ja in 2K gedreht ist.
    Der zweite Film ist in bis zu 5K gedreht und der dritte (Civil War) in bis zu 6.5K. Besonders Letzterer sieht mit meiner Ausrüstung in 4K hammermäßig aus.
    Daher kann ich allen Fans der Captain America Filme nur empfehlen, sich die Trilogie auf 4K-BD aus dem UK zu importieren (so lange das noch zollfei ist). In der Version haben übrigens auch alle 4K-Scheiben eine deutsche Tonspur.

    • „Captain America: Civil War“ und „The Return of the first Avenger“ erscheinen hierzulande am 18.07.2019. Man kann sich mit etwas Geduld auch die deutschen Versionen ins Haus holen.

    • Nur sehr schade was Disney da macht mit den Tonspuren… Gerade beim 1. Captain America war die Dynamik echt mies und der Bass unterirdisch (schlecht^^). Ich unterstütze das MCU echt gerne… Aber Disney bei dem Weg den sie da bestreiten ist einfach unter aller Sau.

    • Aber auch bei Teil 2 und 3 hat Disney sich leider für ein 2K DI entschieden und den Discs keine deutsche Atmos Tonspur mitgegeben.

      • Das bezweifle ich, besonders bei Civil War. Dafür ist die Bildqualität stellenweise viel zu gut. IMDB ist bei solchen Angaben auch nicht immer zuverlässig.

        • Jup stimmt, Civil War sah wirklich schon sehr gut aus. Bezweifle auch dass Disney noch mal auf Atmos gehen wird (Vielleicht im Streaming Dienst DD+ Atmos), mir persönlich ist das egal da ich keine Atmos Boxen benutze, mich stört nur die Dynamik Kompression die Disney da drüber laufen lässt damit es Wohnzimmer/TV freundlich wird…

          • Ich habe mir noch mal ein paar Szenen vom zweiten Film angeguckt. Der hat fast die gleiche Bildqualität wie der dritte. Auch der hat also mit Sicherheit ein 4K-DI.
            Was den Ton angeht, will Disney, glaube ich, einfach familien- und nachbarnfreundlich sein. Der Sound mancher anderen Filme kann schon mal Konflikte mit Mitbewohnern oder Nachbarn verursachen. 🙂

        • So gehört sich der Ton ja auch, gerade bei solchen Filmen…
          Ich wohne ganz oben in einer Mietwohnung und nutze einen SVS SB4000er und habe keine Probleme… Muss aber sagen dass ich da wohl auch ziemliches Glück habe, was nicht jeder hat.
          Nur hat ja eigentlich jeder AVR mittlerweile einen „Nachtmodus“ den diese Leute dann ja verwenden KÖNNTEN :D.
          Komme trotzdem an vernünftigen Ton, schade ist es aber leider trotzdem was viele, nicht nur Disney, da machen.

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