OLED Fernseher können „einbrennen“!

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OLED Fernseher können bei falscher Nutzung
OLED Fernseher können bei falscher Nutzung "einbrennen"!

Können Fernseher mit OLED Display einbrennen? Ein Langzeittest von rtings.com beweist, dass das Display eines OLED TVs unter bestimmten Voraussetzungen dauerhaft Schaden nehmen kann!

Der Langzeittest wird von der unabhängigen und renommierten Firma rtings.com veranstaltet. Hier zählen nichts außer Messergebnisse,  subjektive Meinungen sind nicht gefragt. Zusammen mit der Community wurde ein Testaufbau festgelegt in dem drei TV-Geräte, ein B6 OLED TV aus 2016, ein KU6409 LCD-TV (VA-Panel = Vertical Align) von Samsung und der UJ630V LCD-IPS Fernseher von LG. Alle drei Geräte sind innerhalb ihrer Display-Technologie eher als Einsteiger-Geräte zu bezeichnen.

Der Test soll insgesamt ein Jahr laufen und alle drei TV-Geräte werden Seite-an-Seite mit den gleichen Testsignalen gefüttert. Pro Tag laufen die Geräte 20 Stunden. Ein speziell angefertigtest Testvideo deckt dabei verschieden Szenarien ab. Das Testvideo läuft 5,5 Stunden und stellt schwarze Balken eines Films (für 2 Stunden danach 3.5 Stunden Pause), ein permanentes Logo (Stresstest), ein permanentes Logo welches alle 2 Stunden deaktiviert wird (Gaming-Test) sowie zwei Logos mit 50% Deckkraft, die Live-Fernsehen und Sportsendungen simulieren sollen.

Extremtest mit festen Parametern

Screenshot des Testvideos von rtings.com
Screenshot des Testvideos von rtings.com

Jede Woche werden alle Fernseher ausgeschaltet und der B6 OLED hat die Möglichkeit die „Anzeigenstörungen beheben„-Funktion auszuführen, die die meisten OLED-Fernseher nutzen. Genau diese Funktion soll vor temporären Beeinträchtigungen des Displays, sowie permanente Fehler (Einbrennen) schützen. Weiter werden die Maximalhelligkeit im HDR-Modus gemessen, ebenso wie die Farbdarstellung. Zuletzt werden Testphotos der Displays in sieben Farben genommen (50% Grau + 100% Rot, Grün, Blau, Cyan, Magenta, und Gelb).

OLED: Permanentes Einbrennen bereits ab Testwoche 2

Das eingebrannte Logo ist beim B6 OLED in Woche 9 deutlich sichtbar. Bildquelle: rtings.com
Das eingebrannte Logo ist beim B6 OLED in Woche 9 deutlich sichtbar. Bildquelle: rtings.com

Im Extremtest zeigen sich bereits nach Woche 2 erste Einbrenn-Effekte beim OLED. Diese verschlechtern sich zunehmends über die darauffolgenden Wochen. Der LCD-VA-TV von Samsung und LCD-IPS-TV von LG zeigen keine Einbrenn-Effekte, verlieren dafür aber in den Ecken etwas an Leuchtkraft. In Woche 9 sind die Einbrenn-Effekte beim OLED nicht mehr von der Hand zu weisen.

LG ist sich der Problematik bewusst

LG macht auch kein Geheimnis daraus, dass OLED-Displays bei „falscher Nutzung“ Schaden nehmen können. Das Unternehmen nutzt auch selbst den unschönen Begriff „Einbrennen“, zumindest auf der US-Seite des Unternehmens. Auf einer Informations-Seite widmet sich der koreanische TV-Hersteller ganz dem Thema „Einbrennen“ und „Zuverlässige Nutzung“ seiner OLED Fernseher. Auf der deutschen Webseite von LG konnten wir diese nützliche Seite nicht finden.

