Onkyo geht in die Insolvenz

Onkyo ist insolvent. Der japanische Traditionshersteller sitzt aktuell auf umgerechnet ca. 23,05 Mio. Euro Schulden.


Genau genommen sind es 3,1 Mrd. japanische Yen. Wie ist Onkyo in diese Schräglage geraten? Nun, es ist nicht das erste Mal, dass der Hersteller in einer finanziellen Krise steckt. Sound United, das Unternehmen hinter unter anderem Denon und Marantz, wollte Onkyo dann zwischenzeitlich übernehmen, überlegte es sich dann aber kurzerhand doch anders. Vermutlich ahnte man damals schon, dass es sich finanziell einfach nicht auszahlen würde.

Traditionshersteller Onkyo steht vor dem Aus

Sharp und Voxx International schluckten dann bereits die Audio-Visual-Sparte von Onkyo, welche als Marke auch weiterleben soll. Da werden also weiterhin Produkte unter der Marke Onkyo erscheinen. Letzten Endes ist der Traditionshersteller, wie es ihn früher gegeben hat, aber Geschichte. Das ist schade, denn Onkyo wurde 1946 gegründet und war lange Zeit eine der Größen im Audiobereich. Die AV-Receiver des Unternehmens konnten sich lange klar mit der Konkurrenz von Denon, Marantz, Yamaha und Co. messen.

Onkyos Glanz verblasste in den letzten beiden Jahrzehnten.

Onkyo verpasste jedoch zunehmend den Anschluss an die veränderten Bedürfnisse der Nutzer: Physische Medien spielen mittlerweile eine immer geringere Rolle am Markt, egal ob es um Musik oder Filme und Serien geht. Da stellte sich Onkyo zu spät und zu wenig auf Multiroom, smarte Zusatzfunktionen und die Integration von Streaming-Plattformen ein, welche für Käufer eine zunehmende Rolle spielen.

AVR-Markt schrumpft

Generell schrumpfte der Markt für AVRs: Das Gros der Anwender nutzt nach wie vor ohnehin nur die integrierten TV-Lautsprecher. Dann gibt es noch den Kundenkreis, welcher den Klang durch Soundbars aufpoliert. Nur wenige Käufer greifen zu einer kostspieligen Anlage mit AVR und selbst zusammengestelltem Lautsprecher-System. Nicht nur der Preis ist höher, auch die Aufstellung gestaltet sich deutlich komplizierter. Die Vorteile im Klang können immens sein. Doch die Home-Entertainment-Industrie hat immer wieder lernen müssen: Wenn der Kunde die Wahl zwischen technischer Qualität und Bequemlichkeit hat, wird er sich immer für die Bequemlichkeit entscheiden.

Onkyo Übernahme durch Klipsch
Onkyo gibt es im Grunde nur noch als Marke

Die Kopfhörer-Abteilung von Onkyo war in der Vergangenheit im Übrigen auch bereits an einen Investment-Fond gewandert. Was bleibt, ist die Erinnerung und das Fortbestehen als Marke.

QuelleNikkei
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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15 Kommentare

  1. Das heißt es schon mindestens seit 2020, dass Onkyo in Insolvenz wäre. Ich glaub es erst, wenn sie wirklich weg sind.

    • Die sind ja auch nicht betroffen. Diese Sparte wurde ja schon vor langer Zeit von Voxx International übernommen. Nur haben die halt offensichtlich keinerlei Interesse am europäischen Markt. Da gibt es ja scheinbar irgendwelche Unstimmingkeiten bezüglich der Garantie gegenüber den (Groß-)Händlern. Und deswegen will die Produkte hier keiner mehr verkaufen.

  2. Ich habe die letzten 20 Jahre bestimmt 4 AV Receiver gekauft. Hat sich aber technisch auch viel getan seit 2002.
    Damals war 5.1 DD schon Referenz mit der DVD. 2008 kam dann zusammen mit der Bluray loseless Sound in Form von DTS HD Master. Jetzt gibts DTS X und Dolby Atmos. Das reicht mir für die nächsten Jahre.

    • Der Trend müsste eigentlich in Richtung 3D Kopfhörer gehen. Den 3D Kopfhörer der PS5 ziehe ich mittlerweile meiner Dolby Atmos Anlage vor. Das hat viele Vorteile z.B. ist der Energieverbrauch geradezu Null und man braucht auch keine Angst vor den Nachbarn haben wenn man abends mal ein wenig lauter aufdreht. Mit Kopfhörer höre ich auch das unerträgliche Spulenfiepen meiner PS5 nicht.
      Sony bringt doch jetzt auch einen neuen Dolby Atmos Kopfhörer auf den Markt. Leider ist der unverschämt teuer und funktioniert wohl nur mit Sony TVs.

