Samsung – seit 20 Jahren Weltmarktführer im TV-Segment – zieht sich mit seinen Entertainment-Produkten aus dem chinesischen Markt zurück. Der koreanische Elektronikhersteller stoppt damit nicht nur den Verkauf von Fernsehern im weltweit größten TV-Markt, sondern wird künftig auch keine Monitore, Projektoren oder Audioprodukte mehr in China vertreiben.
Samsung zieht sich mit seinen Entertainment-Produkten sowie Haushaltsgeräten aus dem chinesischen Markt zurück und reagiert damit auf die wachsende Dominanz lokaler Marken. In einem Statement nennt Samsung Electronics als Grund die „schnell verändernden Marktbedingungen“ in China. Unternehmen wie TCL, Skyworth oder Hisense konnten sich binnen weniger Jahre nicht nur im lokalen chinesischen Markt, sondern auch in wichtigen internationalen Märkten wie Europa oder Nordamerika deutliche Marktanteile sichern. Dabei setzen die chinesischen Hersteller namhafte Marken wie Samsung, LG, Sony und Co. immer weiter unter Druck. Gerade in einem stagnierenden TV-Markt – beziehungsweise einem Markt mit nur leichten Zuwächsen – müssen die bisherigen Marktführer immer häufiger Anteile an die Konkurrenz aus China abtreten.

Der Rückzug von Samsung aus China unterstreicht damit im Grunde nur eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet. Am Ende könnte sie wohl lauten: „Ohne China, keine Fernseher“. Dass China schon seit Jahrzehnten als günstiger Zulieferer für elektronische Bauteile, TV-Panels und Co. fungiert, dürfte allgemein bekannt sein. Das niedrige Lohnniveau sowie staatliche Subventionen im Displaymarkt haben China in den vergangenen Jahren jedoch von einem einfachen Zulieferer westlicher Unternehmen zu einem echten Produktionsriesen werden lassen, zu dem es mittlerweile keine Alternative gibt.
China steigt bei Sony, Philips, Panasonic und Loewe ein
Parallel dazu sichern sich chinesische Unternehmen immer mehr Kooperationen mit namhaften Elektronikherstellern. Das ermöglicht es ihnen, ihre Produkte und Technologien unter dem Deckmantel westlicher Marken zu platzieren. So wurde erst in diesem Jahr eine Kooperation zwischen Panasonic und Skyworth bekannt gegeben. Kurz darauf hat Sony verkündet, dass TCL 51% der Anteile einer neuen Tochterfirma übernehmen wird, die TV- und Audioprodukte unter der Marke Sony entwickelt, produziert und vertreibt. Auch Hisense und Loewe pflegen schon seit Jahren eine strategische TV‑Partnerschaft. Philips-Fernseher wiederum werden von TP Vision produziert. Das Unternehmen hat seinen Sitz zwar in Amsterdam, ist jedoch eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der chinesischen TPV Technology Group.
Das einzige Produktfeld, in dem westliche beziehungsweise koreanische Unternehmen derzeit noch weitgehend ohne chinesischen Einfluss ihre Produkte vermarkten können, ist OLED. LG Display und Samsung Display sowie deren Elektroniksparten LG Electronics und Samsung Electronics sind mit ihren Entwicklungen im OLED-Segment – WOLED und QD-OLED – weiterhin recht erfolgreich. Obwohl man dabei zuerst an OLED-Fernseher denkt, liegen zukünftige Umsätze und Gewinne wohl eher im PC-Monitor-Markt. Allein 2025 stieg die Auslieferung von OLED-PC-Monitoren um rund 92 Prozent und erreichte etwa 3 Millionen Einheiten. Für 2026 werden in diesem Segment bereits bis zu 5 Millionen Einheiten vorhergesagt. Es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis China auch im OLED-Segment stärker mitmischt. Dann könnte die letzte Bastion der westlichen und koreanischen TV-, Monitor- und Displayhersteller ebenfalls fallen.
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