Auf jeden Fall erklärt uns LG nochmal die OLED-Technik und weist darauf hin, dass Einbrenn-Effekte bei allen Display-Typen eintreten können. Dem würde Samsung natürlich gleich widersprechen, bietet das Unternehmen doch eine 10-jährige „Burn-In“-Garantie auf seine Premium TVs mit Quantum Dot Display.

Tipps gegen Burn-In bei OLEDs

LG gibt dem Nutzer hilfreiche Tipps gegen Einbrennen. Zum einen soll man den Fernseher nach längerer Nutzung mit statischen Bildelementen (z.B. HUD-Display eines Konsolen-Spiels) für mehrere Stunden ausschalten, oder variable Inhalte ansehen (z.B. Live-TV oder Streaming). LGs OLED Fernseher sind auch mit speziellen Features ausgestattet, die gegen Einbrenn-Effekte vorsorgen. Zum einen gibt es einen automatischen Bildschirmschoner, der sich aktiviert sobald sich der Bildinhalt 2 Minuten nicht verändert. Zum anderen, gibt es ein Bildschirmverschiebung-Feature, dass das Bild um wenige Pixel verschiebt, was vom Nutzer sicherlich nicht bemerkt werde kann. Zuletzt gibt es die Funktion „Anzeigenstörungen beheben“ welche manuell über das Anzeigen-Menü (Untermenü Einstellungen für das OLED Display) gestartet werden kann. Im Menü lässt sich auch die Bildschirmverschiebung (Screen Shift) ein- und ausschalten. Diese sollte man aber standardmäßig aktiviert lassen.

LG übergibt dem Nutzer die verantwortungsvolle Aufgabe, sich um den OLED Fernseher zu kümmern und weist darauf hin, das man bei einer „angemessene und verantwortungsvollen Nutzung“ lange Spaß mit seinem OLED TV haben wird.

OLED TV nicht vom Strom nehmen

Damit temporäre Beeinträchtigungen des Bildes (können bereits nach kurzer Zeit z.B. durch Senderlogos entstehen) nicht zu permanenten Bildfehlern werden, sollte man den OLED-Fernseher nach dem Ausschalten nicht direkt vom Strom nehmen – zumindest nicht wenn dieser regelmäßig genutzt wird. Je nach Modell gibt es Mechanismen, die automatisch das Bild des OLED bereinigen. Im Beispiel des 901F OLED von Philips, wird ein solcher Vorgang bereits nach vier Stunden Nutzung eingereiht und nach dem Ausschalten automatisch gestartet. Der OLED scheint dann ganz normal „aus“ zu sein, im Hintergrund arbeitet der Fernseher aber weiter und das für 10-15 Minuten. Der Nutzer bekommt davon nichts mit und der erhöhte Stromverbrauch in dieser Zeit dürfte sich auch nicht drastisch auf die Stromrechnung auswirken. Beim Philips 901F OLED gibt anscheinend noch größere „Bereinigungs-Jobs“ die erst nach ca. 1500 Betriebsstunden (ca. 1 Jahr bei regulärer Nutzung) gestartet werden. Dieser dauert gut eine Stunde.

Kurz: Den OLED Fernseher nie direkt nach dem Ausschalten vom Strom nehmen!

Keine Panik!

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass es sich bei dem Test um ein Extrembeispiel handelt, das wohl nicht den normalen Gebrauch eines OLED-Fernsehers wiederspiegelt – zumindest nicht über einen kurzen Zeitraum. Doch bei einer durchschnittlichen Nutzung von 4-6 Stunden pro Tag über Jahre hinweg, können sicherlich ähnliche Effekte auftreten. Temporäre Beeinträchtigungen durch Senderlogos gibt es

Selbst wenn permanente Beeinträchtigungen des Displays irgendwann eintreten sollten, ist das in den wenigsten Fällen ein Problem. Viele erkennen die Bildfehler sicherlich erst, wenn entsprechende Inhalte über den Bildschirm flimmern. Bei Live-TV, Streaming und Gaming dürfte man es ohne direkt darauf hingewiesen zu werden nur in den wenigsten Fällen ausmachen können. Als Besitzer eines OLED-TVs sollte man sein Fernseher einfach etwas besser „pflegen“, damit man auch lange Freude an dem Gerät hat!