      • Also wenn man wirklich gute Kopfhörer für Atoms oder DTS:X kommt man wohl um die JVC Exofield nicht herum. Die sind extra dafür entwickelt worden. Ich nutze diese zur Zeit und bin wirklich begeistert was man mit Kopfhörer schon alle so machen kann. Aber dennoch werde ich mir in nächster Zeit ein richtiges Audio Setup anschaffen, mit 7.1.4 Auto 3D/Atmos/DTS:X, denn an sowas kommen Kopfhörer noch lange nicht heran.

        • Danke für den Hinweis mit den Kopfhörern. Ich habe auch ein 7.1.4 System aber das ist alles andere als ideal aufgestellt. Ich habe auch 2 AV Receiver dafür im Einsatz und musste für die beiden hinteren Atmos Lautsprecher einen zweiten AV Receiver verwenden . Das ist alles andere als leicht zu realisieren.
          Da der zweite AV-Receiver die Tonsignale nur analog empfängt über Chinch rauschen die hinteren Kanäle relativ laut. Das lässt sich nur im natural modus einigermaßen in den Griff bekommen wo die restliche Elektronik vom AV Receiver deaktiviert ist. Der zweite AV Receiver ist relativ laut aufgedreht da er sonst nicht laut genug wird bei der Einmessung.

          • Zwei AV-Receiver für ein Atmos System? Habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört.

            Wieso nimmst du nicht für FL/FR einfach eine Stereo-Endstufe? Hat doch auch den Vorteil, dass die beiden Lautsprecher dann noch etwas mehr Leistung bekommen. Die restlichen Lautsprecher lässt du dann ganz normal über den AVR versorgen.

            • Der Denon X3700H ist ein 9 Kanal Verstärker kann aber 11 Kanäle verarbeiten. Anstatt einem teuren 11 Kanal Verstärker kann per Chinch Kanal 10 und 11 an eine externe Endstufe ausgegeben werden. In dem Fall nutze ich einen Jamaha AV von 2008 im Stereobetrieb im pure Sound Modus weil es da weniger rauscht. Die Lautstärke hab ich auf -5 DB eingestellt was ein Kompromiss ist. 0 DB rauscht zu stark und -10 DB ist zu leise beim Einmessen. Würde ich den AV auf -25 DB einstellen wäre er zu leise. Beim Einmessen gibt der Denon ja Töne über den Kanal 10 und 11 aus die er dann per Microfon analysiert. Da dementsprechend dämpft er die Stärke jeweils pro Kanal wie halt benötigt. Funktioniert auf jeden Fall im 7.1,4 Betrieb. Leider lassen sich auf die externen Kanäle pre out nur bestimmte Kanäle legen z.B. die Atmoskanäle. Es ist leider nicht jede Kombi möglich. Da nicht alle Filme Atmos haben war das die stromsparende Variante.

            • Das mit VR und VL hab ich überlegt aber der Denon X3700 hat viel mehr Power als der 7 Kanal Jamaha. Der beste Kompromiss war die hinteren Atmos Kanäle über die pre out Kanäle zu versorgen Da ich die nicht so oft benötige. Die meisten Filme haben 7.1 anstatt 7.1.4
              VR und VL sind bei mir fette Teufel Türme die brauchen Leistung.

          • Meiner Meinung nach ist es immer besser ein Set aufzustellen, welches auch zum Raum passt. Kannst du kein Atmos Set in deinem Raum realisieren, solltest du vielleicht überlegen auf 7.1 oder sogar auf 5.1 zu „reduzieren“. Ein solide 5.1 Anlage finde ich um Welten besser als eine schlecht aufgestellte Atmos Anlage.

    • Onkyo wird dem Markt sicher fehlen.
      Wenn es auch nie meine Marke war, möchte ich die Zeit nicht erleben, wo vielleicht nur noch zwei oder drei Anbieter im Regal zur Auswahl stehen.

      Zum Thema Kopfhörer; meine over ear nerven mich schon nach einer halben Stunde durch Enge und Wärme…da muss noch eine Menge passieren, bevor ich die zur Regel mache.

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