LG Display verschiebt Produktion in neuer OLED-Fabrik auf unbestimmte Zeit

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LG Display beendet LCD Produktion
Große Verzögerungen bei der neuen OLED-Fabrik (Südkorea) von LG Display

Laut anonymen Quellen hat LG Display die Pläne, mit der Produktion von OLED-Panels für Fernseher in seiner neuen 10,5-Gen-Fertigungslinie in Paju (Südkorea) zu beginnen, auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die südkoreanische Tech-News-Site The Elec berichtete vor kurzem, dass das Unternehmen seine Pläne, die ursprünglich eine Produktion zwischen 2022 und 2023 vorsahen, bis 2025 oder 2026 verschoben habe. Obwohl die Produktion nominell für drei Jahre zurückgesetzt wurde, wie die Quelle berichtet, ist es in der Tat eine unbestimmte Verzögerung, da es keinen festen Zeitplan gibt, wann die Produktion beginnen könnte. Das sind natürlich unschöne Nachrichten, nachdem LG Display nach einem langen Kampf endlich die OLED-Produktion in seiner ersten chinesischen Fabrik zum Laufen gebracht hat.

LG OLED-Werk China
Von einer feierlichen Eröffnung, wie hier in der neuen OLED-Fabrik in Guangzhou (China) ist LG Display in seiner neuen P10 Fabrik in Südkorea noch weit entfernt.

Die Enthüllung kommt, nachdem LG Display im Januar angekündigt hatte, keine weiteren Investitionen in neue Anlagen mehr zu tätigen die als P10 (Größe der Substrate aus denen die Displays geschnitten werden) bezeichnet werden. Die Investition in solche Produktionsstätten soll bis voraussichtlich 2023 eingestellt werden. Diese Entscheidung wurde etwa einen Monat getroffen, nachdem LG Display seinen Ausrüstungslieferanten mitgeteilt hatte, dass mit einer langen Verzögerung des Produktionsstarts im neuen Werk gerechnet wird.

LG Display hatte ursprünglich geplant, bis 2022 mit der Herstellung von OLED-Panels bei P10 zu beginnen, mit einer Leistung von rund 30.000 Substraten pro Monat. Bis Anfang 2023 sollten sogar 45.000 Substrate pro Monat „vom Band laufen“. Das Unternehmen hat bereits eine der für die Produktionsaufnahme erforderlichen chemischen Gasphasenabscheidungsanlagen gekauft und installiert. Diese Ausrüstung, die von der US-amerikanischen Firma Applied Materials und dem südkoreanischen Unternehmen Jusung Engineering geliefert wurde, wurde im Mai 2019 im Werk geliefert und eingebaut, berichtet The Elec.

Der Sony A9 OLED mit 48 Zoll kostet 1.899 Euro
Bekommen Dritthersteller wie Sony Electronics womöglich weniger Panels als bestellt geliefert? 

LG Display hat sich jedoch zurückgehalten, andere Geräte zu installieren, die für den Produktionsstart erforderlich sind. Zum Beispiel ist geplant, OLED-Schneidegeräte von einem südkoreanischen Unternehmen namens YAS zu kaufen, aber dieses Unternehmen hat den Auftrag von LG noch nicht erhalten, obwohl er im Februar dieses Jahres geliefert werden sollte.

Die Verzögerung der Produktion ist wahrscheinlich auf die geringere Nachfrage nach großformatigen OLED-Panels zurückzuführen, die sich aus der Coronavirus-Pandemie und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Turbulenzen ergibt (es gab zu Beginn der Pandemie jedoch einen kurzen Anstieg im TV-Segment). Die Produktion im aktuellen 8,5-Gen-Werk von LG in Guangzhou, China, hat sich aufgrund der Pandemie und anderer Probleme ebenfalls verzögert und die Betriebsrate gesenkt. Laut Elec muss sich die Produktion in Guangzhou erst erholen, damit LG die Investitionen in der P10-Fabrik wieder aufnehmen kann.

1 KOMMENTAR

  1. „Die Verzögerung der Produktion ist wahrscheinlich auf die geringere Nachfrage nach großformatigen OLED-Panels zurückzuführen, die sich aus der Coronavirus-Pandemie und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Turbulenzen ergibt“.
    Wie ist denn eigentlich die Nachfrage nach OLED-Panels in 48 Zoll für die kleinsten LG CX und Sony A9 Geräte?

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