Mehr Informationen:

In unserer Kategorie OLED findest du immer aktuelle Beiträge rund um das Thema organische Leuchtdioden. Produktvorstellungen von OLED Fernsehern sowie News rund um das Thema Technik, Produktion und


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OLED Fernseher können „einbrennen“!
3.6 (71%) 20 Bewertung[en]

7 KOMMENTARE

  1. Wird dieser Bildschirmschoner auch aktiv wenn das statische Bild über HDMI rein geht?
    Denn nicht jeder nutzt die interne Tunertechnik.

    Und idealerweise kann auch entdeckt werden dass größere Bereiche des Bildes statisch sind.
    Z.B. könnte man in einem Menü des Satreceiver sein, dass sich nicht mit der Zeit schließt.
    Gegen die Senderlogos bräuchte es eine Technik die die Logos erkennt und live entfernt.

  2. Hallo,
    ich habe seit dem 29. März 2017 den LG OLED E6D in 65 Zoll mit 3D-Wiedergabe – also 1 Jahr und 4 Monate lang und konnte bisher noch keinerlei Einbrenneffekte wahrnehmen. Habe dies mit am PC erstellten einfarbigen Testbildern in den 3 Grundfarben rot, grün und blau in mehreren Helligkeitsstufen pro Farbe in größeren Abständen immer wieder überprüft. Ich sehe die meiste Zeit das normale TV-Programm und ab und zu 4K-Material aus meinen Urlauben im letzten Jahr, die ich nativ in 4k selbst gefilmt habe mit der Samsung NX1. Außerdem sehe ich auch 4K-BlueRays mit HDR und 3D-BlueRays über den OLED an. Zudem schaue ich mir des Öfteren auch 4k-Filme von YouTube an.
    Ich selbst habe in einem Elektronik-Laden in meiner Stadt bereits im Jahr 2015 bei LG definitiv den Einbrenneffekt des Firmenlogos von LG auf einer OLED-Serie besonders bei grünem Rasen wahrnehmen können. Dies betraf aber scheinbar nur 1 Serie in 2015, bei der das Firmenlogo richtig grell aufleuchtete, direkt nach dem Einschalten des TV-Gerätes. Daraufhin habe ich mir an meinem PC selbst farbige Testbilder erstellt in der UHD-Auflösung 3.840 x 2.160 Pixel pro Bild.
    Wenn man also nicht gerade stundenlang irgendwelche Computerspiele oder nur ein einziges Foto über einen OLED anschaut, dürfte es ab den Serien von 2016 meiner Meinung nach keine Probleme mehr geben!

  3. Hallo,

    ich habe noch nie einen LCD mit LED Backlight gesehen der Einbrenner hat dass man nicht mit Nachleuchten verwechseln sollte. Ich finde auch, dass man keine Technik auf den Markt bringen sollte die sich in der Weiterentwicklung befindet. Bei meinem Kuro gab es auch Einbrenner durch Senderlogos, dank der Kulanz von Pioneer könnte ich ihn ohne finanziellem Verlust zurück geben. Das Bild war das beste dass ich je hatte. Gruß von Frank

  4. Diese Probleme hatte man mit Plasma früher auch – was aber mind.20 Jahre her ist!
    Schande der Industrie das man hier mit OLED nicht weiter ist…Einbrenneffekte 2017
    sollten längst der Vergangenheit angehören…

    Dann lass ich meinen Direct-LED so lange laufen bis er die Grätsche macht…bei LED gibt es
    wenigstens keine Einbrenneffekte und „heller“ als OLED ist er auch. Selbst wenn der
    Schwarzwert bei OLED klein wenig besser ist, dann lieber keine Einbrenneffekte…

    Echt ein Witz das ganze….

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